RUSSISCHE KLAVIER- QUINTETTE

11. APRIL 2017 LAEISZHALLE KLEINER SAAL Dienstag, 11. April 2017 | 20 Uhr | Laeiszhalle Kleiner Saal

19 Uhr | Einführung mit Lars Entrich im Studio E

DIRIGENT.DER NEUE BMW 7er MIT GESTIKSTEUERUNG. BAIBA SKRIDE VIOLINE DER ANSPRUCH VON MORGEN. GERGANA GERGOVA VIOLINE LISE BERTHAUD VIOLA HARRIET KRIJGH VIOLONCELLO LAUMA SKRIDE KLAVIER

Mikhail Gnesin (1883–1957) Requiem op. 11 (1912) ca. 15 Min.

Anton Arensky (1861–1906) Klavierquintett D-Dur op. 51 (1900) Allegro moderato Variationen: Andante Scherzo: Allegro vivace – Meno mosso Finale (in modo antico): Allegro moderato ca. 25 Min.

Pause

Dmitri Schostakowitsch (1906–1975) Klavierquintett g-Moll op. 57 (1940) Prelude: Lento Fugue: Adagio Scherzo: Allegretto Intermezzo: Lento Finale: Allegretto ca. 35 Min.

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5978 BMW 7er Kultur Engagements DIRIGENT 2016 148x210 NL Hamburg Abendprogramm 20160812.indd 1 01.08.16 16:20 WILLKOMMEN

Wir gratulieren der Die Schwestern Baiba und Lauma Skride aus Riga sind als Solistinnen seit Jahren feste Größen Stadt Hamburg, der internationalen Klassikszene. Umso schö- ihren Bürgern und ner, dass sie nicht nur Zeit finden, einzeln oder allen Beteiligten im Familienduo aufzutreten, sondern sich mit weiteren musikalischen Freundinnen zu treffen, die ebenfalls auf prall gefüllte Konzertkalender zur gelungenen großartigen Komposition der blicken. Zu fünft nimmt man sich nun der wunder- baren Gattung des Klavierquintetts an – und zwar nicht der üblichen »Verdächtigen« Schumann und Elbphilharmonie, Brahms, sondern der teils nur selten zu hören- dem Konzerthaus von den Komponisten Mikhail Gnesin, Anton Arensky weltweiter Bedeutung. und Dmitri Schostakowitsch, die ihrerseits eine Art Familienstammbaum der russischen Musik bilden.

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Anzeigen_ElbPhilharmonie_2.2.indd 1 15.11.2016 21:05:10 DIE MUSIK

