weimar Weimar entdecken 2020 1 / 1 INHALT Inhalt Zwischen Bauhaus und Klassik_6 Weimar am Abend_36 Weimarer Moderne_10 Veranstaltungshöhepunkte_44 Musik in Weimar_2 Deutsches Nationaltheater Weimar_16 2 Musik in Weimar Liszt, Bach und neue Erlebnisorte 5 Interview mit Prof. Bernhard Klapprott Reiches musikalisches Erbe 6 Klassisches Weimar Zwischen großem Bauhaus-Erfolg und klassischen Schätzen 10 Weimarer Moderne Große Erzählung des 20. Jahrhunderts 14 Gedenkstätte Buchenwald Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945 16 Deutsches Nationaltheater Weimar Von Perücken, falschen Nasen und Bühnenspektakel_20 Klebebärten 18 Sommertheater Blühende Landschaften am e-werk 20 Bühnenspektakel Festivals des Jahres 24 Weimarer Sommer Höhepunkte im Juni, Juli und August 26 Märkte und Feste Von Ostern bis zum Herbst 28 Weimarer Weihnacht Die Kulturstadt in der Adventszeit 30 Einkaufen in Weimar Von schönen Dingen und Souvenirs 32 Weimar kulinarisch Kleine, feine Lokale 34 Interview mit Holger Duda Eigenes Bier und Thüringer Oma-Küche 36 Weimar am Abend Zwischen Szene und Geheimtipp Gedenkstätte Buchenwald_14 38 Parks und Gärten Klassische Sommerresidenzen entdecken 40 Ausflüge in die Umgebung Entdeckungstouren und Städtetrips 44 Veranstaltungshöhepunkte Kultur fürs ganze Jahr 52 Tagesprogramme Weimar Tipps für den Besuch 54 Wege nach Weimar Anreise und Ankunft 56 Impressum Weimarer Weihnacht_28 Harfenistin Susanne Gassios in Goethes Wohnhaus_Titelbild Weimarer Sommer_24 MUSIK IN WEIMAR Weimar ist ein europäischer Ort der Musikgeschichte Als Johann Sebastian Bach 1708 nach Weimar kam, begann nicht nur für ihn eine höchst produktive Zeit, auch Weimar gewann an Bedeutung, die mit der Berufung Franz Liszts als Hofkapellmeister viele Jahre später wieder neu belebt wurde. Bach und Liszt – heute auf der ganzen Welt ein Begriff – waren nicht die einzigen Musiker, die sich Weimar als Schaffens- und Lebensort erwählten. Einer der berühmtesten Klaviervirtuosen seiner Zeit, der Komponist Johann Nepomuk Hummel, wirkte fast zwanzig Jahre in Weimar. Richard Strauss wiederum erlebte in Weimar eine Zeit des Reifens. Hier wurden seine Sinfonischen Dichtungen Don Juan, Macbeth und Tod und Verklärung uraufgeführt. Die Oper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck erlebte 1893 mit der damaligen Hofkapelle ebenfalls ihre Uraufführung. BACH-DENKMAL Bis in die heutige Zeit ist das Musikleben wichtiger Teil der Kulturszene im abwechs- lungsreichen Veranstaltungskalender der Stadt. Auf Festivals, in Konzertreihen und besonders während des Weimarer Sommers spielen, musizieren und tanzen Künstler aus aller Welt auf den Straßen und Plätzen, in Parks und in der Kulisse der klassischen Stätten. (siehe S. 24) Bachs Spuren, Liszts Haus und neue Erlebnisorte ERLEBNISORT „BACH IN WEIMAR“ IN DER BASTILLE 2 / 3 STUDIERENDE VOR SCHLOSS BELVEDERE Bach-Ausstellung in der Bastille Musikerlebnis für Jedermann Die überaus produktive Zeit von Johann Sebastian Bach, Die „Bach-Orgel“ als interaktives Erlebnis am ehemaligen der von 1708 bis 1717 in Weimar lebte, wird jetzt öffentlich- Wohnhaus des Komponisten erinnert nicht nur optisch an keitswirksam erfahrbar. Der neu geschaffene Erlebnisort das