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Wissenschaftliche Zeitschrift der Hochschule für Architektur und Bauwesen 26. Jahrgang 1 1979 1 Heft 4/5

Larissa A. Shadowa Hinnerk Scheper und Boris Ender im Maljarstroj

über Verbindungen von Mitarbeitern des Bauhauses und sowjetischen Künstlern

In der Geschichte der wechselseitigen Verbindungen der Mit­ naher praktischer Aufgaben zu verbinden, indem sie in diesem arbeiter des Bauhauses und der Vertreter der sowjetischen Fall die Produktion hochwertiger Farben auf eine reale ma­ künstlerischen Kultur ist die Zusammenarbeit von H. Scheper terielle Basis stellten. Deshalb betrachteten sie die Aufgabe und B. Ender im Maljarstroj in Moskau (1930-31) nur eine der Farbgebung in der Architektur komplex, sowohl als künst• kleine Episode, die jedoch ihre Spur in den Menschen und lerische als auch als bautechnologische Aufgabe und als Pro­ ihrer schöpferischen Tätigkeit hinterlassen hat. blem der Farbenchemie. Die Wahl von Scheper als Berater Es trafen sich zwei Künstler: der eine - Schüler von Johan­ von Maljarstroj zu Problemen der Farbgestaltung erklärt sich nes Itten, der andere - von M. Matjuschin. Itten und Matju­ auch durch das Programm dieser Organisation, das auf eine schin waren Maler, die in die Geschichte der künstlerischen organische VerschmelZl\Jng künstlerischer und produktiver Tä• Kultur des 20. Jahrhunderts vor allem als Pädagogen und als ügkeit gerichtet war. Schöpfer origineller Farbsysteme eingegangen sind. Sowohl die Denn Scheper gehörte zu den ersten A!bsolventen des Bau­ Pädagogik Ittens als auch sein Farbsystem erhielten schon hauses (1919-22), und er erhielt gleichzeitig eine künstlerische längst internationale Anerkennung. Die ganze Bedeutung der und produktive Ausbildung. In seinem Gepäck befand sich die Pädagogik und des Farbsystems von Matjuschin ist nur im Ausbildung im Vorkurs Ittens, im Kurs Paul Klees, die Arbeit Laufe der Zeit voll und ganz zu erschließen. Jedoch schon an in der Werkstatt für Wandmalerei bei dem Formmeister Oskar der Grenze der 30er Jahre war die Zusammenarbeit von Schlemmer (und bei ]. Itten) sowie die Lehre bei dem We~k­ H. Scheper und B. Ender nicht nur eine Zusammenarbeit von meister C. Schlemmer.2 zwei eigenständigen Persönlichkeiten, sondern auch von zwei 1925 gehörte Scheper Zl\J den sechs ehemaligen Absolventen Schulen. des Bauhauses, zusammen mit Albers, Bayer, Breuer, Schmidt Was versteht man unter „Maljarstroj"? Wie und warum und Stölzl, die als Professoren an ihre alma mater in der neuen trafen sich in ihm H. Scheper und B. Ender? Wer waren sie? Etappe nach berufen wurden. Scheper wurde Leiter Maljarstroj ist die Bezeichnung einer staatlichen Firma oder, der Werkstatt für Wandmalerei des Bauhauses (von 1925 bis wie man damals sagte, eines Trusts, der in den Jahren 1928 1933) .3 bis 1929 beim Volkswirtschaftsrat der UdSSR geschaffen Im Unterschied zu den ehemaligen Leitern dieser Werkstatt, wurde. Für das gesamte Land wurde, wie man jetizt sagen die ihre Tätigkeit mit den Handwerksmeistern teilten, be­ wür·de, ein Design-Büro für die Farbgestaltung der baulichen herrschte Scheper Handwerk und Form gleichermaßen. Er Umwelt organisiert. Der Bedarf an einem solchen Büro ent­ wurde damit dem Wesen nach Vertreter eines neuen Berufes. stand unter den Bedingungen des 1. Fünfjahrplanes, der be­ Scheper (1897-1957) war in den Jahren, von denen hier die ginnenden Industria1isierung, des sich überall entfaltenden Rede ist, Professor des Bauhauses, der neuartige Spezialisten - Aufbaus und der Rekonstruktion alter Städte. Notwendig war Berater für Farbgebung - ausbildete. Die wichtigste Iehrprak­ es, die spontane Aktivität zur farblichen Gestaltung und Um­ tische Arbeit seiner Werkstatt wurde im Jahre 1926 die Farb­ gestaltung der Häuser so, wie sie manche Bauleute verstanden, gestaltung des neuen Bauhausgebäudes. w.ie sie manche Hausverwalter woll!!en und konnten, umzu­ Scheper löste die Farbgestaltung des Bauhauses als ganzheit­ wandeln in eine professionelle Tätigkeitssphäre. Dazu kam liche Komposition und nutzte dabei die kommunikativ-orien­ noch, daß hochweC

