Zwischen Ideologie Und Kommerz

Zwischen Ideologie Und Kommerz

<p><strong>Zwischen Ideologie und Kommerz </strong></p><p>Der Kunstmarkt der DDR am Beispiel der Gegenwartskunst des Staatlichen Kunsthandels <br>1974 – 1990 </p><p>Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Philosophie an der <br>Philosophischen Fakultät der <br>Technischen Universität Dresden </p><p>vorgelegt von </p><p>Sabine Tauscher geb. am 18.12.1953 in Eisenberg </p><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1">Betreuer: </li><li style="flex:1">Prof. Dr. Jürgen Müller, </li></ul><p>Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden </p><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1">Gutachter: </li><li style="flex:1">1. Prof. Dr. Jürgen Müller, </li></ul><p>Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden 2. Prof. Dr. Bruno Klein, Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden </p><p><strong>Eidesstattliche Erklärung </strong></p><p>Ich versichere hiermit, dass ich die vorgelegte Dissertation eigenständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel verwendet habe. </p><p>Ort, Datum und Unterschrift </p><p>2</p><p><strong>Inhaltsverzeichnis </strong></p><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1"><strong>Einleitung..........................................................................................................................6 </strong></li><li style="flex:1"><strong>I</strong></li></ul><p></p><p>I.1 I.2 I.3 <br>Vorbemerkungen.................................................................................................................... 6 Forschungsstand................................................................................................................... 20 Methode und Aufbau der Arbeit.......................................................................................... 28 </p><p><strong>II Kulturpolitischer&nbsp;Kontext .............................................................................................32 </strong></p><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1">II.1 </li><li style="flex:1">Die zeitgenössische bildende Kunst im Sozialismus der Honecker-Ära ............................. 32 </li></ul><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1">II.2 </li><li style="flex:1">Der Staatliche Kunsthandel der DDR zwischen 1974 und 1977 ......................................... 47 </li></ul><p>II.2.1 Grundlagen&nbsp;...................................................................................................................... 47 II.2.2 Vorgängerinstitutionen&nbsp;.................................................................................................... 52 II.2.3 Gründungsphase&nbsp;des Staatlichen Kunsthandels............................................................... 55 II.2.4 Anfangsschwierigkeiten&nbsp;.................................................................................................. 68 </p><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1">II.3 </li><li style="flex:1">Der Staatliche Kunsthandel der DDR zwischen 1977 und 1990 ......................................... 84 </li></ul><p>II.3.1 Generaldirektion..............................................................................................................&nbsp;84 II.3.2 Außenhandel....................................................................................................................&nbsp;87 II.3.3 Binnenhandel&nbsp;und innere Struktur................................................................................... 93 II.3.4 Auflösung&nbsp;des Staatlichen Kunsthandels 1990.............................................................. 101 </p><p><strong>III Das&nbsp;Netzwerk der Galerien des SKH .........................................................................103 </strong></p><p>III.1 III.2 III.3 <br>Galerien für Gegenwartskunst ........................................................................................... 103 Preispolitik......................................................................................................................... 107 Galerieprofile..................................................................................................................... 110 <br>III.3.1 Bezirksdirektion&nbsp;Rostock/Schwerin .............................................................................. 110 <br>Galerie am Boulevard, Rostock.............................................................................................. 110 Greifengalerie, Greifswald..................................................................................................... 