Beschreibung steht eine spannende Entwicklung, die etwa 100 Jahre zuvor im musikbegeisterten London ihren Anfang nahm. Dort hatte sich 1753 der aus Neapel stammende Komponist Tommaso Giordani niedergelassen. Bis zu seinem Tod 1806 schuf er mehr als 20 Opern für das Royal Opera House und das EINE FAMILIENGESCHICHTE King’s Theatre am Haymarket, stapelweise Sonaten, Trios und Quartette – und 1771 die ersten Quintette für Streichquartett und Klavierquintette von Mikhail Gnesin und Anton Arensky Klavier. Damals galten sie als absolut kuriose Ausnahme, zumal es sich nicht etwa um Klavierkonzerte en miniature handelte, Der heutige Abend öffnet nicht nur die Ohren für die besondere Gattung des sondern um Kammermusik im echten Sinne: Giordani gab allen Klavierquintetts, er bringt auch verschiedene Strömungen einer durch und Stimmen gleichwertige Aufgaben mit solistischen Stellen, keine durch russischen Komponistentradition zum Klingen. Sie gleicht einer Familien- musste sich mit reinen Begleitfiguren begnügen. geschichte, und wie in fast jeder Familie (außer vielleicht der Familie Skride) ist sie nicht ganz frei von Spannungen. Die Forelle und der Kontrabass Tommaso Giordani schrieb die Die Linie beginnt bei Nikolai Rimski-Korsakow (1844–1908) und Peter Tschai- ersten Klavierquintette. kowsky (1840–1893), die wie wenige sonst die russische Musik ab der Mitte des Erst rund 25 Jahre später knüpfte Luigi Boccherini mit zwei 19. Jahrhunderts prägten. Nicht nur ihre eigenen Kompositionen, sondern auch Zyklen zu je sechs Klavierquintetten an Giordani an. Und nach die ihrer zahlreichen Schüler haben Klang und Stil der spätromantischen Zeit einer weiteren langen Pause war es 1819 kein Geringerer als in Russland geformt. So brachte Rimski-Korsakows Komponistenklasse am , der mit vier Streichern und Klavier experimen- Sankt Petersburger Konservatorium gleich mehrere Generationen bedeutender tierte. Sein bis heute beliebtes Forellenquintett verwendet zwar russischer Komponisten hervor. Auch Mikhail Gnesin und Anton Arensky haben nur eine Geige und nimmt stattdessen einen Kontrabass hinzu. ihre Wurzeln bei ihm, und Dmitri Schostakowitsch ist ein Enkelschüler seiner Doch setzte es Maßstäbe: Der Klavierpart und die Streicherstim- einflussreichen Dynastie. men stehen im beständigen Wechselspiel miteinander. Dieses Inhaltlich vertraten Rimski-Korsakow und Tschaikowsky allerdings ganz hohe Niveau war der Ausgangspunkt für und unterschiedliche Standpunkte. Ersterem lag ein genuin russischer, an authenti- , die in eigenen Klavierquintetten (1842 bezie- scher Volksmusik orientierter Stil am Herzen; Letzterer richtete sich eher nach hungsweise 1865) die Kombinationsmöglichkeiten erweiterten, dem Geschmack des westeuropäischen Publikums. Als Arensky also nach seinen um die Instrumente auf möglichst vielfältige Weise miteinander Lehrjahren bei Rimski-Korsakow 1882 nach Moskau zog, um dort Tschaikowksy zu verweben oder zu gruppieren. kennenzulernen, reagierte sein ehemaliger Lehrer extrem eingeschnappt. Noch Obwohl in dieser Gattung also verhältnismäßig wenig kompo- über 20 Jahre später, als Arensky im Alter von nur 45 Jahren verstarb, kommen- niert worden war, lag der Standard und die Messlatte für künf- tierte Rimski-Korsakow bissig: »Arensky wird bald vergessen sein.« Er sollte tige ernstzunehmende Klavierquintette im späten 19. Jahrhun- leider recht behalten. Nur sehr selten steht Arenskys Musik auf den Konzert- dert ziemlich hoch. So war der Stand der Dinge, als Gnesin und programmen, ebenso wie die seines Kollegen Gnesin. Umso schöner, dass der Arensky an die Arbeit gingen. Sie waren zwar in einer anderen Franz Schuberts Forellenquintett heutige Abend ihnen Gerechtigkeit widerfahren lässt. Musikkultur aufgewachsen, kannten sich im Repertoire, das in ist, obwohl mit Kontrabass besetzt, Wien, London, Berlin oder Paris etabliert war, aber sehr gut das wohl berühmteste Klavierquin- tett aus. Eine entscheidende Rolle spielte dabei ihr Studienort Sankt Erste Spuren in London Petersburg. Die Stadt war eine bedeutende Metropole. Dort tra- Das Klavierquintett ist Ende des 19. Jahrhunderts – also zur Schaffenszeit von fen westeuropäisch geprägte Künste auf ein Klima, das offen für Gnesin und Arensky – schon ein fester Gattungsbegriff für eine Komposition, die Diskussion war und gleichwohl selbstbewusst den eigenen die ein Streichquartett mit einem Klavier kombiniert. Hinter dieser sachlichen Nationalstil pflegte. DIE MUSIK