323 1 Boris Ender 2 Hinnerk Scheper des Eisenbahnerklubs des Bahnhofs Lublino von Borchert ver­ Scheper hat es nicht gelobt, obwohl er es völlig billigte. Auf öffentlicht), von Gesellschafts- und Produktionsbauten, zum ein D etail hat sich AntokolskijS gestürzt, aber ich habe mich Beispiel des Volkskommissariats für Bildung, des Instituts zur verteidigt, und ich wurde unterstützt. Das bedeutet, in der Erforschung von Flugapparaten, ZAGI u. a.6 Auffassung stimmen wir mit den Deutschen überein. Inter,es­ Das wichtigste Glied in der Tätigkeit von Maljarstroj war sant ist, daß May9 (der im Frühling gekommen ist), nach Mos­ das von Scheper organisierte Entwurfsbüro, wo Skizzen, Pro­ kau kommt und den gesamten Aufbau in der Sowjetunion zu jekte und Pläne für die Farbgebung von Gebäuden angefertigt übernehmen beabsichtigt. Scheper und May stehen auf einer wurden. Gerade das Projektierungsbüro verwandelte Maljar­ gemeinsamen Plattform, allmählich versammeln sich die besten stroj in ein Musterbeispiel einer modernen Designfirma, die Leute bei uns in der Sowjetunion ... " „ 9. 8. 1930 ... Scheper auf Farbgestaltung der Architektur spezialisiert war. schickt.e mich ins ZAGI (Institut zur Erforschung von Flug­ Im Frühjahr 1930 begann im Maljarstroj unter Schepers Lei­ apparaten). Heute führte ich die erste völlig selbständige Ar­ tung der Kunstmaler Boris Ender (1893-1960) zu arbeiten. beit durch, wenn auch eine nicht sehr große. Ich mußte an Ort Er hatte die Petrograder Akademie ,der Künste in der Werk­ und Stelle den Anstrich von 6 Labors in einem zweigeschossi­ statt Matjuschins (1919-1922) absolviert. Danach arbeitete er gen Gebäude bestimmen. Verstehst Du, ich kam an und be­ in der Abteilung für organische Kultur, die im Petrograder gann sofort zu arbeiten, konnte mich mit niemandem beraten. GINCHUK (Staatliches Institut für Künstlerische Kultur) von Ich bin zufrieden. Ohne mich wird man Proben nach meinen Matjuschin geleitet wurde, wo Forschungen ·auf dem Gebiet Mustern machen. Und morgen ist Scheper wegen einer ande­ der Psychophysiologie, der Wahrnehmung von Farbe und Form ren Sache hierher bestellt und wird sich dabei ansehen, was ich durchgeführt wurden. Später war er im Staatlichen Institut gemacht habe ... "10 der Geschichte der Kunst GIII (1923-27) tätig. Die Arbeit Die uns zur Verfügung stehenden Briefe Schepers zeugen Enders war sowohl eine schöpferische in der Malerei. als davon, daß die ursprünglich offiziellen Beziehungen Schepers auch eine experimentelle Forschungsarbeit, die von seinem und Enders als die eines Leiters und seines Untergebenen phänomenalen Gefühl für Farbe zeugt. Nach dem Ausspruch schnell in eine schöpferische Freundschaft übergingen: eines seiner Freunde war er ein sehr farbempfindsamer Mensch. „Mein lieber Ender, ich danke Dir herzlich für Deine Nach­ Im Jahre 1927 siedelte Ender in die Hauptstadt über. Er richt. Bitte sei nicht böse. Ich wurde im letzten Moment auf­ fand Arbeit im Maljarstroj, was zu einem Wendepunkt in sei­ gefordert, mich an der Bauausstellung zu beteiligen, schade, ner Entwicklung als künstlerischer Berater für Farbe wurde. daß Ihr nicht sehen könnt. Ich freue mich auf Moskau und auf Eine der produktivsten Phasen schöpferischer Tätigkeit begann. 7 Euch. Am 1. Juni kommen wir an!!! 1000 herzliche Grüße Ender kam als Neuling auf dem Gebiet der Farbgestaltung Euer Hinnerk Scheper." in der Architektur in den Maljarstroj, und es ist verständlich, daß er sich in seinem Verhältnis zu Scheper anfangs als Schüler So schreibt er am 2. 5. 1931 auf einer Ansichtskarte mit der fühlte. Übrigens scheute Erider niemals das Studieren, sondern Ansicht des Hauses für Lehrer, in dem seine Familie wohnte. verband es untrennbar mit dem Prozeß schöpferischen Wach­ Im Sommer 1931 kam Scheper nach Moskau, und im Herbs·t sens. Der fleißige Schüler begann sofort, Selbständigkeit in der fuhr er wieder wrÜck nach Deutschland. Aus D essau schrieb AI"beit zu zeigen. Eine Vor.stellung über den Charakter der er am 6. 11. 1931: Beziehungen zu Scheper vermitteln Briefe Enders an seine „Mein lieber Ender ... Von Euch hörte ich einiges durch Frau: „24. 7. 1930 ... Ich arbeite gut. Ich .beende das Projekt Borchert. Ich lebe noch sehr mit Euch und Burer oder unserer des Gebäudes des Volkskommissariats für Bildung . . . Das Arbeit. Hoffentlich kann ~eh das Begonnene im nächsten Som­ Projekt, glaube ich, · ist ganz gut ge1ungen. Man lobt es. Aber mer fortsetzen. Inzwischen wer·de. ich mancherlei neue Erfah-