Kircheninstrument. Wie beim großen Vorbild muss der „Bach in Weimar“ informiert mit einer multimedialen Aus- Ton durch das Treten eines Pedals selbst erzeugt werden – stellung über die wichtigen Lebensjahre des Musikers in der Besucher wird als „Bälgetreter“ aktiv und mit Bachs Musik Weimar. Die Gäste werden in der Bastille des Stadtschlosses belohnt. Zu hören sind die Toccata C-Dur, BWV 564, einge- in Bachs Welt und das frühzeitliche Weimar entführt. spielt von Bernhard Klapproth sowie Menuett und Badinerie, BWV 1067, intoniert von Midori Seiler & friends zur Bach Mit einer neuen audiovisuellen Ausstellung wird die Bastille Biennale 2018. Zusätzlich erhalten die Besucher Informa- Weimar zum Leben erweckt. Die Raumkonstruktion aus tionen zum Leben und Wirken des Komponisten. Wandgrafik, Infotafeln und Medienfläche informiert die Be- sucher nicht nur, sondern lässt sie in die Stadt eintauchen, wo „Bach-Orgel“, zwischen Platz der Demokratie und Markt, Bach wichtige seiner Werke komponierte. Eine raumgreifende spielbar von 6 bis 22 Uhr. Wandgrafik, ein Bildschirm sowie illustrierte Texttafeln bilden verschiedene Informationsebenen. Das Gesamtensemble umrundet ein Wandpanorama, das den Blick auf authentische Bach-Stätten in Weimar ermöglicht, darunter Bachs ehema- liges Wohnhaus am Markt 16 oder seinen Arbeitsplatz im Stadtschloss mitsamt der seit 1774 zerstörten Schlosskapelle „Himmelsburg“. Die Illustrationen erinnern an Tintenzeich- nungen und versetzen in Bachs Welt. Thematisiert werden unter anderem Bachs umfangreiche Tätigkeiten am Weimarer Hof und sein Wechsel nach Köthen, der ihm zuvor noch einen vierwöchigen Arrest in der Weimarer Bastille einbrachte. Stadtführung Schauplätze der Musik Drei Viertel seines Orgelwerkes und viele Kantaten entstan- Historikerin und Musik-Liebhaberin Renate Ragwitz den in der Residenzstadt. Auch solche berühmten Cembalo- führt durch Weimar und europäische Musik- und werke wie das Wohltemperierte Clavier und eine zeitige Fas- Kulturgeschichte: „An den Lebens- und Wirkungs- sung der Brandenburgischen Konzerte gehen auf die Weimarer stätten großer Komponisten lernen die Besucher Zeit zurück. Bach wirkte als Hoforganist in der ehemaligen die Stadt im historischen Kontext kennen. Und nach Schlosskapelle und gab später auch im Schloss als „Concert- der Führung gibt´s noch eine Empfehlung für ein meister und Cammermusicus“ Konzerte mit der Hofkapelle. Konzert am Abend.“ 2 / 3 MUSIK IN WEIMAR LISZT-HAUS AM PARK AN DER ILM Ein Muss für Musikliebhaber Bereits zu Lebzeiten war Franz Liszt ein gefeierter Musiker. Während er von 1848 bis 1861 erstmals in Weimar wirkte, wurde die Residenzstadt durch seine Tätigkeit zu einer bedeutenden Stätte des deutschen Musiklebens. Hier war er als Pianist, Dirigent, Komponist, Lehrer, Musikorganisator und Oberleiter der Hofkapelle tätig. In dieser Zeit gaben sich Intellektuelle aller Sparten und Nationalitäten in der Altenburg die Klinke in die Hand. LISZT-BÜSTE IN DER AUSSTELLUNG Nach längeren Aufenthalten im Ausland bezog Liszt nach seiner Rückkehr nach Weimar ein kleines Haus am Rande des Parks an der Ilm und fußläufig zur Altstadt. In dem ehema- ligen Hofgärtnerhaus lebte er von 1869 bis zu seinem Tod 1886 in den