haben einen großen Beitrag zur jüdischen Musik des 20. Jahr- hunderts geleistet. Ein Requiem hingegen ist zutiefst mit dem katholischen Glauben verbunden, es ist die Messe für die Ver- storbenen. Ihre Liturgie hat Komponisten vieler Epochen zur Komposition eines Requiems inspiriert, meist jedoch für Chor und Orchester. Rein instrumentale Requien wie das von Gnesin sind sehr selten. Immerhin: Die melancholische Melodie, die das gesamte Stück durchzieht, erinnert an den gregorianischen Gesang »Requiem aeternam dona eis« (Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr). »Arensky hat nichts wahrhaft Großes geschaffen, aber viel Schönes und Liebreizendes, das bei ihm wirkliche Anmut aus- strahlt und diese nicht bloß vortäuscht.« Das schrieb Gnesin anlässlich des zehnten Todestages seines Komponistenkollegen, der 1906 im Alter von knapp 45 Jahren an Tuberkulose gestor- ben war. Viele Äußerungen von Zeitgenossen tragen mehr oder weniger versteckt diese Kritik in sich: Arensky sei außerordent- lich begabt gewesen, neigte jedoch zum Kopieren anderer Stile und sei daher ein Epigone geblieben. Doch sein Einfallsreichtum und sein großes handwerkliches Können, Einfälle zu verarbeiten, prägen das Klavierquintett, das im Jahr 1900 entstand. Und es ist hörbar, was seinen Lehrer Rimski-Korsakow so verärgerte: Ein westeuropäischer Einfluss durchzieht die Sätze; Anklänge an Brahms (im ersten) und Men- Mikhail Gnesin delssohns Elfen-Scherzi (im dritten Satz) – nicht wörtlich zitiert, sondern in einer diskreten Färbung. Der zweite Satz variiert auf fantasievolle Weise das französi- sche Hochzeitslied Sur les ponts d’Avignon j’ai ouï chanter la belle Schöpferische Bekenntnisse (nicht zu verwechseln mit Sur le pont d’Avignon, on y danse), des- Wie haben sich Gnesin und Arensky nun mit der Gattung Klavierquintett ausein- sen harmonischen Wendungen aber auch aus einem russischen andergesetzt? So verschieden wie die beiden sind, so unterschiedlich sind auch Volkslied stammen könnten. Besonders typisch für Arensky ist ihre Lösungen. Der mehr als 20 Jahre jüngere Gnesin komponierte sein Klavier- wohl der Walzer. quintett 1912 als einsätziges Werk, in dem er konsequent die Möglichkeiten eines Das Finale trägt den Zusatz »in modo antico« und spielt einzigen Themas auslotet. Eine melancholische Melodie durchzieht den gesam- damit offenkundig auf Johann Sebastian Bachs Fugenkunst an. Anton Arensky ten Satz. Kunstvoll verwebt Gnesin die Melodieteile miteinander, indem er sie auf Arensky selbst unterrichtete Kontrapunkt und Harmonielehre die verschiedenen Instrumente verteilt; er kombiniert hohe und tiefe Streicher am Konservatorium; zu seinen Studenten gehörte auch der und lässt sie die Melodie im Abstand einer Oktave spielen, was eine choralhafte junge Sergej Rachmaninow. Mit einigen Rückbezügen auf die Wirkung erzeugt. Die Gestaltung des Klaviers ist von einem virtuosen Ausdruck vorangegangenen Sätze beendet Arensky sein Quintett. bestimmt, und nur selten ordnet es sich den Streichinstrumenten unter. ULRIKE BRENNING Gnesin gab dem Stück den Titel Requiem, was aus mehreren Gründen bemer- kenswert ist. Gnesin war jüdischen Glaubens, und viele seiner Kompositionen DIE MUSIK