32-4 rungen gesammelt haben. Ich arbeite in diesen Tagen se hr in­ tensiv an der E inrichtu ng mein er \X'erkstatt . . . Heute nur kurz diese paar Zei len und ei nen herzlichen G ru ß für Dich und D eine Frau. Bitte grü ße auch all e im Büro . . . Dein Hi nn erk Sch eper. "Jl Offensichtlich ha ben zwi schen den Familien Scheper und Ender enge, freun dschaftliche Beziehungen bestanden. Frau Ender erzählt zum Beispiel über g:: m:: insame Skiausflü ge, dar­ über, daß Scheper, besorgt um Ender, ihm sein en warmen Ma ntel dagelassen hat, als er im Herbst 1931 wegfuhr. Zur Freundsch aft der bei den Künstler trug wahrsch einlich auch Enders gute Kenntnis der deutsch en Sprache bei. Sein Urgroß• vater war ein Glasgestalte r aus Sachsen, der nach Petersburg umsiedelte. Der Tradition nach wurden dort alle Kinder der Familie in die deutsche Petersschule g,eschickt. Vielbedeutend sind die Worte : „Ich lebe ... mit Euch und Eurer oder unserer Arbeit." Es scheint klar, was Scheper Ender 3 Scheper mit Molerbrigode auf fachlichem Gebiet geben konnte. Nebenbei gesagt, di·e Auffassungen zur Farbgestaltung in einem schöpferischen Kollektiv unter der Leitung Suetins, des der Architektur in Moskau hatte Scheper in dem Artikel „Farbe begabtesten Schülers Malewitsch s. und Architektur", der in der Zeitschrift „Maljarnoje Delo" 1940- 1941 gestaltete Ender zusammen mit Suetin und Rosch­ (1930, Nr. 1-2) erschienen ist, dargelegt. Es erhebt sich aber destwenski eine Ausstellung, die dem 100. Todes tag Lermon­ die Frage, was Ender Scheper geben konnte. Man muß etwas tows gewidmet war. Zum ersten Mal wurde eine Literatur­ zur Eigenart der künstlerischen Persönlichkeit Enders sagen, auss tellung als ein künstlerisches Werk realisiert. Jedoch fi el etwas zu den Besonderheiten seiner Darstellungen bei der der Todestag des Poeten mit dem Beginn des Großen Vater­ Farbgestaltung der gegenständlich-räumlichen Umwelt. ländischen Krieges zusammen. Die Auss tellung wurde nicht Die Hauptarbeiten Enders auf dem Gebiet der Architektur eröffnet. entstanden in den 30er Jahren, das heißt, nach Schepers Ab­ N ach der Errichtung der faschistischen Diktatur in D eutsch­ reise nach Deutschland. Ihm oblag die Farbgestaltung einiger land zerrissen die Verbindungen zwi schen Ender und Scheper. 12 Säle der Tretjakow-Galerie in der Zeit von 1933-1935. Er Aber auf dem Höhepunkt seiner Arbeiten auf dem Gebi et der verwirklichte auch die farbliche Umgestaltung des alten klassi­ Farbgestaltung erinnert sich Ender in seinem Tagebu ch: zistischen Gebäudes des Sanatoriums „Uskoje" (1935) und die 20. 7. 35 Farbgestaltung des neuerbauten Sanatoriums in Barwich (1935) „In meiner Arbeit zur Kunst der Farbabstufung sind 2 Be­ sowie des neuen Wohnhauses des NKPS in Moskau 1935. sonderheiten: einerseits begründe ich meine Arbei t über die Ender und seine Schwester - auch eine Künstlerin - waren Farbe wissenschaftlich (was nicht einmal die Deutschen, z. B. zusammen Autoren und Ratgeber bei der Farbgestaltung der Scheper, machen) . Andererseits gebe ich die Farbabstufungen sowjetischen Pavillons auf den internationalen Ausstellungen (Farbtöne) aus meinen Händen direkt in die Produktion (das 1937 in Paris und 1939 in New York. Hier arbeitete Ender in hat mich Scheper gelehrt) ."

