Paddeln Auf Rhein, Ijssel Und in Den Weerribben Flott Fließt Der Fluss an Die Uralte Hansestadt Vorbei Und Lockt Zum Bummeln

Paddeln Auf Rhein, Ijssel Und in Den Weerribben Flott Fließt Der Fluss an Die Uralte Hansestadt Vorbei Und Lockt Zum Bummeln

Paddeln auf Rhein, Ijssel und in den Weerribben Flott fließt der Fluss an die uralte Hansestadt vorbei und lockt zum Bummeln. Schließlich geht es weiter, in weiten Kurven zieht der Fluss durch die Auen, plötzlich fliegen Hunderte Kiebitze auf, bereit in den Süden zu ziehen. Hohe Wellen peitschen durch die Bucht des Binnenmeeres, ein kleines Motorboot hält sich geschützt in einer Bucht. Weiterpaddeln oder umkehren? Schließlich werden die Wellen gekreuzt, nach 500m sind wir im sicheren Kanal. Lieblich schlängelt sich der kleine Flusslauf durch die Landschaft, kleine Ferienhäuser liegen idyllisch am Ufer, dann wieder nichts als weite Felder und Wiesen, nur in der Ferne ein Kirchturm. Alles das kann man erleben, auf einer Wochentour – und das Allerbeste: direkt vor unserer Haustür! Zumindest für diejenigen, die in NRW ihre Bootshalle haben. Doch auch für eine weitere Anreise sollte sich diese Tour lohnen! Und wo? Auf dem Rhein, der Ijssel, dem Ganzediep und in den Weerribben, als Zugabe darf es auch noch etwas Ijsselmeer sein? Diese Tour beginnt am Niederrhein, der größte Teil verläuft jedoch durch die Niederlande um schließlich in den Weerribben zu enden. Die Niederlande sind ein Eldorado für Wassersportler, allerdings meist stehende Gewässer (oder gleich das Meer), viele Schleusen etc. Die Ijssel jedoch fließt ohne Hindernisse überwiegend flott bis zur Mündung in das Ijsselmeer. Dieser Tourvorschlag biegt kurz vorher ab in das weit verzweigte Kanalsystem, das uns schließlich zu den Weerribben führt, zusammen mit den Wijden ein der schönsten Kanureviere der Niederlande. Erst muss jedoch die Frage des Startortes geklärt werden. Mein Vorschlag ist Rees am Rhein, hier lässt es sich gut einsteigen und parken, bis zu den Werriibben ist man dann gut eine Woche unterwegs. Genauso gut kann man aber auch weiter Rheinab- oder –aufwärts einsetzen, so kann man die Fahrt beliebig verlängern oder verkürzen. Oder man startet auf der Lippe, z.B. in Wesel am Otto Vorwerk Haus, dort kann man auch gut sein Auto stehen lassen. Wer nur ein langes Wochenende zur Verfügung hat kann am Besten in der Nähe von Giesbeek und Lathum, bei Arnheim, einsetzen. Dort befindet sich das Recreatiecentrum „Rhederlaag“, ein großer Baggersee mit vielen Erholungs (=Recreatie)einrichtungen, immer den Schildern zur Fähre folgen. Dort kann man prima sein Boot am Strand einsetzen- am Besten früh am Morgen, bevor die Badegäste kommen- nur Parkmöglichkeiten sind hier knapp. Wir starten aber in Rees. Einsetzen kann man hier am Reeser Kanu Club oder unterhalb des Mühlenturms am anderen Ende der Promenade, große Parkplätze gibt es jeweils in der Nähe. Auf dem Rhein geht es zunächst sehr flott voran, sehr schnell sind aber auch die Binnenschiffe. Es ist ein bisschen wie Fahrradfahren auf der Autobahn, der Rhein ist hier sehr stark befahren. Doch wenn man immer schön den Verkehr im Auge behält sind die hohen Wellen ein spritziger und vielversprechender Auftakt. Bald hinter Rees kommt das nie ans Netz gegangene Kernkraftwerk „schneller Brüter“ in Sicht, heute sicherlich viel sinnvoller als Vergnügungspark „Kernwasser Wunderland“ genutzt – so erklärt sich auch das Alpenpanorama auf dem Kühlturm. Dahinter wird es beschaulicher, der Rhein zieht in langen Kurven an wunderschönen Sandstränden vorbei, die zu einer Pause einladen. Am ersten Tag sollte man es ruhig angehen lassen und die Etappe entweder am Kanu Verein Emmerich (vor der Stadt rechts in den Hafen) oder am linken Rheinstrand auf der Höhe von Kleve ausklingen lassen. Einen Campingplatz gibt es hier zwar nicht, aber ein kleines Zelt und gutes Benehmen wir meist toleriert. Ob das mit den FFH- Gebieten so bleibt, muss abgewartet