zu. Ein verblüffender Schritt, stellte dies doch für ihn »eine der schwierigsten musikalischen Gattungen« dar. Man muss dazu wissen: Die Kammermusik befand sich in einer Zeit der Umdeu- AUS DER KRISE KOMPONIERT tung. Ihr traditioneller Charakter des Musizierens im großbür- gerlichen privaten Rahmen verkörperte für die Komponisten der Dmitri Schostakowitsch: Klavierquintett g-Moll op. 57 russischen Avantgarde den Muff der engstirnigen Bürgerstube, der Bourgeoisie. Wie übel das Schicksal selbst bekannten Persönlichkeiten Schostakowitsch aber machte sich daran, Streichquartette zu des öffentlichen Lebens in der Sowjetunion mitspielen konnte, komponieren. Mit dem Glasunow-Quartett und dem Beethoven- erfuhr Dmitri Schostakowitsch Mitte der 1930er Jahre am eige- Quartett standen gleich zwei befreundete Ensembles bereit, die nen Leibe. Bis dato hatten ihn die Rezensionen seiner Werke Werke aufzuführen. Und nicht nur das: Beide Quartette lagen kaum interessiert. Der als exzentrisch geltende Komponist Schostakowitsch geradezu in den Ohren mit ihren Wünschen vertraute auf die Wirkung seiner Musik und wurde darin auch nach neuen Stücken. Im Herbst 1938 wurde das 1. Streichquar- nur selten enttäuscht. Das sollte sich 1936 ändern, als Josef tett vom Glasunow-Quartett in Leningrad erstmals aufgeführt, Stalin eine Aufführung von Schostakowitschs Oper Lady Mac- kurz darauf vom Beethoven-Quartett in Moskau. Der Erfolg war beth von Mzensk besuchte, die zu diesem Zeitpunkt schon seit so gewaltig, dass Schostakowitsch umgehend ein Werk nach- zwei Jahren äußerst erfolgreich am Moskauer Bolschoi-Theater legte: das Klavierquintett in g-Moll. lief. Wenige Tage später erschien in der nationalen Zeitung Die fünf Sätze bilden einen Zyklus, der auf die großen Epo- Prawda eine vernichtende Kritik unter der Überschrift »Chaos chen der Musikgeschichte zurückgreift. Präludium und Fuge statt Musik«. Da sie keine Autorenzeile enthielt, wird bis heute etwa, die Titel der ersten beiden Sätze, sind typische Stilformen spekuliert, dass Stalin sie sogar höchstpersönlich verfasste. Es des Barock. Der sakrale und zugleich sehr kräftige Charakter folgte eine schwierige Zeit, in der Schostakowitsch jede Minute Dmitri Schostakowitsch damit rechnete, von der Geheimpolizei abgeholt zu werden. und das Glasunow-Quartett Auch seine Freunde wollten sich aus Angst vor Verschleppung oder gar Ermordung nicht mehr in der Öffentlichkeit mit ihm blicken lassen. Prompt folgte der nächste Rückschlag: Schos- takowitsch sah sich gezwungen, seine Vierte Sinfonie, die als zu »formalistisch« beschimpft wurde, zurückzuziehen. Dass er seine kreative Schaffenskraft trotz dieser negativen Gefühle und Erlebnisse nicht verlor, ist bemerkenswert. Seine Musik gab ihm offenbar den Mut und die Kraft, die er in solchen Zeiten brauchte. Seinem Freund Isaak Glikman gestand er: »Und wenn sie mir beide Hände abhacken, werde ich mit den Zähnen eine Feder halten und weiter Musik schreiben.« Mit der Fünften Sinfonie schaffte er zwei Jahre später schließlich seine Rehabi- litation. Die Sinfonie wurde allerorten gefeiert und stellte sogar den Erfolg der Ersten Sinfonie elf Jahre zuvor in den Schatten. Eigentlich hätte Schostakowitsch nun weiter auf der Welle der wiedererlangten Unterstützung schwimmen können. Jedoch – er tat es nicht. Nach einem für ihn ungewöhnlichen Jahr der kompositorischen Untätigkeit wandte er sich der Kammermusik DIE MUSIK