.C Hinnerk Scheper: Farbgestaltungsprojekt zum Wohnhaus des Volkskommissariats für Finanzen

325 5 Erich Borchert: Forbgestoltungsprojekt für den Eisenbohnerklub des Bahnhofs Lublino

11. 6. 36 strebte Ender danach, eine räumliche Empfindung der Farbe „Ich erinnere mich an den Deutschen Scheper, wie er es ver­ zu verwirklichen. In seinen Aquarellen entwickeln sich die stand, lebensfroh zu sein und lebensfroh zu arbeiten." Farbformen nach komplizierten Kurven. Er strebre danach, Zur Zeit des Treffens mit Scheper war Ender ein absolut ein plastisches Äquivalent der Farbdynamik der Naturkon­ entwickelter Maler. traste zu finden. Alle Besonderheiten der Farbgestaltungsmethode Enders Die Grundlagen der Farbenlehre Ittens verfestigen sich im waren schon in seiner Malerei enthalten. Sein künstlerisches Vorkurs des Bauhauses, den auch Scheper absolvierten.14 Dieses Erbe der 20er Jahre auf dem Gebiet der Malerei sind vor System basiert in erster Linie auf der Analyse der Kunst der allem Aquarelle. Es handelt sich um eine sehr feine Malerei Farbe bei den alten und neuen Meistern. mit Hilfe komplizierter Farbbeziehungen, die den Reichtum Ihre Grammatik besteht im allseitigen Durchdenken der ver­ der geistigen Beziehungen Mensch - Natur verkörpern sollte. schiedenen Typen von Farbkontrasten: „Die Kontrasteffekte Durch die maximale Nutzung der Farbmöglichkeiten erin­ und ihrer Klassifizierung stellen den erfolgversprechendsten nert seine Malerei an die Klees. Ausgangspunkt für das Studium der Farbästhetik dar."15 Ein unveränderlicher Zug der Malerei Enders - der gegen­ Die Farbenlehre Matjuschins erfaßt produktiv nur den Kon­ ständlichen und der nichtgegenständlichen - ist die Verbindung trast der Komplementärfarben.16 In der experimentellen Unter­ mit der Natur. suchung betrachtet Matjuschin dieses Grundgesetz der Farb­ Er begann die Arbeit mit dem Aufzeichnen einer konkreten harmonie als einen zeitlich aufeinanderfolgenden Kontrast, wo­ Landschaft mit einer langen Beobachtung des Lebens, jeder bei eine Farbe eine andere hervorbringt und zwei neue eine Farbe in der Natur, ihren gegenseitigen Schwingungen und dritte. So werden Drei-Farben-Harmonien geschaffen als Wech­ Veränderungen. selbeziehungen: 1. der wirkenden Hauptfarbe; 2. der von ihr „ ... die Natur besticht nicht durch grelle, einzelne Farben, abhängigen Farbe der Umgebung; 3. einer sie verknüpfenden sondern durch die Harmonie, die durch ihre Organisation be­ mittleren Farbe, die im „Farbenhandbuch"17 dargestellt sind. eindruckt, durch die ihr eigene eutralisierung greller Töne. Ender schuf für die Architektur, ausgehend von dieser Gesetz­ Die Farbe in der Natur entzückt nicht durch ihre dekora­ mäßigkeit, Sätze von 3, 5, 7 und mehr Farben. In seinem Farb­ tive Kraft, sondern durch den Eindruck des Vergleichens mit system versuchte Matjuschin, den klassischen Kanon der Farben­ anderen Farben. Hellblau - dunkelblau, blau - grün, violett. harmonie im Lichte neuer wissenschaftlicher Vorstellungen über Die Abstufungen des Violett: rein blau - violett. Grün - gelb Raum und Zeit, im Lichte neuer Ergebnisse der Wahrneh­ - rosa - violett. Blau - violett - grau." - schreibt er Juli 1935.13 mungspsychologie zu verwirklichen. Ausgehend von der Theorie des erweiterten Sehens Matju­ Scheper und Ender ergänzten einander gleichsam. Sie stan­ schins, nach der der Künstler danach streben soll, alle Farben den im Verhältnis zweier schöpferischer Berufskünsder, die und Formen in der Natur gleichzeitig allseitig anzuwenden, auch in gemeinsamer Arbeit immer sie selbst geblieben sind.

