XVIII. Die Auswanderung Aus Makedonien

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XVIII.

Die Auswanderung aus Makedonien

Christos Mandatzis

Makedonien, immer schon ein traditionelles Zentrum des Zusammentreffens, der Kommunikation und der Koexistenz der Balkanvölker, war eine der dynamischsten Regionen des Balkans, ein Raum, wo sich zahlreiche der sozioökonomischen Aktivitäten der Balkanländer entwickelten. Gleichzeitig stellte es den Schauplatz zahlreicher Kriege und Zusammenstöße und somit den Gegenstand von Ansprüchen dar, die alle Nachbarländer mit militärischen und diplomatischen Mitteln durchzusetzen versuchten. Außerdem war Makedonien auch eine Region, in der sich umfassende – vorübergehende oder bleibende – Migrations- oder Auswanderungsbewegungen aus diesen Ländern vollzogen.

Diese Studie soll die Aspekte der Entwicklung des Auswanderungsphänomens in
Makedonien, insbesondere vom Ende des 19. bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, beleuchten. Dabei werden die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Ursachen, die zum Auftreten dieses Phänomens führten und jeweils auch die Art und Weise beeinflussten, wie diese Migration sich entwickelte, nur kurz berührt werden. Denn diese Ursachen, die direkt mit der Geschichte der Region in Verbindung stehen, werden anderswo ausführlich behandelt.

Von primärem Interesse ist dabei die Abwanderung von Bewohnern Makedoniens in
Länder des Auslandes, wo sie sich gewöhnlich bessere Perspektiven für ihr persönliches oder familiäres Leben erhofften. Nicht berücksichtigt werden dabei andere Massenmigrationsbewegungen (sei es in Form freiwilliger Abwanderungen oder erzwungener Vertreibung), wie sie im 20. Jahrhundert auf Grund der politischen Entwicklungen oder der Änderungen des Grenzverlaufs auf dem Balkan stattfanden, meist im Anschluss an bewaffnete Konflikte und internationale Abkommen, wie z.B. die mehr als siebzehn Migrationsströme (oder zutreffender Flüchtlingsströme), die in Makedonien im Zeitraum von 1912 bis 1924 zu verzeichnen waren, oder die Abwanderung von etwa 56.000 Personen, die nach dem Ende des griechischen Bürgerkriegs in die Länder des damaligen Ostblocks flohen.

In der Emigrationsgeschichte Makedoniens lassen sich im Wesentlichen sechs
Zeiträume erkennen (wie auch in der Emigrationsgeschichte des Griechenlands der Neuzeit im Allgemeinen), und zwar im 19. Jahrhundert, 1890-1920, 1920-1940, 1941-1954, 1955- 1977 und zwischen 1977-19841.

1. Die migratorische Vergangenheit von Makedonien

Bereits im 16. Jahrhundert führte der geringe Bedarf an Bauern in den wenig fruchtbaren Ebenen von Makedonien (wie etwa in den Landgütern in den Ebenen von Thessalien) zu den ersten beachtenswerten Migrationsströmen innerhalb dieser Regionen. Später (gegen Ende des 17. Jahrhunderts, während des 18. Jahrhunderts sowie zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit der Bildung von Landgütern) riefen die feudalistischen Umwälzungen zur Einnahme und zur Kontrolle der nicht bebauten staatlichen Böden zu einer breiten Abwanderung der einheimischen Bevölkerung Makedoniens nach Bulgarien.

Die Armut und die unerträgliche Sklaverei verstärkten den Strom jener, die aus Makedonien in jene Länder des Osmanischen Reichs, in Länder der weiteren Balkanregion oder des übrigen Europas abwanderten, wo die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen besser waren. Die ersten Emigranten, die nach dem Fall von Konstantinopel bis zum 18. Jahrhundert abwanderten, taten dies, da die Gebirgs- und Wald- und abgelegenen Randgebiete Makedoniens nicht die Bevölkerung ernähren konnten, die vor den Unterdrückungen der Osmanen in

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417 diese Regionen geflohen waren. Weitere Gründe waren das allgemeine Fehlen von Sicherheit, insbesondere in den nördlichen Regionen von Griechenland, nach dem 17. Jahrhundert, die Wiederaufnahme von Wirtschaftskontakten zwischen Westen und Osten, die nach dem Fall der byzantinischen Hauptstadt unterbrochen wurden, sowie die Verringerung der Bevölkerung in den benachbarten ungarischen Provinzen des Habsburgerreichs.

Die Tendenz der Makedonier zur Emigration wurde durch die geographische Nähe der
Städte, Kleinstädte oder Dörfer insbesondere von Westmakedonien zu Italien und Venedig, zu den südlichen Balkanländern und Mitteleuropa über das Tal des Aliakmon, des Axios, des Morava und der Donau, erleichtert.

Nach 1600 nahm die Emigrationsbewegung aus Makedonien nach Serbien, Rumänien und insbesondere nach Österreich-Ungarn deutlich zu. Von Siatista und Kastoria, von Kozani und Grevena brachen die Karavanen in Richtung Belgrad, Zemun, Wien und Budapest auf. Andere Wege führten von Thessaloniki nach Sofia, Vidin und von dort nach Wien oder in die Walachei oder Moldavien. Makedonische Emigranten aus Kozani, Siatista, Naoussa, Selitsa, aber auch aus Veria, Kastoria, Vogatsiko, Doirani, Servia, Moschopoli, Serres, Thessaloniki, Monastir, Gavrovo gründeten bereits während des 18. Jahrhunderts Handels- und GewerbeKolonien sowie Handels- und Finanzhäuser in Ungarn und Österreich.