des Präludiums und die ruhig getragene Fuge waren für den befreundeten Komponisten Sergej Prokofjew die stärksten Momente des Quintetts: »Ich sah im Ausland Leute, die die hoff- nungslosesten Mittel anwandten, um eine Fuge zu komponieren, die mehr oder weniger originell klingen sollte. Es gelang nur selten. Man muss Schostakowitsch Gerechtigkeit widerfahren lassen: Seine Fuge enthält unglaublich viel Neues.« Neben neobarocken lassen sich aber auch neoklassizisti- sche Elemente finden: das Finale beispielsweise, das sich nicht ins Uferlose steigert, sondern mit seinem leichten Tonfall die Balance des Werkes erhält und einen konfliktlosen, heiteren Ausklang des Klavierquintetts schafft. Als neoromantisch muss das Werk hingegen in Hinblick auf die Gattungstradition und die Erinnerung an die gewichtigen Vorbilder aus dem 19. Jahrhun- dert bezeichnet werden. Was das Klavierquintett jedoch einzigartig macht, ist die wun- dersame Gabe Schostakowitschs, all diese Einzelmomente aus den vergangenen Jahrhunderten nicht isoliert auftreten zu las- sen, sondern zu einem neuen Ganzen zu verschmelzen. Tradi- tion wird so zu einem Element der ästhetischen Gegenwart und bleibt kein eklektizistisches Aufsammeln einzelner Puzzleteile. Der Komponist selbst brachte das Quintett zusammen mit dem Beethoven-Quartett zur erfolgreichen Uraufführung. In den kommenden Monaten spielte Schostakowitsch es viele Male, REPORTAGEN immer vor begeistertem Publikum. Sein angeblich eigentlicher KÜNSTLERPORTRÄTS Antrieb für das Komponieren eines Quintetts wurde so belohnt: FOTOSTRECKEN »Weißt du, wieso ich zu dem Quartett einen Klavierpart hinzu- INTERVIEWS geschrieben habe?«, fragte er Glikman einmal verschwörerisch. EXKLUSIVE BLICKE »Um ihn selbst zu spielen und so einen Grund zu haben, zu Konzerten in verschiedene Städte und Dörfer zu reisen. Jetzt HINTER DIE KULISSEN können die Glasunower und die Beethovener, die doch überall herumreisen, nicht mehr ohne mich auskommen! So bekomme nun auch ich die weite Welt zu sehen!« Ab 13. April für €6,50 im Elbphilharmonie Shop und am Kiosk erhältlich RENSKE STEEN Abo €15 unter Tel: 040 386 666 343 E-Mail: leserservice˜elbphilharmonie.de

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MagAnz_APR2017.indd 1 06.04.17 16:56 DIE KÜNSTLER