326 Anmerkungen 7 Vgl. L. Shadowa, B. Ender - Begründer der Polychromie in der UdSSR. Technitscheskaja Estetika H . 7/1975 l In Heft 1-2/1930 der Zeitschrift Maljarnoe dclo ist ein Gruß der S L. Antokolskij war Künstler im Maljarstroj und stellvertretender Re­ ASNOWA für die neue Zeitschrift abgedruckt. Es enthält auch eine dakteur für den wissenschaftlich-künstlerischen Teil der Zeitschrift Information über das den Problemen der Farbe gewidmete Heft 211929 Maljarnoe delo der Zeitschrift SA. In Heft 1/1931 von Maljarnoe delo wurde der ~Es ist der Architekt Ernst May gemeint Aufsatz von M. Ginsburg „Farbe in der Architektur" nachgedruckt 10 Brief Boris Enders, auch seine in ZGALI vorhandenen Tagebücher 2 Die Werkstatt für Wandmalerei des Bauhauses leiteten 1919-1922 11 Die Originale der Briefe Schepers an Ender wurden von M. T. Ender gemeinsam die Maler 0. Schlemmer und ]. Itten. Werkmeister war an ZGALI übergeben C. Schlemmer l 2 Vgl. L. Shadowa, B. Ender. Iskusstwo H. 6/1976 3 Während der Zeit seiner Tätigkeit in der UdSSR wurde H. Scheper l3 Viele Tagebuchnotizen Enders stellen im Komplex gesehen eine theo­ von A. Arndt vertreten retische und praktische Einführung in die Farbe dar "Die ursprüngliche Bemalung des Gebäudes wurde vollständig erneuert. 11. Endgültig zusammengefaßt wurden sie nach mehr als vierzigjähriger Diese Restaurierungsarbeiten waren Bestandteil des Praktikums von Erfahrung im Buch : , The Art of Color. Rein hold Studenten der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. P.ublishing Corporation 1961 Vgl. Form und Zweck, H. 6/ 1976, S. 19-21 1:; ]. Itte11: A. a. 0., S. 22 5 M. Ginsburg: Farbe in der Architektur. SA 2/1929, S. 75 lG In der Farbenlehre Ittens werden sieben Typen farblicher Kontraste 6 Die Geschichte des Maljarstroj ist noch nicht geschrieben. So ist es betrachtet: 1. K. von Farben, 2. K. von Licht und Schatten, 3. K. kal­ nicht möglich, die Projekte, die Scheper wie auch andere Künstler im ter und warmer Töne, 4. K. der Komplementärfarben, 5. Simultan­ Maljarstroj ausführten, zu charakterisieren. In der Information zu den kontrast, 6. K. nach der Sättigung, 7. K. nach der Ausdehnung Farbtafeln z. B., die sich in H. 3-4/1930 der Maljarnoe delo befinden 17 Das „Handbuch der Farbe" von M. W. Matjuschin erschien 1932 im (BI. 4-6), wird mitgeteilt, daß von Scheper Projekte für die äußere Staatsverlag für bildende Kunst in Leningrad, Redakteur war 1. Titow. Farbgestaltung von Gebäuden verschiedener Zweckbestimmung des Das Handbuch besteht aus 4 Heften mit Tafeln zur Farbenharmonie Getreidesowchos „Werbljud" ausgeführt wurden. Unter den erwähnten (dreifarbig) und einem großen Aufsatz von M. W . Matjuschin über Farbtafeln befinden sich jedoch keine Raumskizzen, so daß schwer zu „Gesetzmäßigkeit der Veränderlichkeit von Farbkompositionen". Vgl. sagen ist, welche Räume er gestaltete L. Shadowa, Das Farbsystem Matjuschins. Jskusstwo H. 8/1974

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