Die Emigranten verbrachten Monate oder auch Jahre in der Fremde, insbesondere als
Saisonarbeiter, aber auch als Handwerker – Bauarbeiter, Schreiner, Schmiede, Erfahrene oder Lehrlinge – oder als Händler, die für eine längere Zeit, von fünf bis zwanzig Jahren, im Ausland blieben, meist mit dem Ziel des Erwerbs von Reichtum. Während dieser frühen Phase war eine Abwanderung der ganzen Familie eher die Ausnahme. In der Regel ging der Mann der Familie ins Ausland, um mit der Zeit eines oder mehrere männliche Mitglieder der Familie und seltener die Ehefrau nachzuholen. Irgendwann wurde dieser Aufenthalt dann zu einem dauerhaften.

Der nächste Emigrationsstrom begann im Jahr 1804 und erreichte im Jahr 1830 seinen
Höhepunkt. Hauptgrund war die Hoffnung auf Reichtum im damals halbautonomen Serbien sowie das Scheitern der Aufstandsbewegung in Makedonien in den Jahren 1821-22. Die Gemetzel und Plündereien, die auf die Unterdrückung der Bewegung folgten, veranlassten viele Makedonier aus Kleissoura, Siatista, Pissoderi, Selitsa, Serres, Katranitsa (Pyrgoi), Eordaia, Thessaloniki, Vlatsi und Meleniko dazu, ihre Heimat zu verlassen, und sich in Städten wie Nis, Kragoujevats und anderen kleineren Städten, in Belgrad, Zemun, Novi Sad, Zagreb u.a. niederzulassen. Vorrangige Tätigkeitsbereiche waren der Handel und damit verwandte Arbeiten, wie der Bank-, Post, Transport- und Kommunikationssektor. Eine fundierte Untersuchung bestätigt die Niederlassung der Griechen in Regionen, die für den Handel, den Erwerb von wirtschaftlichem Wohlstand und die Gründung von Unternehmen geeignet und günstig waren, wie es später in Kanada, den USA und Australien der Fall sein sollte2.

2. Der Zeitraum 1890 – 1920

Während des letzten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts begann die Abwanderung aus der europäischen Türkei und dem damals von den Türken beherrschten Makedonien auf den amerikanischen Kontinent (etwa zur gleichen Zeit, als auch allgemein die griechische Migrationsbewegung in die USA einsetzte). Jener Zeit waren eine starke Assimilierungspolitik der Nationalstaaten des Nordbalkans sowie Mittel- und Westeuropas zu Lasten der Makedonier und anderen Auslandsgriechen sowie die Ergreifung von immer mehr Maßnahme, die ihre wirtschaftlichen und sonstigen Aktivitäten einschränkten, vorausgegangen.
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Darüber hinaus war die Abwanderung in andere Balkanländer und innerhalb der Grenzen des Osmanischen Reichs für eine Lösung der politischen und wirtschaftlichen Probleme Makedoniens nicht mehr ausreichend. Der makedonische Emigrant hatte es in den anderen Balkanländern (Bulgarien, Rumänien, Serbien) versucht, hatte für seine Handelsziele Kolonien in den Ländern Mitteleuropas gegründet, hatte es in Ägypten und in anderen Ländern des schwarzen Kontinents versucht, und betrachtete nun die Möglichkeit einer Abwanderung auf den amerikanischen Kontinent als eine Art Ausdehnung der Reisen, die er bereits unternommen hatte. Einige dieser Länder, wie etwa Ägypten, waren häufiger nichts anderes als eine erste Zwischenstation, bevor der Makedonier (oder der Grieche allgemein) zu einem der neuen Kontinente aufbrach. So wurde die überseeische Migration nach Amerika zu einem Teil des Migrationskreises, der zunächst das Mittelmeerbecken, später Europa und schließlich andere Länder auf anderen Kontinenten umfasste.

Bis etwa in das Jahr 1903 vollzog sich die Auswanderung nach Amerika nur sehr zögerlich und betraf insbesondere die Bewohner von Westmakedonien. Zwischen 1895 und 1901 sind den Aufzeichnungen nach 500 Männer aus der Region von Florina nach Amerika abgewandert. Doch die Lage, die sich in Makedonien nach dem Jahr 1903 und nach der gewaltsamen Niederschlagung des Aufstandes von Ilinden durch das osmanische Heer herausgebildet hatte, ließ die Abwanderung, insbesondere jene in ein Land außerhalb des Balkans, zu einer Notwendigkeit werden. Während der folgenden sechs Jahre vor 1908 zeigte der Migrationsstrom in die USA einen beträchtlichen Zuwachs. Auch wenn es auf Grund der Unzuverlässigkeit der Daten nicht möglich ist, eine genaue Zahl anzugeben, so sind Schätzungen nach in den Jahren 1903-1908 etwa 30.000 Bewohner Makedoniens in die USA ausgewandert. Davon sollen, so die Schätzungen, etwa 80% aus den Regionen von Florina-Kastoria und Monastir gewesen sein. In den Wirbeln des Makedonischen Kampfes (1904-1908) und der Zusammenstöße zwischen rivalisierenden bewaffneten Truppen weitete sich das Phänomen der Abwanderung von diesen Regionen auch auf die Vilayets Kosovo und Thessaloniki aus. Von ihnen kehrten während des gleichen Zeitraums etwa 4.000 Auswanderer in alle drei Vilayets Makedoniens zurück. Alleine während des Winters 1907-1908 sind Berechnungen nach 2.200 – 2.300 Migranten zurückgekehrt. Die türkischen Behörden waren darum bemüht, diese Bewegung zu verhindern, indem sie nicht die erforderlichen Pässe ausstellten. Doch trotz aller Einschränkungen nahm die Emigrationsbewegung von Westmakedoniern nach Amerika, insbesondere mittels der Migration nach Österreich-Ungarn und in andere Nachbarländer, nach dem Frühling 1905 an Intensität zu3.