BAIBA SKRIDE VIOLINE GERGANA GERGOVA VIOLINE Baiba Skride wuchs in einer Musikerfamilie in Riga auf, wo sie auch ihr Musik- studium begann. 1995 wechselte sie an die Hochschule . 2001 gewann sie Aus einer Künstlerfamilie stammend, prägte Musik schon seit frühester Kindheit den Ersten Preis des renommierten Wettbewerbs »Reine Elisabeth« in Brüssel. Gergana Gergovas Leben. Ihre geigerische Ausbildung begann sie in ihrer Heimat Seither zählt sie zu den profiliertesten Geigerinnen unserer Zeit und wird weltweit Bulgarien, anschließend studierte sie an der Folkwang-Universität in Essen, in für inspirierende Interpretationen und ihren unverwechselbaren Ton geschätzt. Graz sowie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Wichtige künst- Sie spielt mit Orchestern von Weltrang wie den Berliner Philharmonikern oder lerische Impulse erhielt sie von Menahem Pressler und Heinrich Schiff. dem Gewandhausorchester Leipzig und den größten Dirigenten unserer Zeit. Der Erste Preis beim Internationalen Violinwettbewerb »Vladigeroff« sowie Zu den Höhepunkten der aktuellen Saison zählen Konzerte mit dem Phil- Preise bei verschiedenen Kammermusikwettbewerben ermöglichten ihr eine harmonia Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dem BBC internationale Karriere, die sie unter anderem als Solistin zum Rundfunk-Sin- Symphony Orchestra im Rahmen der BBC Proms sowie ein Wiedersehen mit fonieorchester Berlin und den Festival Strings Lucerne führte. Zudem fungierte den Wiener Symphonikern. Auch in den USA konnte sich Baiba Skride als eine sie als Konzertmeisterin an der Deutschen Oper am Rhein und am Teatro Real der führenden Violinistinnen etablieren. So folgten nach ihrem Debüt beim New Madrid. York Philharmonic 2016 in der aktuellen Saison Debüts beim Chicago Symphony Zusammen mit dem Pianisten Pavlin Nechev und dem Cellisten Thomas Kauf- Orchestra und dem Cleveland Orchestra. Außerdem spielte sie auf Einladung des mann bildet Gergana Gergova das Trio Imàge, das seit 2009 Kulturbotschafter Boston Symphony Orchestra unter die amerikanische Erstauf- des Goethe-Instituts ist. Für die Debüt-CD ihres Trio mit sämtlichen Kaviertrios führung von Sofia Gubaidulinas Tripelkonzert für Violine, Violoncello und Bajan. von Mauricio Kagel erhielt sie 2014 den Echo-Klassik als beste Welt-Ersteinspie- Als aktive Kammermusikerin tritt Baiba Skride häufig mit den Mitmusike- lung und wurde zudem für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. rinnen des heutigen Abends auf. Zum gemeinsamen Repertoire zählen etwa Die neue CD des Trio Imàge mit Kammermusik von Hans Sommer erhielt erneut Klavierquartette von Mozart und Mahler, zudem gibt sie mit ihrer Schwester eine Nominierung. Lauma häufig Duoabende. Unter ihren Einspielungen finden sich die Violinkon- Gergana Gergova ist häufig Gast auf Kammermusikfestivals. Zu ihren regel- zerte von Nielsen, Sibelius, Szymanowski, Schumann und Strawinsky. Sie spielt mäßigen musikalischen Partnern zählen Christian Tetzlaff, Daniel Hope, Carolin die Stradivari »Yfrah Neaman«, eine großzügige Leihgabe der Familie Neaman Widmann und Lars Vogt. Außerhalb der Klassik spielte sie zudem mit Jazzlegen- auf Vermittlung der Beares International Violin Society. den wie John Patitucci und Tom Harrell. DIE KÜNSTLER

