1 Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft Jahrbuch 2015 Sonderdruck Seiten 13–40 J . C RAMER Verlag · Braunschweig 2016 http://www.digibib.tu-bs.de/?docid=00063181 Ein Braunschweiger kehrtPL zurück:ENARSITZUNG Der Philosophieprofessor E Willy N Moog (1888–1935) 13 NEUJAHRSSITZUNG AM 10.01.2015 Ein Braunschweiger kehrt zurück: Der Philosophieprofessor Willy Moog (1888–1935) NICOLE C. KARAFYLLIS TU Braunschweig, Seminar für Philosophie, Bienroder Weg 80, D-38106 Braunschweig E-Mail:
[email protected], www.tu-bs.de/philosophie 1. Einführung Der Januar ist ein Monat des Anfangs, in dem man nach vorne drängt, gegebe- nenfalls auch noch die guten Vorsätze versucht, in die Praxis umzusetzen. Die Geschichte des Wortes „Januar“ führt zu dem römischen Gott Ianus, dem Gott des Anfangs und des Endes und Hüter der Tore. Er wird klassischerweise mit zwei Gesichtern dargestellt: eines, um nach vorne zu sehen, aber ein zweites, um zurückzublicken. Das Neue ist eben nur neu in Kenntnis des Alten. Deshalb sei für den Neujahrsvortrag1 ein Thema gewählt, das ein Tor zur jüngeren Vergan- genheit bildet: die Geschichte von Willy Moog, dem Philosophieprofessor. Hier an der TU bzw. damals TH Braunschweig hat Moog das philosophische Institut vor 90 Jahren begründet. Und hier in Braunschweig hat er sich elf Jahre später, am 24. Oktober 1935, in die Oker gestürzt und seinem Leben ein Ende bereitet. Nur 47 Jahre alt ist er geworden. Er war einer der besten seines Faches und in der akademischen Welt seiner Zeit hoch angesehen. Allein 14 Monographien hat er veröffentlicht. Hinzu kommen zahlreiche Aufsätze, Rezensionen und Heraus- geberschaften. Über weite Teile hatte er wohl ein glückliches Leben; auf jeden Fall aber ein sehr produktives.