Gemäß einer „Statistik, welche annäherungsweise die Zahl der sich in Amerika be- findlichen Migranten, die aus den Sancaks Monastir, Florina, Kastoria, Korytsa, Prespes, Resna, Achrida, Kroussovo, Perlepe und sonstigen Bereichen stammen“, zeigt, stammten von

den insgesamt 20.306 Auswanderern der Statistik ungefähr 5.500 aus dem Sancak Florina. Die Statistik wurde im Januar 1910 für Lampros Koromilas abgefasst und zwar von den Brüdern Antonios und Nikolaos Tachiaos, von der Gesellschaft „Brüder G. Tachiaos“, die Vertreter der Gesellschaften „Oceanic Steam Navigation Co. Ltd“ (White Star Line) und „American Line“ für die ganze europäische Türkei waren4.

Doch auch Kanada wurde unmittelbar nach Ilinden zum Ziel der ersten makedonischen
Auswanderer. Dabei handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Bewohner von Zelovo (Antartiko bei Florina) und Ostima (Trigono bei Florina), die im Jahre 1903 bzw. 1904 nach Toronto kamen. Im Jahr 1909 haben sich Berechnungen zufolge zwischen 1.000 und 2.000 makedonische Auswanderer in Toronto befunden, davon etwa 500 aus der Region von Kastoria. Vor dem 1. Weltkrieg wird diese Zahl von manchen Statistiken auf 6.000 erhöht. Doch wie auch im Falle der USA, so war die ursprüngliche Absicht derjenigen, die nach Kanada auswanderten, wie es der Tradition Makedoniens entsprach, ein Aufenthalt für ein paar Jahre,

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419 um so etwas Geld zu verdienen, und die baldmöglichste Rückkehr in die Heimat. Dies taten sie auch, jedoch nur, um zu erkennen, dass das Geld, das sie zurückgebracht hatten, nur für ein paar Jahre reichte, und um sich anschließend wieder auf den gleichen Weg zu machen, sofern dieser noch offen war, freilich ohne zunächst die Bereitschaft zu einer ständigen Niederlassung zu zeigen5.

Die Auflagen, welche die amerikanischen Migrationsbehörden angesichts des starken
Auswanderungstrends insbesondere aus dem europäischen Teil des Reichs in die USA für die Auswanderer aus Ländern des Osmanischen Reichs zu Beginn des 20. Jahrhunderts verhängt hatten, führten zur Entwicklung eines Netzes der Ausnutzung der Migranten durch profitgierige Spekulanten, eines Netzes, das seine Wurzeln im Entsendungsland hatte, sich aber trotz aller Kontrollen über die Zwischenhäfen in Marseille und Liverpool und von dort bis in die USA und Kanada ausbreitete. Da wiederholt griechische Pässe und Bestätigungen der griechischen Staatsbürgerschaft in den Händen von Serben, Bulgaren, Albanern und Türken gefunden wurden, wurden die Kontrollen im Hafen von Piräus, von wo aus viele aus Makedonien und Thessalien aufbrachen, aber auch in den Häfen von Volos und Patra sowie den Häfen von Italien, Frankreich, Britannien und Deutschland verschärft6.

Die illegale Migration mit gefälschten Reisedokumenten war allgemein bekannt und insbesondere in der weiteren Region von Westmakedonien, wo sie bereits seit der Zeit der Türkenherrschaft Tradition hatte, weit verbreitet. Da die Einwanderung moslemischer Migranten (osmanischer Staatsbürger) in den USA während des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts auf Grund der Polygamie untersagt war, besorgten sich auswanderungswillige Albaner Pässe mit christlichen Namen, was natürlich in aller Heimlichkeit geschah, da Istanbul die Migration von Osmanen untersagte. Im Gegensatz dazu schützte es die Migration von Christen, die reicher zurückkamen, all die geschuldeten Steuern zahlten, Geschäfte öffneten oder Grundbesitz für den landwirtschaftlichen Anbau erwarben.

