DONNERSTAG
6. MAI 2021
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Inlandꢀ|ꢀ11
Rechtstipp
Die Zweithöchsten haben es in sich
Auch medizinische Gutachten sind anfechtbar
Einblicke Der Extremberg-
steiger Hans Kammerlander bezwang die höchsten Berge der Welt. Im TAK berichtete der Südtiroler über sein Projekt Seven «Second Summits».
uch er ist älter geworden. In jungen Jahren geradezu klettersüchtig, seien allein die hohen Berge sein
In seinem Vortrag nahm der Bergsteiger Beat Kammerlander am Dienstag die Besucher mit auf eine malerische und spannende Reise rund um die Erde.
(Foto: Paul Trummer)
REINHARD PITSCHMANN
A
RECHTSANWALT, LIECHTENSTEIN / ÖSTERREICH
Ziel gewesen, sagte Kammerlander. Heute gelte seine Aufmerksamkeit vermehrt auch den Kulturen der er Oberste Gerichtshof hat in Länder, den Menschen und ihrer einer Entscheidung klarge- Lebensweise, der Natur, den faszistellt, dass ärztliche Unterla- nierenden Landschaften, die er für gen/Gutachten zwingend ei- seine Touren bereiste.
D
ne zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten müs-
Weniger «Bergsteiger-Rummel»
den zweithöchsten Bergen auch we- Ojos del Salado (6893 m) in der ar- werden, was den Bergsteiger nicht sen, in dem für die Rechtsanwender Vor Jahren entschloss er sich, nach- niger «Bergsteiger-Rummel». Die gentinischen Atacamawüste, am von weiteren Anläufen in den Folgenachvollziehbar und schlüssig der Ver- dem er zusammen mit Reinhold höchsten Gipfel aller sieben Konti- Mount Logan (5956 m) in Nordame- jahren abzuhalten vermochte. Den lauf des Gesundheitszustandes der Messner 7 der 14 Achttausender be- nente seien zur «Katalogware» ver- rika, am Gora Dyckh Tau (5202 m) in Mount Logan in Nordamerika beversicherten Person dargestellt wird. stiegen hatte, die jeweils zweithöchs- kommen, so Kammerlander. In einem aktuellen Fall wurde der Re- ten Gipfel, die «Second Summits» vision Folge gegeben und das Urteil der sieben Kontinente unserer Erde
Russland, am afrikanischen Mount stieg er zweimal, nachdem es vorü- Kenia (5199 m), am Puncak Trikora bergehend Irritationen darüber ge(4730 m) im Urwald von Papaneu- geben hatte, ob Kammerlander
Vom fehlenden Eispickel
aufgehoben, nachdem der Oberste Ge- zu besteigen. Darin sah er sowohl lo- In seinem Vortrag nahm der Berg- guinea und am eisigen Mount Tyree beim ersten Versuch den Hauptgiprichtshof feststellte, dass das entspre- gistisch wie alpinistisch gesehen ei- steiger am Dienstag die Besucher (4852 m) in der einsamen Antarktis. fel erreicht hatte. Auf seinem Gipfelchende Gutachten die von der Recht- ne viel grössere Herausforderung, mit auf eine malerische und span- Die Begegnung mit den Urwaldmen- Foto fehlte der Eispickel, den ein sprechung formulierten Anforderun- denn die meisten der Zweithöchsten nende Reise rund um die Erde. An- schen – sie unterstützten und be- früherer Besteiger auf dem Gipfel gen an eine Beweiskraft nicht erfüllt. sind umständlicher zu erreichen hand eindrucksvoller Bilder und treuten die Europäer auf selbstlose deponiert hatte. Kammerlander Die Schlussfolgerungen seien weder und schwerer zu besteigen als ihre Filmaufnahmen berichtete er von Art – hat den Südtiroler nachhaltig machte sich nochmals auf nach schlüssig noch nachvollziehbar, zumal oft nur unwesentlich höheren Nach- gelungenen und auch misslungenen beeindruckt. Dazu Kammerlander: Amerika und korrigierte den angebeine Auseinandersetzung mit anderen barn. Aufgrund der technisch höhe- Touren, von Kletterpartien in extre- «Das Schwierigste war, dass wir uns lichen «Fehler», indem er seinen eimedizinischen Unterlagen unterblie- ren Anforderungen, welche die Rou- men klimatischen Bedingungen und sprachlich überhaupt nicht verstän- genen Eispickel auf dem Mount Lo-
- ben worden ist.
- ten an diesen Bergen im Vergleich zu auch Skiabfahrten auf eisigen Flan- digen konnten.»
denen auf die «Seven Summits» an ken. Es waren beeindruckende Er- Witterungsbedingt mussten hin und kussionen in der Öffentlichkeit bedie Bergsteiger stellen, herrscht an lebnisse am K2 (8611 m) in Asien, am wieder Expeditionen abgebrochen endete. (hs) gan hinterliess und damit alle Dis-
- benso wie es für den Begriff
- Übersetzungsprogramme, Bilder-
kennungsprogramme oder auch digitale Sprachassistenten genannt. Der Einsatz von KI durchdringt be-
- erkennen oder Handlungen daraus
- warnen allerdings vor den Gefah-
Den Daten auf der Spur
Intelligenz keine allgemein gültige Definition gibt, existiert auch keine einheitliche ableiten. Durch die enorme Rechen- ren, die von KI ausgehen und forkapazität können beispielsweise Millionen von Gesichtern in sehr reits heute wesentliche Bereiche un- kurzer Zeit verglichen, erkannt und dern sogar einen gesetzlich angeordneten Aufschub für die Weiterentwicklung von KI. Als Beispiele für mögliche Gefahren können die Entwicklung und der Einsatz autonomer Waffensysteme oder die mittels sogenannter Deep-Fake-Technologie gezielte Verbreitung von
Was ist Künstliche
E
Intelligenz
?