HARRIET KRIJGH VIOLONCELLO LISE BERTHAUD VIOLA Harriet Krijgh erhielt im Alter von fünf Jahren ihren ersten Cellounterricht. Nach Lise Berthaud gehört heute zu den führenden französischen Bratschistinnen. Studien an der Hochschule für Musik Utrecht wechselte sie 2004 nach Wien und 1982 geboren, studierte sie in Paris, gewann mehrere Preise und wurde 2009 erhielt Unterricht an der Kronberg Academy. Heute zählt die 25-jährige Nieder- als Newcomer of the Year von Victoires de la musique classique ausgezeichnet. länderin zu den aufregendsten jungen Cellistinnen der Gegenwart. Als »Rising Von 2013 bis 2015 war sie Teil des Radio 3 New Generation Artists Scheme, mit Star« der European Concert Hall Organisation tourte sie in der vergangenen dem die BBC junge Talente fördert. Saison durch ganz Europa und trat auch in der Hamburger Laeiszhalle auf. Als Solistin hat sie mit vielen renommierten Orchestern im In- und Ausland Darüber hinaus spielte sie auf renommierten Festivals und mit Orchestern gespielt. Daneben hat die Kammermusik einen großen Stellenwert in ihrer künst- wie dem London Philharmonic Orchestra, der Academy of St Martin in the Fields, lerischen Tätigkeit. So arbeitet sie regelmäßig mit den Geigern Renaud Capuçon den Bamberger Symphonikern oder auch dem NDR Elbphilharmonie Orchester. und Veronika Eberle, den Pianisten Eric Le Sage, Pierre-Laurent Aimard und Höhepunkte der aktuellen Spielzeit sind ihre Debüts mit den Sinfonieorchestern Martin Helmchen, dem Flötisten Emmanuel Pahud, den Cellisten Marie-Elisa- in Boston und Sydney. Der Musikverein Wien präsentiert zudem eine vier Kon- beth Hecker und Christian Poltéra sowie dem Quatuor Ebène und dem Quatuor zerte umfassende Porträtreihe. Weitere Engagements führen sie in die Wigmore Modigliani zusammen. Das jüngste Projekt in diesem Bereich ist ihre Zusam- Hall London, die Carnegie Hall New York und ins Concertgebouw Amsterdam. menarbeit mit Baiba und Lauma Skride sowie Harriet Krijgh, mit denen sie als Die Cellistin ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe und zudem – in Nach- Quartett auch im Festspielhaus Baden-Baden, dem Wiener Musikverein und in folge von Festivalgründerin Janine Jansen – neue Künstlerische Leiterin des der Essener Philharmonie zu Gast ist. Internationalen Kammermusikfestivals in Utrecht. Auch das Festival »Harriet & Lise Berthaud spielt eine Bratsche von Antonio Casini von 1660, eine freund- Friends«, das sie 2012 auf Burg Feistritz in Österreich ins Leben gerufen hatte, liche Leihgabe von Bernard Magrez. findet im Juli seine alljährliche Fortsetzung. Sie spielt auf einem Violoncello von Giovanni Paolo Maggini aus dem Jahre 1620, das ihr von einem privaten Sammler zur Verfügung gestellt wird. DIE KÜNSTLER

JAN LISIECKI Es ist eine besondere Mischung aus Subtilität und Intensität, die Jan Lisieckis Chopin-Spiel aufregende Faszination verleiht. BR Klassik

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NDR Elbphilharmonie Orchester LAUMA SKRIDE KLAVIER Krzysztof Urba´nski 1982 als jüngste von drei Schwestern einer lettischen Musikerfamilie geboren, Ab 10. März überall im Handel begann Lauma Skride im Alter von fünf Jahren, Klavier zu spielen. Nach Studien als CD, Download & Stream an der Musikhochschule ihrer Heimatstadt Riga wechselte sie an die Hochschule hier in Hamburg. Heute lebt sie in Berlin und wird insbesondere für ihre Inter- pretationen des deutschen klassischen und romantischen Repertoires geschätzt. Seit ihrem elften Lebensjahr nahm Lauma Skride an zahlreichen internati- onalen Wettbewerben teil und wurde mehrfach ausgezeichnet. Seit 2008 ist sie Trägerin des Beethoven-Ringes, mit dem jeweils einer der fünf jüngsten Beet­ hoven-Interpreten beim Beethovenfest Bonn ausgezeichnet wird. Sie gastierte bei Orchestern wie dem hr-Sinfonieorchester, den Symphonikern Hamburg oder der Dresdner Philharmonie und arbeitete mit Dirigenten wie Andris Nelsons, Kristjan Järvi und Cornelius Meister zusammen. Regelmäßig ist Lauma Skride zudem mit ihrer Schwester Baiba Skride auf Foto: Holger Hage / DG bedeutenden internationalen Podien zu erleben; die beiden spielten auch schon mehrere CDs ein. Zu ihren weiteren Kammermusikpartnern zählen die Cellis- ten Daniel Müller-Schott, Sol Gabetta und Julian Steckel, der Klarinettist Jörg Widmann, der Geiger Christian Tetzlaff und das Armida Quartett. 2007 spielte Lauma Skride den Klavierzyklus Das Jahr von Fanny Hensel ein und wurde für diese Aufnahme mit dem Echo-Klassik als beste Nachwuchskünstlerin geehrt.