Das Motiv für die überseeische Emigration aus Makedonien nach (in erster Linie)
Amerika während der Zeit bis zum Ende des 1. Weltkriegs - ein Motiv, das sich auch in den folgenden Jahrzehnten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht ändern sollte - war folgendes: Die Auswanderer waren junge Männer, im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, in der Mehrheit (etwa 3/4) slawischsprachig, zu einem Anteil von bis zu 90% Landwirte und Landarbeiter, Kleinbauern oder Pächter, Bewohner kleiner ländlicher Gemeinden. Zusammen mit ihnen wurden nach und nach auch Handwerker oder irgendwelche Ladenbesitzer von der Emigrationsbewegung mitgerissen. Der Tradition der saisonalen Migration folgend, bewegten sie sich – jeweils als vorübergehende Auswanderer mit einer mal kürzeren, mal längeren Zeit in der Fremde, in einem sich wiederholenden Kreis (Auswanderung - Rückkehr - wenige Jahre Aufenthalt in der Heimat - erneuter Aufbruch). Sie kehrten in regelmäßigen Abständen in die Heimat zurück (im Durchschnitt nach drei Jahren – allerdings schwankte die Dauer je nach Verbindung mit der Heimat, der Art ihrer beruflichen Beschäftigung in Amerika und dem Einkommen, das sie während ihrer Abwesenheit sparen konnten), gewöhnlich in Gruppen (von 30 bis 50 Männern), um Plünderungen durch die bewaffneten – bulgarischen – Truppen zu entgehen, und verwendeten ihr Erspartes dazu, um die Schulden zu zahlen, die die restliche, im Dorf zurück gebliebene Familie mittlerweile gemacht hatte, um insbesondere importierte Verbrauchsgüter zu kaufen, um Land zu erwerben, um das Haus zu renovieren oder ein neues zu bauen, um die Herden zu vergrößern oder um neue Haustiere zu kaufen. Gelegentlich trugen sie auch zum Bau oder zur Instandhaltung der Kirche oder Schule bei und gaben die aus eigener Erfahrung gewonnenen Informationen zu ihrem beruflichen Erfolg im Ausland weiter. Der Zufluss großer Geldbeträge dieser Herkunft führte zu soziopolitischen Änderungen, wie sie für die kleinen traditionellen landwirtschaftlichen Gemeinden ein völlig neues Phänomen waren. Neue Gewohnheiten, vielleicht neue Bräuche, andere Gewänder und
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Verhaltensweisen, ein neues Alltagsvokabular hielten zusammen mit den Rückkehrern in der kleinen Gesellschaft Einzug. Ihre Rückkehr bedeutete nicht selten eine Umwälzung der traditionellen Klassenstruktur (und gelegentlich auch nationalen Struktur) in ihrer ländlichen Gemeinschaft. Und der reiche griechische Unternehmer und Händler war nicht mehr die einzige dominante Person in der Gesellschaft. Anschließend machten sie sich wieder auf die gleiche Reise, wobei sie diesmal auch andere (Verwandte, Freunde, Mitbewohner) mitnahmen und zu einem Glied in der Auswanderungs-Kette werden ließen.

Als Hauptursachen für die Emigration aus Makedonien zu Beginn des 20. Jahrhunderts lassen sich die lange Tradition der vorübergehenden Emigration, die vorherrschende politische Unsicherheit und die bewaffneten Zusammenstöße der ständig rivalisierenden und gegeneinander kämpfenden Partisanengruppen anführen, da die Region von allen benachbarten Balkanstaaten für sich beansprucht wurde. Dazu kamen noch politischer und wirtschaftlicher Druck jeglicher Art sowie Willkürakte seitens der osmanischen Verwaltung und ihrer Repräsentanten, der obligatorische Militärdienst im osmanischen Heer, von dem man sich nur zu unerschwinglich hohen Kosten freikaufen konnte, der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der erbärmliche Zustand auf dem Land und die Behinderung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten, die Schwierigkeiten einer Anpassung an die Erfordernisse der Marktwirtschaft sowie die verlockende Aussicht auf eine Verbesserung ihrer finanziellen Lebensbedingungen, wie diese in ihrer Fantasie durch die regelmäßigen Überweisungen jener, die bereits nach Amerika ausgewandert waren, erblühten. Das Netz der Auswanderungsagenten und der Vertreter der Schifffahrtsgesellschaften erleichterte nicht nur dem überschüssigen Arbeiterpotential, sondern auch den Besitzern oder Pächtern von Land den scharenweisen Aufbruch7. Studien unter den bulgarischen und makedonischen Auswanderern in Chicago aus dem Jahr 1909 zeigten, dass sie zu einem Anteil von 77% von den Agenten der Schifffahrtsgesellschaften zur Auswanderung nach Nordamerika bewogen worden waren. 63% nannten als ersten Grund für die Emigration die Garantien, die ihnen die Agenten gaben, dass sie sofort Arbeit und zufrieden stellende Löhne finden würden. Nur 12% kam über Freunde oder Verwandte und nur 11% aus eigener Initiative8.

Wie der im Jahr 1891 in Xino Nero geborene Carl Chaleff, Gründungsmitglied der
Macedonian Tribune, erzählt, drängte ihn seine Mutter bereits im Alter von 14 Jahren aus der Furcht vor der Tätigkeit der bewaffneten Partisanentruppen in Makedonien zur Auswanderung. Auf Grund seines Alters wurde ihm die Auswanderung jedoch nicht erlaubt. So verließ er Makedonien und arbeitete in der Nähe seines Onkels in ConstanŃa in Rumänien. Im Jahre 1909 gelang ihm schließlich die Auswanderung in die USA, wo er sich in Indianapolis niederließ9.

Die seit Ende des 19. Jh. erfolgende Emigration von Griechen aus Makedonien entweder in die befreiten Regionen des griechischen Staates (Thessalien) oder ins Ausland (USA) kam den griechischen Regierungen alles andere als gelegen. Die Abwanderung aus Makedonien und der damit einhergehende zahlenmäßige Rückgang der griechischen Bevölkerung der Region gefährdeten die dortigen nationalen Ansprüche.

