Werk Statt Leben Max Reger
CoverBV450_Layout 1 13.11.15 15:02 Seite 1 Susanne Popp Susanne Popp MAX REGER MAX REGER WERK STATT LEBEN Max Reger gehört zweifellos zu jenen Komponisten, die es weder ihrer unmittelbaren Um- WERK STATT LEBEN gebung noch den Nachgeborenen leicht gemacht haben. In seiner Existenz scheinen Leben und Werk auf besonders widersprüchliche, aber auch folgerichtige Weise miteinander ver- Biographie knüpft. Die selbstauferlegte Verpflichtung, das Geschenk eines großen Talents durch rastlose Leseprobe künstlerische Arbeit stets aufs Neue zu rechtfertigen, traf auf eine unabhängige, kompro- misslose Daseinseinstellung und zugleich auf ein Bestreben, die Unbilden der Realität durch die Flucht in die Kunst sogleich wieder hinter sich zu lassen: „Wer wissen will, was ich will, wer ich bin – der soll sich das ansehen, was ich [...] geschrieben habe – wird er nicht klug daraus, versteht er’s nicht, so ist’s nicht meine Schuld!“ Seinen Zeitgenossen erschien Reger als eine Person der Extreme, schwankend zwischen Selbstgewissheit und Selbstzweifel, was seine Kunst betraf, zwischen ätzender Angriffslust WERK STATT LEBEN und bedingungsloser Loyalität, wenn es um Kollegen und Mitmenschen sowie um die Gestaltung seines Lebens ging. Sein unruhiger, hartnäckiger, maßloser, krisenanfälliger und am Ende selbstzerstörerischer Charakter wirkt regelrecht in die Strukturen und Stimmungen seiner Musik hinein, in ihre kämpferischen Offensiven und gewaltsamen Apotheosen. In diesem Sinne war Reger ein Neuerer der Form und des Ausdrucks, der sich nichtsdesto- weniger mit dem soliden Handwerk seiner musikalischen Ahnen gewappnet hatte. Werk statt Leben? Die vorliegende Biographie verzichtet auf psychologisierende Kombina- torik, breitet jedoch vor dem Leser unzählige Dokumente eines Lebens aus, das sowohl zeit- typisch wie individuell einzigartig war.
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