118 Sommergalerien an der Ostseeküste, Prerow......................................................................... 122 Galerie am Dom, Schwerin .................................................................................................... 127 Hanse Galerie im Speicher, Stralsund.................................................................................... 129 Galerie am Meer, Rostock-Warnemünde............................................................................... 129 <br>III.3.2 Bezirksdirektion&nbsp;Berlin/Potsdam................................................................................... 133 <br>Galerie Arkade, Berlin ........................................................................................................... 133 Galerie a, Berlin ..................................................................................................................... 142 </p><p>3</p><p>Studio-Galerie, Berlin ............................................................................................................ 144 Galerie Berlin, Berlin ............................................................................................................. 150 Galerie Skarabäus, Berlin....................................................................................................... 154 Galerie im Alten Museum/Rotunde, Berlin............................................................................ 156 Galerie Unter den Linden, Berlin........................................................................................... 158 Galerie re, Berlin.................................................................................................................... 165 Clubgalerie Otto Nagel und Galerie visuell, Berlin ............................................................... 167 Galerie Berlin - Friedrichstraße, Berlin.................................................................................. 169 <br>III.3.3 Bezirksdirektion&nbsp;Leipzig ............................................................................................... 171 <br>Galerie am Sachsenplatz, Leipzig .......................................................................................... 171 Galerie Theaterpassage, Leipzig ............................................................................................ 182 Galerie P, Leipzig................................................................................................................... 187 Galerie am Thomaskirchhof, Leipzig..................................................................................... 195 <br>III.3.4 Bezirksdirektion&nbsp;Halle/Magdeburg ............................................................................... 198 <br>Kleine Galerie, Magdeburg.................................................................................................... 198 Galerie am Hansering, Halle/Saale ........................................................................................ 200 Galerie St. Florian, Halberstadt.............................................................................................. 206 <br>III.3.5 Bezirksdirektion&nbsp;Dresden/Cottbus................................................................................. 207 <br>Galerie Carl Blechen, Cottbus................................................................................................ 207 Neue Dresdner Galerie, Dresden............................................................................................ 210 Kunstgalerie Budyšin, Bautzen .............................................................................................. 215 Galerie am Schönhof, Görlitz................................................................................................. 217 Clubgalerie Brücke, Dresden ................................................................................................. 223 <br>III.3.6 Bezirksdirektion&nbsp;Karl-Marx-Stadt/Gera ........................................................................ 223 <br>Galerie Buntes Lädchen, Saalfeld .......................................................................................... 223 Galerie im Stadthaus, Jena ..................................................................................................... 225 Galerie am Markt, Gera.......................................................................................................... 228 Galerie Spektrum und Galerie Schmidt-Rottluff, Karl-Marx-Stadt....................................... 232 Kunstgalerie Vogtland, Plauen............................................................................................... 