Bis zur Integration Makedoniens im griechischen Staat bestimmten zwei Parameter die
Haltung des Staates gegenüber dem Phänomen der Emigration von Makedoniern auf den amerikanischen Kontinent: Die Sorge bezüglich ihrer Abwanderung aus dem Osmanischen Reich und der Versuch, sie zu halten. Zu bedenken gab auch die Notwendigkeit der Stärkung ihrer nationalen Gesinnung, insbesondere der slawischsprachigen unter ihnen, nach ihrer Niederlassung in Amerika und später bei ihrer Rückkehr in ihre Heimat, die sich nach wie vor unter osmanischer Verwaltung befand. Die griechischen Auswanderer aus dem damaligen griechischen Staat, griechische Bürger, waren gegenüber den slawischsprachigen und allge-

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421 mein den makedonischen Auswanderern, osmanischen Staatsbürgern voreingenommen, was wiederum die Gefahr einer möglichen Entfremdung von Griechenland verstärkte. Auf diese Gefahr der Entfremdung der Makedonier (insbesondere des Slawischsprachigen) von der griechischen Gemeinschaft auf Grund dieser Vorurteile wurde spätestens ab dem Jahr 1904 ständig von den griechischen konsularischen Behörden hingewiesen, aber auch von Berichten, die verschiedene führende Regierungsmitglieder in Griechenland oder auf ihren Besuchen in den USA, auf denen sie sich ein Bild vom Griechentum der im Ausland lebenden Griechen machen wollte, abfassten. Diese Vorurteile zu ihren Lasten sowie die Gefahr ihrer Entfremdung vom Griechentum wurden durch mindestens zwei Faktoren weiter verschärft: das Fehlen eines Schutzes durch die griechischen konsularischen Behörden in ihrem Aufnahmeland für diese Kategorie an Auswanderern sowie die gleichzeitige Aktivität der bulgarischen Propaganda unter den nicht organisierten makedonischen Auswanderern in Amerika.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hatten die Auswanderer aus den Balkanländern in den
USA und anderswo auf dem amerikanischen Kontinent ihre nationalen Rivalitäten mit sich in die Fremde genommen, und die konsularischen Behörden in Amerika sprachen von einer intensiven albanischen, makedonisch-bulgarischen usw. Propaganda10. Insbesondere die bulgarische Propaganda war in den USA äußerst systematisch und effektiv aktiv, und zwar nicht nur bezüglich einer nationalen Bindung der Makedonier, sondern auch bezüglich einer finanziellen Unterstützung des bulgarischen bewaffneten Kampfes im osmanischen Makedonien.

Unter Bedrohung des Lebens ihrer Familienmitglieder in der Heimat und abhängig von der Art und Weise, wie sie Makedonien verlassen hatten (gewöhnlich nicht immer ganz legal) waren die makedonischen Einwanderer in den USA dazu gezwungen, das Netz ihrer ArbeitsPatronen und der Organe der bulgarischen Propaganda zu unterstützen, die ihre Arbeit und ihren Gewinn ausnutzten, um so wirtschaftlich die Kasse für die Finanzierung des bewaffneten bulgarischen Kampfes im osmanischen Makedonien zu unterstützen, oder dazu, sich auf Kundgebungen für die Notwendigkeit einer Autonomie von Makedonien einzusetzen. Gelegentlich wurden ihre Gelder sogar dafür eingesetzt, dass Agenten des bulgarischen Komitats in ihre jeweilige Heimat in Makedonien geschickt wurden, um dort Propaganda für ein aktives Eintreten der örtlichen Bevölkerung für die Interessen Bulgariens zu betreiben. So wurde zum Beispiel Mitte November 1906 bekannt, dass bulgarische Komitadschi von makedonischen Auswanderern im Staat Indiana unter Bedrohung des Lebens ihrer Eltern und Verwandten in Makedonien Geld erpressten. Die Erpresser wurden entdeckt, bei der amerikanischen Polizei angezeigt, im März 1907 vor Gericht gebracht und dort verurteilt. Die Opfer wurden von den griechischen konsularischen Behörden in den USA, aber auch von ebenfalls emigrierten Privatpersonen und dem Makedonischen Verband von New York unterstützt11.