Sommermonaten. Dort empfing Franz Liszt seine zahlreichen und begabten Schüler aus dem In- und Ausland, um diese im Klavierspiel zu unterrichten und lud regelmäßig zu Musikaufführungen ein. Bereits ein Jahr nach seinem Tod ließ Großherzog Carl Alexander die ehemalige Wohnetage des Pianisten als Memorialstätte öffnen. Im Erdgeschoss des ehemaligen Wohnhauses befindet sich eine multimediale Dauerausstellung, die über das Leben, Wirken und Werk Franz Liszts informiert. Das Obergeschoss beherbergt das Wohn- und Arbeitszimmer als zentralen Salon sowie das Schlaf-, Speise- und Dienerzimmer. Der Musiksalon sowie das Arbeits- zimmer sind in der originalen Einrichtung samt Bechstein- Flügel zu besichtigen und wirken als wäre Liszt nur für einen EINGANG LISZT-HAUS Spaziergang in den Park an der Ilm aufgebrochen. 4 / 5 INTERVIEW Reiches musikalisches Erbe WIEGT BACH AM ORT SEINES WIRKENS SCHWERER UND IST ES VIELLEICHT EINE GRÖSSERE LUST IHN ZU INTERPRETIEREN? Bach spiele ich sowieso äußerst gern, aber hier ist es schon eine besondere Aura: Ich unterrichte nur wenige Meter entfernt vom einzigen lokalisierbaren Wohnort Bachs. Bach als Spitze des Eisbergs sehe ich im stilistischen Kontext, so auch zu den vielen anderen Thüringer Kom- ponisten seiner Zeit. In der Barockzeit gab es hier eine unglaubliche Dichte an kreativen Musikern, die in den Residenzen, Städten und Dorfkirchen gewirkt und kompo- niert haben. Davon war Bach letztlich auch beeinflusst. WIE GEHEN SIE ALS MUSIKER MIT DIESEM ERBE UM? Neben meiner Lehr- und Konzerttätigkeit widme ich mich der Wiederaufführung zum Teil vergessener, wiederent- deckter Vokal- und Instrumentalmusik insbesondere Thü- ringer Komponisten. Mit Christoph Dittmar gründete ich das Ensemble Cantus Thuringia & Capella und initiierte das Projekt „Musikerbe Thüringen“. Hierzu gehört Recherche PROFESSOR BERNHARD KLAPPROTT und Forschung, um bei weitgehender Authentizität ein lebendiges Aufführungsergebnis zu erreichen. In unseren Konzerten und der CD-Reihe Musikerbe Thüringen möchten wir dies einem breiten Publikum zu Gehör brin- gen, auch in Verbindung zu Werken Bachs. Bach und Zeitgenossen: Barocke Werke UNTER IHREN EINSPIELUNGEN KOMPLETTER WERK- neu aufführen REIHEN BACHS RAGT EINE BESONDERS HERAUS. SIE WURDEN DAFÜR MIT DEM ECHO KLASSIK UND Alte Musik gespielt auf historischen Instrumenten ist DEM PREIS DER DEUTSCHEN SCHALLPLATTENKRITIK seine Leidenschaft. Professor Bernhard Klapprott selbst AUSGEZEICHNET. ist ein Meister auf dem Cembalo, der Orgel und dem Vier Organisten, darunter ich, haben Bachs gesamtes Clavichord, ist Dirigent und Experte auf dem Gebiet Orgelwerk an den Instrumenten von Andreas und Johann- mitteldeutscher Kirchenmusik des 17. und 18. Jahrhun- Andreas Silbermann eingespielt – ca. 25 Stunden Musik derts. Vor 25 Jahren wurde er als Professor nach Weimar auf 19 CDs, erstmals aufgenommen im SACD-Format. berufen und baute das Institut für Alte Musik an der Mein Beitrag umfasst nahezu ausschließlich Weimarer Hochschule für Musik Franz Liszt mit auf. Neben seiner Stücke. Bald wird die Einspielung der größtenteils in solistischen Konzerttätigkeit leitet er das Ensemble für Weimar entstandenen
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