238 Kunst- und Antiquitätengalerie, Glauchau; Galerie Peter Breuer, Zwickau; Galerie Hans Witten, Freiberg ..................................................................................................................... 241 <br>III.3.7 Bezirksdirektion&nbsp;Erfurt/Suhl.......................................................................................... 242 <br>Galerie erph, Erfurt................................................................................................................. 242 Galerie im Steinweg, Suhl...................................................................................................... 246 <br>III.3.8 Bezirksdirektion&nbsp;Frankfurt/Oder ................................................................................... 248 <br>Galerie Gallus, Frankfurt/Oder und Kunstgalerie Schwedt, Schwedt.................................... 248 </p><p>4</p><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1">III.4 </li><li style="flex:1">Auktionen in den Galerien für Gegenwartskunst............................................................... 251 </li></ul><p></p><p><strong>IV Der&nbsp;Staatliche Kunsthandel als Produzent von Kunst .............................................259 </strong></p><p>IV.1 Kunsthandelseigene&nbsp;Editions- und Grafikprogramme....................................................... 259 <br>IV.1.1 Grafikeditionen..............................................................................................................&nbsp;259 IV.1.2 Das&nbsp;Programm „100 ausgewählte Grafiken“................................................................. 269 IV.1.3 Das&nbsp;Posterprogramm des Staatlichen Kunsthandels...................................................... 274 IV.1.4 Plastikeditionen&nbsp;............................................................................................................. 286 </p><p>IV.2 Werkstätten&nbsp;........................................................................................................................ 290 <br>IV.2.1 Wirtschaftliche&nbsp;Situation von (kunst)handwerklichen Werkstätten .............................. 291 IV.2.2 Direktionsbereich&nbsp;Produktion........................................................................................ 297 IV.2.3 Die&nbsp;Werkstätten............................................................................................................. 300 <br>Werkstatt für Metallgestaltung, Altenburg und Bildgießerei Schöneiche, Berlin.................. 300 Werkstatt für Keramik, Waldenburg...................................................................................... 302 Werkstatt für Keramik, Marwitz ............................................................................................ 304 Werkstatt für Keramik, Juliusruh (Rügen)............................................................................. 306 Werkstatt für Keramik, Bad Liebenwerda.............................................................................. 306 Werkstatt für Keramik, Velten............................................................................................... 307 Kupferdruckerei, Berlin.......................................................................................................... 307 Groß-Atelier Pankow und weitere Werkstätten ..................................................................... 308 </p><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1"><strong>V</strong></li><li style="flex:1"><strong>Der SKH als wirtschaftlicher Akteur.........................................................................309 </strong></li></ul><p></p><p>V.1 V. 2 <br>Vorbemerkungen................................................................................................................ 309 Die Bilanzen des Staatlichen Kunsthandels der DDR ....................................................... 311 </p><p><strong>VI Schlussbetrachtung: </strong><br><strong>Ein sozialistischer Kunstmarkt nach marktwirtschaftlichem Vorbild? .................322 </strong></p><p><strong>VII Abkürzungen,&nbsp;Literaturverzeichnis und Verzeichnis der Anhänge .......................340 </strong></p><p>Abkürzungen................................................................................................................................... 340 Literaturverzeichnis ........................................................................................................................ 344 Verzeichnis der Anhänge................................................................................................................ 