Nach der Festlegung des Grenzverlaufs in Makedonien weitete sich die Emigrationsströmung auf beiden Seiten der Grenze aus. Im August des Jahres 1913 verlangte die Präfektur Florina Leitlinien, ob sie Reisedokumente – Wegblätter für Dorfbewohner aus dem serbischen Teil von Makedonien ausstellen sollte, die sich in Richtung Thessaloniki bewegten, um von dort nach Amerika aufzubrechen. So wanderte zu jener Zeit Christo N. Nizamoff, eine führende Persönlichkeit unter den bulgarischen Makedoniern in den USA, zusammen mit Freunden und Mitbewohnern seines Dorfes aus Serbien über Florina in die USA aus, und zwar mit Hilfe eines Netzes, das auf beiden Seiten der Grenze unter Duldung der Behörden agierte12. Die Generalverwaltung von Makedonien genehmigte in derartigen Fällen die Ausstellung der erforderlichen Dokumente13. Den gleichen Weg wie die Dorfbewohner aus dem serbischen Makedonien verfolgten auch zahlreiche griechische Dorfbewohner aus den
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    Public Relations Department [email protected] Tel.: 210 6505600 fax : 210 6505934 Cholargos, Wednesday, March 6, 2019 PRESS RELEASE Hellenic Cadastre has made the following announcement: The Cadastre Survey enters its final stage. The collection of declarations of ownership starts in other two R.U. Of the country (Magnisia and Sporades of the Region of Thessalia). The collection of declarations of ownership starts on Tuesday, March 12, 2019, in other two regional units throughout the country. Anyone owing real property in the above areas is invited to submit declarations for their real property either at the Cadastral Survey Office in the region where their real property is located or online at the Cadastre website www.ktimatologio.gr The deadline for the submission of declarations for these regions, which begins on March 12 of 2019, is June 12 of 2019 for residents of Greece and September 12 of 2019 for expatriates and the Greek State. Submission of declarations is mandatory. Failure to comply will incur the penalties laid down by law. The areas (pre-Kapodistrias LRAs) where the declarations for real property are collected and the competent offices are shown in detail below: AREAS AND CADASTRAL SURVEY OFFICES FOR COLLECTION OF DECLARATIONS REGION OF THESSALY 1. Regional Unit of Magnisia: A) Municipality of Volos: pre-Kapodistrian LRAs of: AIDINIO, GLAFYRA, MIKROTHIVES, SESKLO B) Municipality of Riga Ferraiou C) Municiplaity of Almyros D) Municipality of South Pelion: pre-Kapodistrian LRAs of: ARGALASTI, LAVKOS, METOCHI, MILINI, PROMYRI, TRIKERI ADDRESS OF COMPETENT CADASTRAL SURVEY OFFICE: Panthesallian stadium of Volos: Building 24, Stadiou Str., Nea Ionia of Magnisia Telephone no: 24210-25288 E-mail: [email protected] Opening hours: Monday, Tuesday, Thursday, Friday from 8:30 AM to 4:30 PM and Wednesday from 8:30 AM to 8:30 PM 2.
  • Yearbook 1998 Ημερολογιον 1998

    Yearbook 1998 Ημερολογιον 1998

    ÅËËÇÍÉÊÇÏÑÈÏÄÏÎÏÓÁÑXÉÅpÉÓÊÏpÇÁÌÅÑÉÊÇÓ ÇÌÅÑÏËÏÃÉÏÍ 1998 St. Andrew, the First-Called St. Paul - Patron Saint Patron Saint of the Ecumenical Patriarchate of the Greek Orthodox Archdiocese of America 1922 1998 76th Anniversary YEARBOOK 1998 GREEK ORTHODOX ARCHDIOCESE OF AMERICA 1 THE ARCHDIOCESE IS CLOSED ON THE FOLLOWING RELIGIOUS AND SPECIAL HOLIDAYS January 1 .................................................................... New Year’s Day January 6 ............................................................................... Epiphany January 19 ..................................................Martin Luther King Jr. Day February 16................................................................. Presidents’ Day March 25 ................................................................... The Annunciation April 17 ............................................................................... Holy Friday April 20 ...................................................................... Renewal Monday May 25 ........................................................................... Memorial Day May 28 .......................................................................... The Ascension July 4 (closed July 6).............................................. Independence Day August 15 ....................................................... Dormition of Theotokos September 7 ........................................................................ Labor Day September 14 .................................................. Exaltation of the Cross
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    Отдалечени места към Зона I, II и III П.Код Населено място П.Код Населено място П.Код Населено място П.Код Населено място 11361 KICELI 27100 KERAMIDIA 44015 LAGKADA 70004 KSEROKABOS 12351 AGIA VARVARA 27100 MONI FRAGKOPIDIMATOS 44015 LIKORRAXI 70004 PERVOLA 13561 AGII ANARGIRI 27100 TRAGANO 44015 OKSIA 70004 PEFKOS 13672 PARNITHA 27200 AGIA MARINA 44015 PLAGIA 70004 SKAFIDIA 13679 AGIA TRIADA PARNITHAS 27200 ANALICI 44015 PLIKATI 70004 STAFRIA 13679 KSENIA PARNITHAS 27200 ASTEREIKA 44015 PIRSOGIANNI 70004 SIKOLOGOS 14451 METAMORFOSI 27200 PALEOLANTHI 44015 XIONADES 70004 SINDONIA 14568 KRIONERI 27200 PALEOXORI 44017 AGIA VARVARA 70004 TERTSA 15342 AGIA PARASKEFI 27200 PERISTERI 44017 AGIA MARINA 70004 FAFLAGKOS 18010 AGIA MARINA 27300 AGIA MAFRA 44017 VEDERIKOS 70004 XONDROS 18010 AGKISTRI 27300 KALIVIA 44017 VERENIKI 70004 CARI FORADA 18010 EGINITISSA 28080 AGIOS NIKOLAOS 44017 VROSINA 70005 AVDOU 18010 ALONES 28080 GRIZATA 44017 VRISOULA 70005 ANO KERA 18010 APONISOS 28080 DIGALETO 44017 GARDIKI 70005 GONIES 18010 APOSPORIDES 28080 ZERVATA 44017 GKRIBOVO 70005 KERA 18010 VATHI 28080 KARAVOMILOS 44017 GRANITSA 70005 KRASIO 18010 VATHI 28080 KOULOURATA 44017 DIXOUNI 70005 MONI KARDIOTISSAS 18010 VIGLA 28080 POULATA 44017 DOVLA 70005 MOXOS 18010 VLAXIDES 28080 STAVERIS 44017 DOMOLESSA 70005 POTAMIES 18010 GIANNAKIDES 28080 TZANEKATA 44017 ZALOGO 70005 SFENDILI 18010 THERMA 28080 TSAKARISIANOS 44017 KALLITHEA 70006 AGIA PARASKEFI 18010 KANAKIDES 28080 XALIOTATA 44017 KATO VERENIKI 70006 AGNOS 18010 KLIMA 28080 XARAKTI 44017 KATO ZALOGO
  • XIV. Emigration from Macedonia