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BRAHMS STREICHSEXTETTE

Auch weiterhin hat man in dieser Saison die Gelegenheit, her- ausragende Kammermusik in der Laeiszhalle zu erleben, etwa das in Hamburg wohlbekannte Belcea Quartet im musikalischen Austausch mit dem spanischen Cuarteto Casals (Foto rechts). Auf dem Programm stehen die beiden wunderbaren Streich- sextette von Johannes Brahms, für die sich die beiden Quartette jeweils zwei Musiker vom anderen Quartett »ausleihen«. Statt also zu konkurrieren, beweisen die beiden Ausnahme-Ensem- bles auf diese Weise, dass es in der Musik immer auf das Mit- einander ankommt.

So, 28. Mai 2017 | Belcea Quartet und Cuarteto Casals BELCEA QUARTET / 19 Uhr | Einführung | Studio E CUARTETO CASALS 20 Uhr | Konzert | Laeiszhalle Kleiner Saal

Die Aufzeichnung des Konzerts in Ton, Bild oder Film ist nicht gestattet. STREICHSEXTETTE VON BRAHMS IMPRESSUM Herausgeber: HamburgMusik gGmbH – Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft Generalintendanz: Christoph Lieben-Seutter 28.5.2017 | 20 UHR Geschäftsführung: Jack F. Kurfess LAEISZHALLE KLEINER SAAL Redaktion: Clemens Matuschek, Simon Chlosta Gestaltung und Satz: breeder typo – alatur, musialczyk, reitemeyer TICKETS 040 357 666 66 Druck: Flyer-Druck.de WWW.ELBPHILHARMONIE.DE Anzeigenvertretung: Antje Sievert, +49 40 450 698 03 [email protected]

BILDNACHWEIS Tommaso Giordani: zeitgenössisches Porträt (National Portrait Gallery); Franz Schubert: Gemälde von Josef Abel, 1814 (Kunsthistorisches Museum Wien); Mikhail Gnesin (Russian Institute for the History of Art); Anton Arensky (unbezeichnet); Dmitri Schostakowitsch (un- bezeichnete Fotografie von 1940; Baiba Skride (Marco Borggreve); Gergana Gergova (Larry Horricks); Lise Berthaud (Neda Navaee); Harriet Krijgh (Nancy Horowitz); Lauma Skride (Marco Borggreve); Cuarteto Casals (Molina Visuals) BEI UNS SIND SIE IMMER AN DER WIR DANKEN UNSEREN PARTNERN ALLER- ERSTEN PRINCIPAL SPONSORS PRODUCT SPONSORS FÖRDERSTIFTUNGEN BMW Coca-Cola Stiftung Elbphilharmonie Montblanc Hawesko Klaus-Michael Kühne Stiftung ADRESSE SAP Lavazza Körber-Stiftung Meßmer Hans-Otto und Ruinart Engelke Schümann Stiftung FÜR GUTEN Störtebeker K. S. Fischer-Stiftung Haspa Musik Stiftung Hubertus Wald Stiftung WEIN AUS CLASSIC SPONSORS Ernst von Siemens Musikstiftung Aurubis Cyril & Jutta A. Palmer Stiftung Bankhaus Berenberg Mara & Holger Cassens Stiftung DER GANZEN Blohm+Voss Rudolf Augstein Stiftung Commerzbank AG DG HYP Freundeskreis Elbphilharmonie Reederei F. Laeisz + Laeiszhalle e.V. Gossler, Gobert & Wolters Gruppe WELT! Hamburger Feuerkasse Hamburger Sparkasse MEDIENPARTNER Hamburger Volksbank NDR HanseMerkur Versicherungs- Der Spiegel gruppe Byte FM HSH Nordbank VAN Magazin Jyske Bank A/S NDR Kultur KPMG AG KRAVAG-Versicherungen M.M.Warburg & CO FORDERN SIE sowie die Mitglieder des Elbphilharmonie Circle JETZT GRATIS UNSEREN NEUEN WEIN-KATALOG AN UNTER TEL. 04122 50 44 33

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