405 </p><p>5</p><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1">I</li><li style="flex:1">Einleitung </li></ul><p></p><ul style="display: flex;"><li style="flex:1">I.1 </li><li style="flex:1">Vorbemerkungen </li></ul><p>„Wo bleibt der sozialistische Kunsthandel?“<sup style="top: -0.38em;">1 </sup>Mit deutlichen Worten rief der Maler Bernhard Heisig (1925–2011) im Jahr 1972 in der Zeitschrift <em>Bildende Kunst</em>, dem Publikationsorgan des Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK), zur Gründung eines Kunsthandels in der DDR und damit zur Bildung einer privaten Käuferschicht auf. Er stellt in seinem Beitrag fest: </p><p>„Es ist nötig, daß nicht allein der Staat als Geldgeber für bildende Kunst in Erscheinung tritt, sondern daß ein Markt für den Künstler erschlossen wird, der, wenngleich latent vorhanden, bei uns bisher zu wenig beachtet wurde. Gemeint ist der private Käufer für bildende Kunst.“<sup style="top: -0.33em;">2 </sup></p><p>Im Folgenden wird Heisig noch deutlicher: </p><p>„Ich will nicht den kapitalistischen Kunstmarkt als Lösung des Problems anbieten, doch muß festgestellt werden, daß im kapitalistischen Bereich ein Kunstmarkt existiert, der für viele Künstler eine finanzielle Basis bietet und eine beachtliche Wirkung hat. Dabei sind die Methoden ziemlich klar: Der Kunsthändler will verdienen, also muß er verkaufen.“<sup style="top: -0.33em;">3 </sup></p><p>Seine Forderung schließt der Künstler mit den Vorschlägen: </p><p>„Es ist vor allem wichtig, das ganze Problem des Kunsthandels in der DDR neu zu durchdenken und ihm seine kommerzielle Vorbelastung zu nehmen. Denkbar wären beispielsweise kleine Galerien, die mit finanziellem Anreiz für ihre Leiter der Verkaufsgenossenschaft angeschlossen werden würden und unter dem Patronat des Verbandes arbeiten. ... Letztlich geht es um die Notwendigkeit für den Künstler, neue Wege zum Käufer zu finden und die Abteilungen Kultur der Räte der Bezirke nicht als alleinige Geldgeber zu betrachten.“<sup style="top: -0.33em;">4 </sup></p><p>Heisigs ebenso eindeutige wie provokante Forderung fällt in eine Stimmung des kulturpolitischen Wandels, die mehrheitlich zurückgeführt wurde auf den Wechsel an der </p><p><sup style="top: -0.29em;">1</sup>Heisig, Bernhard: Wo bleibt der sozialistische Kunsthandel?, in: <em>Bildende Kunst</em>, Nr. 1, 26/1972, S. 44–45. <sup style="top: -0.29em;">2 </sup>Ebd., S. 44. <sup style="top: -0.29em;">3 </sup>Ebd., S. 44. <sup style="top: -0.29em;">4 </sup>Ebd., S. 45. </p><p>6</p><p>Staatsspitze der DDR und auf den unter Zugzwang stehenden neuen Generalsekretärs des Zentralkomitees, Erich Honecker (1912–1994), der seine Politik von der Ära seines Vorgängers Walter Ulbricht (1893–1973) abzusetzen versuchte.<sup style="top: -0.38em;">5 </sup>Honecker hatte sich als Sekretär des Zentralkomitees (ZK) der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) auf dem 11. Plenum im Dezember 1965, das als das berüchtigte kulturpolitische „Kahlschlagplenum“ in die Geschichte der DDR eingegangen ist, noch zum Wortführer gegen jede Form der Liberalisierung, unter anderem auch in den Künsten, gemacht. Mit der Neubesetzung der Spitze der DDR-Führung durch Honecker im Mai 1971 begann zudem ein „Vernichtungsfeldzug“ gegen alle privaten Betriebe, Händler, Verlage, Buchhandlungen, handwerkliche Einrichtungen sowie privat betriebene Galerien für Kunst und Antiquitäten. Statt privater Initiativen sollte der „Volkseigene Sektor“ ausgebaut werden. Umso erstaunlicher zeigt sich Heisigs Forderung in diesem Klima wirtschaftspolitischer Zwangsverstaatlichung. Auch die Wirkkraft der Worte des Künstlers mag überraschen, da sie in der Gesamtschau nicht nur Auswirkungen auf den künstlerischen Bereich hatte. Denn Heisig forderte auch eine konkrete Umsetzung der gern in Richtung Westen verkündeten Formel der „Weite und Vielfalt“ <sup style="top: -0.38em;">6 </sup>ein, mit der Honecker die kulturpolitische Vereisung der Ulbricht-Ära anzutauen gedachte. Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis ein durch den Verband Bildender Künstler (VBK) und das Ministerium für Kultur (MfK) organisierter und gesteuerter Kunsthandel mit zeitgenössischer bildender und angewandter Kunst<sup style="top: -0.38em;">7 </sup>sowie Antiquitäten, Numismatik und Philatelie aufgebaut wurde. Diese Entwicklung hatte Signalwirkung, denn mit der Gründung und dem Aufbau eines Staatlichen Kunsthandels (SKH) ab 1974 kam es parallel in den folgenden Jahren zu zahlreichen privaten, halbstaatlichen und genossenschaftlichen Galeriegründungen. Allein in Ost-Berlin versammelte eine Broschüre, herausgegeben vom Staatlichen Kunsthandel und mit einem </p><p><sup style="top: -0.29em;">5 </sup>Vgl. Günter Feist, Eckhart Gillen (Hg.): <em>Das Kunstkombinat DDR: Zäsuren einer gescheiterten Kunstpolitik</em>, </p><p>Köln 2005, S. 