    XIV. Emigration from Macedonia

    XIV. Emigration From Macedonia by Christos Mandatzis A crossroads, a hub, a meeting-point, a place of confluence and commerce and co- existence of the Balkan peoples over the centuries, Macedonia has always been one of the most dynamic regions in this corner of the world, a place in which many of the so- cial and economic activities of neighbouring nations developed and flourished. A battlefield and an apple of discord, sought after by all its neighbours through military and diplomatic means, it was also a region of major population movements, permanent or casual, from the countries upon which it bordered. The pages that follow illuminate aspects of this emigrational phenomenon in Ma- cedonia, primarily from the end of the 19th to the latter part of the 20th century. The economic, political and social causes that sparked this emigration and determined its pattern on each occasion, which are directly related to the history of the region and are analysed in detail elsewhere, will be touched on only very briefly. This study focuses primarily on the movements of emigrants from Macedonia to foreign countries, usually in search of better prospects for themselves and their families. We are not concerned here with other mass movements of population (either voluntary relocation or deportation), like those that followed political developments or border changes in the Balkans in the 20th century and were usually consequent upon armed conflict and bi- or multi-lateral agreements such as, for example, the more than seven- teen population shifts (essentially movements of refugees) that took place in Macedonia between 1912 and 1924 or the departure of some 56,000 persons to the countries of the then Eastern Bloc after the end of the Greek Civil War.
  • The War of Numbers and Its First Victim: the Aromanians in Macedonia (End of 19Th – Beginning of 20Th Century)

    The War of Numbers and Its First Victim: the Aromanians in Macedonia (End of 19Th – Beginning of 20Th Century)

    УДК 94(497.7: =135.1) "18/19" The War of Numbers and its First Victim: The Aromanians in Macedonia (End of 19th – Beginning of 20th century) Nikola MINOV Ss. Cyril and Methodius University, Faculty of Philisophy Skopje, Macedonia Our long-time responsibility has been to count ourselves, to know how many of us there are. N. Batzaria At present, we know that the latest battles for conquering Ottoman Macedonia in 1912/13 were led with heavy artillery and that weapon power had the final say in the allocation of the Ottoman heritage in Europe. Howev- er, the last battle for Macedonia was preceded by a large number of lesser bat- tles in which the churches and schools were on the battlefields, while the we- apons used were the cross and school books. These attempts for spiritual and intellectual conquering of the Christian peoples in Macedonia on the part of their Balkan neighbours were regularly followed by statistical records of the newly found Greeks, Bulgarians, Serbs and Romanians. Ever since the new followers had been registered and, more often than not, after the number of these duly registered followers would have been doubled at least, the “objecti- ve” statistical results would have been presented in public and the statistician “successfully” proved that the largest number of inhabitants in Macedonia had the same nationality as his. The first victim of this war of numbers for the conquering of Mace- donia was one of the small Christian peoples in the country – the Aromani- ans (Vlachs). Insufficiently numerous or compact to be a serious candidate in the battle for the Ottoman heritage, but sufficiently numerous and preva- 154 Nikola MINOV lent throughout Macedonia to enable an excellent negotiating position to tho- se who manage to achieve patronage over them, the Aromanians, as Henry Noel Brailsford penetratingly noted, became the pivot of Macedonian ques- tion.1 Greek statesmen were aware that north of Kastoria (Aromanian: Kus- turea; Macedonian: Kostur) it was only the Aromanians who gave Hellenism a foothold.
  • Thesprotia, Ep

    Thesprotia, Ep

    A Willing Contribution to Flora Hellenica Field records 2002 by Dr. Rita Willing Dr. Eckhard Willing Dessau March 2003 Published by BGBM Press Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem Freie Universität Berlin Berlin, 2012 ISBN 978-3-921800-81-2 http://dx.doi.org/10.3372/wfr2002 © Eckhard & Rita Willing, 2003 The Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem as publisher reserves the right not to be responsible for the topicality, correctness, completeness or quality of the information provided. The information provided is based on material identified and named by the authors. The entire collections are preserved in the Herbarium of the Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem, where the determinations can be reassessed. This publications should cited as: Willing R. & Willing E. 2003: A Willing contribution to Flora Hellenica. Field records 2002. – Berlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem, published at http://dx.doi.org/10.3372/wfr2002 Address of the authors: Rita und Eckhard Willing Augustenhof 14 D-06842 Dessau-Roßlau Germany [email protected] 2 1. Introduction As in the previous years we hereby want to report on our plant collection activities in 2002 and their results. By that we want to inform all partners and contributors to Flora Hellenica what additional plant material from which regions of Greece is now available in Botanical Museum Berlin-Dahlem. This material will hopefully be used for an updating of the published two volumes of Flora Hellenica and for the elaboration of all future volumes. In 2002 we could realize two excursions, one in early springtime and one in autumn: March 23th - April 19th Ioannina, Trikala, Karditsa, Larissa, Magnisia, Pieria, Grevena September 30th - Thesprotias, Preveza, Etolia-Akarnania, Lefkas, Ahaia, October 24th Ilias Collection points of both excursions are shown by the following map based on our private access data base: Collecting route in 2002 As in the previous years we have planned our daily collection on base of 10 x 10 km- UTM-squares.
  • Built Cultural Heritage Recording and Evaluation in the Traditional Settlement of Siatista in Greece: Functional and Institutional Proposals for Conservation