Definition für die Bezeichnung Künstliche Intelligenz (KI). Microsoft beispielsweise versteht unter KI solche Technologien, die menschliche Fähigkeiten im Sehen, Hören, Analysieren, Entscheiden und Handeln ergänzen und stärken. Etwas allgemeiner formuliert ist die KI ein Teilgebiet der Informatik, welches sich mit der Erforschung von Mechanismen des intelligenten seres Lebens wie Gesundheit, Energie, Klimaforschung, Verkehr, etc. entsprechend zugeordnet werden. Dabei sind unter anderem die Trainingsdaten ausschlaggebend für den Erfolg des gewünschten Endergebnisses. Oft wird zwischen
Chancen und Gefahren von Weiterentwicklungen der KI
Doch auf welchen Grundlagen basiert moderne KI? Wie eingangs erwähnt, basiert moderne KI vorwiegend auf mehreren Methoden bzw. Technologien. In diesem Zusammenhang fallen oft Begriffe wie maschinelles Lernen, deep learning (mehrschichtiges Lernen) oder
- schwacher und starker KI unter-
- Falschinformationen gesehen wer-
schieden. Alle bisherigen im Einsatz den. Die Europäische Kommission befindlichen Lösungen sind Ausprä- hat in diesem Zusammenhang kürzgungen schwacher KI. Das heisst, schwache KI ist jeweils nur in einem sehr spezifischen Gebiet einsetzbar lich den weltweit ersten Rechtsrahmen für KI vorgelegt. «Dabei sollen
- KI-Systeme, die die Sicherheit, die
- menschlichen Verhaltens befasst.
Doch weshalb hat das Forschungsgebiet der KI in den letzten Jahren einen solchen Aufschwung erlebt und ist medial allgegenwärtig wahrnehmbar? Welche Herausforderungen sollen bzw. können mit KI gelöst werden? Welche Chancen und Risiken bestehen? und kann somit keine bereichsüber- Lebensgrundlagen und die Rechte greifenden Fragestellungen beantworten. Im Gegensatz dazu wäre eine starke KI in der Lage, selbstständer Menschen bedrohen, verboten werden. Für KI-Systeme mit hohem Risiko sollen strenge Vorgaben gel-
RUBEN RHEINBERGER
künstliche neuronale Netze. Ohne näher auf diese Begriffe eingehen zu wollen, soll an dieser Stelle eine einfache Beschreibung der Funktionsweise erfolgen. Je nach Ausprä- gung des KI-Systems basiert der Lernprozess auf einer sehr grossen Datenmenge, mit der das KI-System trainiert wird. Im Gegensatz zu re-
TECHNIKER, DATENSCHUTZSTELLE
dig Probleme zu erkennen, neue Lö- ten, die erfüllt sein müssen, bevor tungshaltung an die KI. Durch die stetig wachsenden Rechenkapazitä- ten als auch die verfügbaren Datenmengen (Big Data) sowie die leistungsfähigeren Algorithmen (systematische, endliche Handlungsanweisungen zur Lösung eines Problems) konnten in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge im Zusammenhang mit KI erzielt werden. sungsansätze bereichsübergreifend zu entwickeln und entsprechende Handlungen auszulösen bzw. Entscheidungen – auch bei Unsicherheiten – zu treffen. Bis heute gelang es jedoch nicht, eine solche starke KI sie auf den Markt gebracht werden», sagte Exekutiv-Vizepräsidentin Margrethe Vestager.
Im Alltag angekommen
Das komplexe Thema KI kann in diesem Artikel nur grob umrissen werden. Der Begriff der KI wurde bereits in den 1950er-Jahren vom amerikanischen Informatiker John McCarthy geprägt. Ebenso lange wird bereits an der KI geforscht. Aufgrund verschiedener Erkenntnisse gab es immer wieder Hochs und Tiefs hinsichtlich der Erwar-
Fragen?
gelbasierten Systemen, das sind Sys- zu erschaffen. teme, die mittels exakter Beschreibung (z. B. mittels Programmiercode) einer definierten Anweisung
Einige Experten schätzen das zu-
Im Rahmen dieser neuen Gastbeitragsreihe widmet sich die liechtensteinische Datenschutzstelle diversen Datenschutzthemen. Brennt
Ihnen eine Frage zum Datenschutz unter den Nägeln, dann schreiben Sie uns an [email protected].
künftige Potenzial von KI, in Kombination mit weiteren technologi-
- schen Entwicklungen, als beinahe
- Konkrete Anwendungen werden be- folgen, sind KI-Systeme in der Lage,
reits im Alltag, oft ohne es zu wissen, genutzt. Als Beispiele seien an dieser Stelle digitale Fotokameras ihre Erkenntnisse zusätzlich auf un- grenzenlos ein, um gesellschaftli-
- bekannte Datensätze anzuwenden.
- che Herausforderungen zu lösen.
Andere Experten von führenden Universitäten und Unternehmen
Somit können KI-Systeme – mit ge-
(Bildoptimierung bei Smartphones), wissen Einschränkungen – Muster
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