156, sowie Kapitel II der vorliegenden Arbeit. <sup style="top: -0.29em;">6 </sup>Das Begriffspaar „Weite und Vielfalt“ sollte die Lockerungen des sogenannten „Bitterfelder Weges“ beschreiben, die 1971 auf dem VIII. Parteitag der SED und dem 4. Plenum des ZK von Erich Honecker initiiert wurden. Der Musikwissenschaftler Knut Holtsträter weist zu Recht darauf hin, dass in Honeckers Rede das Motto nüchterner ausfalle, da er statt „Weite“ nun „Breite“ verkündete. Vgl. Knut Holtsträter: Kurzschlüsse und Abbrüche in der musikästhetischen Argumentation in der DDR, in: <em>Die unerträgliche Leichtigkeit der Kunst – Künste und Kunstwissenschaften in der DDR</em>, hg. v. Michael Berg, Knut Holtsträter u. Albrecht von Massow (=KlangZeiten, Bd. 2), Köln u. a. 2007, S. 193-205, hier S. 196, Fußnote 7. <sup style="top: -0.29em;">7 </sup>Vgl. die Profile und Arbeitsweisen der Galerien des Staatlichen Kunsthandels der DDR, die ausführlich in Kapitel III der vorliegenden Untersuchung dargestellt sind. </p><p>7</p><p>Redaktionsschluss vom 20. Dezember 1989, die enorme Anzahl von 119 Galerieadressen für Gegenwartskunst<sup style="top: -0.38em;">8</sup>. Dabei waren die Voraussetzungen für den Handel mit Gegenwartskunst sowie Kunst und Antiquitäten im sowjetischen Sektor nach 1945 und Gründung der DDR 1949 nicht nur schlecht, auch hatte die Ära Ulbricht zwischen 1950 und 1971 den Kunsthandel fast gänzlich zum Erliegen gebracht. In den 1950er und 1960er Jahren war es nur wenigen privaten Galerien vorbehalten, mit Kunst zu handeln, und dies galt meist nur für Antiquitäten oder ältere Kunstwerke, nicht jedoch für den Handel mit Gegenwartskunst.<sup style="top: -0.38em;">9 </sup>Ein freier Kunstmarkt als Bühne für bildende Künstler, die dort ihre Werke zeigen und verkaufen konnten, existierte praktisch nicht. Es fehlte die Voraussetzung, dass die verschiedenen Akteure – Künstler, Galerien, Auktionshäuser und Kunstmessen – einen geeigneten gesetzlichen Rahmen für den Handel mit Kunst vorfanden. Denn die Normen und Weisungen für den gesamten Bereich der Kultur wurden durch das ZK der SED und das MfK festgelegt und reguliert - wie auch das Wirtschaftssystem in der DDR, einschließlich des Kunstbetriebes, zentral gesteuert war.<sup style="top: -0.38em;">10 </sup>Schon Anfang der 1950er Jahre wurde während des 5. Plenums des ZK der SED die Richtlinie für die Kunst und deren konsequente Ausrichtung auf die sozialistische Kulturideologie definiert, die den, später als „Bitterfelder Weg“ bezeichneten, Richtungseinschlag markieren sollte. Somit hatte die Partei- und Staatsführung der DDR nicht nur das Ausstellungswesen, sondern auch den gesamten Handel mit Kunst (Antiquitäten und zeitgenössischen Produktionen) geregelt, wobei es nur ausgewählten Organisationen, kulturellen Einrichtungen und volkseigenen Handelseinrichtungen erlaubt war, Kunst auszustellen und zu verkaufen.<sup style="top: -0.38em;">11 </sup>Das schloss eine ständige Überprüfung von Expositionen und Veräußerungen ein, was nicht nur ideologischen und kulturpolitischen Interessen folgte, </p><p><sup style="top: -0.29em;">8 </sup><em>Galerien. Berlin Hauptstadt der DDR</em>, hg. v. Staatlichen Kunsthandel, Berlin 1989. </p><p><sup style="top: -0.29em;">9 </sup>Vgl. Yvonne Fiedler: <em>Kunst im Korridor. Private Galerien in der DDR zwischen Autonomie und Illegalität </em></p><p>(=Forschungen zur DDR-Gesellschaft), Berlin 2013, S. 43. <sup style="top: -0.29em;">10 </sup>Wie es Eckart Gillen zusammenfassend darstellt: „Das Politbüro entscheidet ‚alle Grundsatzfragen‘, die Sekretäre des ZK (das Sekretariat des ZK) kümmern sich um die ‚Auswahl der Kader‘ [siehe 1]. Die Beschlüsse des Politbüros werden vom Apparat ‚durch ein umfassendes System der Kontrolle der Tätigkeit der nachgeordneten Parteiorgane, der Parteiorganisationen, der zentralen staatlichen Organe und Institutionen‘ durchgesetzt.“ Gillen 2005, S.137; im Zitat verwendete Verweise: [1] Horst Dohlus: <em>Der demokratische </em></p><p><em>Zentralismus – Grundprinzipien der Führungstätigkeit der SED bei der Verwirklichung der Beschlüsse des Zentralkomitees</em>, Berlin/DDR 1965; [2] Otto Schön: <em>Die höchsten Organe der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands</em>, Berlin/DDR 1965, S. 34f. Vgl. außerdem: Stefan Wolle: <em>Die heile Welt der Diktatur. Alltag und </em></p><p><em>Herrschaft in der DDR </em>1971–1989, 3. akt. u. überarb. Aufl., Berlin 2009, S. 286. <sup style="top: -0.29em;">11 </sup>Vgl. Andreas Herbst u. a.: <em>So funktionierte die DDR</em>, Bd. 2: Lexikon der Organisationen und Institutionen, Mach-mit-Bewegung, Zollverwaltung der DDR, Hamburg 1994, S. 963. </p>

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