    Built Cultural Heritage Recording and Evaluation in the Traditional Settlement of Siatista in Greece: Functional and Institutional Proposals for Conservation

    Case Report Built Cultural Heritage Recording and Evaluation in the Traditional Settlement of Siatista in Greece: Functional and Institutional Proposals for Conservation Eleni G. Linaki School of Architecture, National Technical University of Athens, 10682 Athens, Greece; [email protected] Received: 16 June 2019; Accepted: 19 August 2019; Published: 26 August 2019 Abstract: This case report explores the town of Siatista (located in the Western Macedonia Region—Greece), which is designated as a “traditional settlement”. The paper argues that, despite the relevant legislation that designated 400 settlements in Greece as “traditional settlements” and put them under protection, Siatista has no delimited traditional section. Through the years, new house typologies, demolitions, and alterations of its urban form have appeared, and Siatista has lost its identity. Having as an ultimate goal to identify proper planning guidelines and regulations for the preservation of Siatista’s built heritage, the methodology used in the paper includes the following steps: (a) recording and codification of the key legislation for the protection of Siatista, including the official urban plans (and their revisions); (b) identification and mapping of the urban form and spatial characteristics of Siatista (existing land uses, house typology, etc.); (c) identification of the alterations of the urban form and the demolitions, mainly with the use of aerial photos (1960–2014); and (d) creation of a map presenting the remaining built heritage per degree of evaluation. Following the analysis of the existing situation and the identification of the key challenges, the paper ends by defining and delimitating the well-preserved section of the town (proposing stricter rules and regulations for its preservation).
  • ST61 Publication

    ST61 Publication

    Section spéciale Index BR IFIC Nº 2560 Special Section ST61/1510 Sección especial Indice International Frequency Information Circular (Terrestrial Services) ITU - Radiocommunication Bureau Circular Internacional de Información sobre Frecuencias (Servicios Terrenales) UIT - Oficina de Radiocomunicaciones Circulaire Internationale d'Information sur les Fréquences (Services de Terre) UIT - Bureau des Radiocommunications Date/Fecha : 10.01.2006 Date limite pour les commentaires pour Partie A / Expiry date for comments for Part A / fecha limite para comentarios para Parte A : 04.04.2006 Les commentaires doivent être transmis directement à Comments should be sent directly to the Administration Las observaciones deberán enviarse directamente a la l'Administration dont émane la proposition. originating the proposal. Administración que haya formulado la proposición. Description of Columns / Descripción de columnas / Description des colonnes Intent Purpose of the notification Propósito de la notificación Objet de la notification 1a Assigned frequency Frecuencia asignada Fréquence assignée 4a Name of the location of Tx station Nombre del emplazamiento de estación Tx Nom de l'emplacement de la station Tx B Administration Administración Administration 4b Geographical area Zona geográfica Zone géographique 4c Geographical coordinates Coordenadas geográficas Coordonnées géographiques 6a Class of station Clase de estación Classe de station 1b Vision / sound frequency Frecuencia de portadora imagen/sonido Fréquence image / son 1ea Frequency stability Estabilidad de frecuencia Stabilité de fréquence 1e carrier frequency offset Desplazamiento de la portadora Décalage de la porteuse 7c System and colour system Sistema de transmisión / color Système et système de couleur 9d Polarization Polarización Polarisation 13c Remarks Observaciones Remarques 9 Directivity Directividad Directivité 8b Max. e.r.p., dbW P.R.A.
  • Management Plan

    Management Plan

    MANAGEMENT PLAN οf the River Basins of Western Macedonia River Basin District Summary JANUARY 2014 HELLENIC REPUBLIC MINISTRY OF ENVIRONMENT, ENERGY AND CLIMATE CHANGE SPECIAL SECRETERIAT FOR WATER PROJECT: DEVELOPMENT OF THE RIVER BASIN MANAGEMENT PLANS OF THE RIVER BASINS OF WEST MACEDONIA AND CENTRAL MACEDONIA RIVER BASIN DISTRICTS ACCORDING TO THE SPECIFICATIONS OF THE WFD 2000/60/EC, APPLYING THE GREEK LAW 3199/2003 AND THE GREEK PD 51/2007 CONSORTIUM: EXARCHOU NIKOLOPOULOS BENSASSON CONSULTING ENGINEERS SA - GEOSYNOLO LTD - LISA BENSASSON - ILIAS KOURKOULIS - ENVIROPLAN SA - DIKTIO SA - ECO CONSULTANTS SA - FOTEINI MPALTOGIANNI DEVELOPMENT OF THE RIVER BASIN MANAGEMENT PLAN OF THE RIVER BASINS OF WEST MACEDONIA RIVER BASIN DISTRICT (GR09) SUMMARY G.G. of Management Plan’s Approval: G.G. B’ 181/31.1.2014 RIVER BASIN MANAGEMENT PLAN OF THE RIVER BASINS OF WESTERN MACEDONIA RIVER BASIN DISTRICT Summary Index 1. INTRODUCTION ii 2. RIVER BASIN MANAGEMENT PLAN OF THE RIVER BASIN DISTRICT 3 2.1 Contents of the Management Plan ...................................................................................................................... 3 2.2 Strategic Environmental Impact Assessment ................................................................................................... 3 2.3 Draught and Water scarcity Management Plan ................................................................................................ 4 3. CONSULTATION PROCESS 6 4. WESTERN MACEDONIA RIVER BASIN DISTRICT 7 4.1 River Basins .............................................................................................................................................................