werden. Doch Vorsicht: Hinter Emmerich beginnen rechtsrheinisch die Niederlande, hier ist wildes Campen streng verboten! Das gilt dann auch für den Rest der Reise, allerdings gibt es dann auch genügend Campingplätze. Am nächsten Tag geht es weiter. Hinter Emmerich liegt hoch auf dem Berg die romanische Eltener Stiftskirche, dann wird das rechte Ufer niederländisch, bald darauf auch das linke Ufer. Rechts liegt der erste niederländische Ort „Tolkammer“, hier war früher die Grenzstation. Daran erinnern heute nur noch einige ansehnliche Verwaltungsgebäude hinter dem Deich, am Deich locken einige Cafes, doch ist das Anlegen am steinigen Ufer recht mühsam. Also geht es weiter, bald erscheint am linken Ufer Millingen, jetzt sind wir endgültig in den Niederlanden. In Millingen oberhalb des Fähranlegers liegt ein deutsch-niederländisches Informationszentrum für das Naturschutzgebiet „Duffelt“. Aber Achtung: direkt hinter Millingen teilt sich der Rhein zum ersten Mal: Links beginnt der Waal, wir biegen rechts ab, in den Pannerdenschen Kanal. Der Schiffsverkehr fährt überwiegend auf der Waal Richtung Rotterdam, im Pannerdenschen Kanal wird es merklich ruhiger. Der Kanal kürzt einen Rheinarm ab, links und rechts erstrecken sich alte Rheinarme im Naturschutzgebiet. Auf der Ijssel Wenn man am Horizont Arnheim erblickt, müssen wir uns wieder rechts halten: links heißt unser Fluss jetzt Neder-Rijn, der rechte Arm ist die Ijssel. Nach dem Abzweig schieben sich Industrie und die Vorstädte ins Bild, doch nach der Autobahnbrücke wird es wieder ruhig und beschaulich. Kleine Örtchen ziehen vorbei, nach einem starken Rechtsknick liegt rechterhand der Abzweig ins „Rhederlaag“, hier trifft die Fahrt den alternativen Einsetzplatz. Die Ijssel ist deutlich schmaler und weniger befahren als der Rhein, nur hin und wieder zieht ein Binnenschiff vorbei. Linker Hand sieht man die Hügelkette der Hougen Veluwe. Bald kommt die erste Hansestadt „Doesburg“ ins Blickfeld. Wäre man Fahrradfahrer („Fitser“), würde man der Ijssel auf dem Deich auf der „Hanza-Route“ folgen. Das kommt nicht von ungefähr, entlang der Ijssel ziehen sich wie eine Perlenkette alte schmucke Hansestädtchen mit vielen Resten gotischer Baukunst. Doesburg ist das erste dieser Städtchen. Es liegt an der Mündung der „Ouden Ijssel“ in die Ijssel. Das Anlegen ist etwas schwierig, am Ende der Stadt gibt es ein Motorboot-Einsatzplatz, hier kann man anlegen, wenn man sein Boot dort nicht liegen lässt. Man kann sich der Stadt aber auch anders nähern: Fotos machen, weiter paddeln und rechts in die „Zwarrte Schaar“ einbiegen. Dies ist ein alter Ijsselarm, hier liegen einige schöne Campingplätze. Nach dem Zeltaufbauen folgen wir dem Ijsselarm weiter bis zu einem künstlichen Abschluss. Hier zweigte früher der Stadtgraben ab, wir legen an und kommen nach ein paar Meter Fußmarsch in den alten Stadtkern. Im VVV (=Tourismusbüro, gibt es in fast jeder Stadt) decken wir uns mit Infomaterial ein und erkunden so bewaffnet die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dabei zieht uns eine besonders an: Doesburg rühmt sich des ältesten Restaurants der Niederlande, die „Waag“. In der herrlichen gotischen Halle schmeckt der Cappuccino gleich doppelt gut, die Campingküche bleibt auch kalt... Am nächsten Morgen liegen die Boote irgendwie tiefer im Wasser, bei Dieren kommt eine „Gierpont“ ins Blickfeld. Diese Fähren hängen an Ketten im Wasser, durch den Strömungsdruck werden sie angetrieben. Am besten man fährt da vorbei, wo die Fähre gerade nicht ist. Weiter geht es durch weites Land, es wird deutlich einsamer am Ufer, alte Dörfchen sind hin und wieder zu erblicken. Wenn die Bebauung wieder zunimmt ist Zutphen nicht mehr weit. Eine weitere Perle in der Kette alter Städte, grüßt sie den Paddler aber weniger mittelalterlich als mit einer Reihe klassizistischer weißer Gebäude am Ijsselufer. Direkt am Beginn der Promenade kann man anlegen und sich davon überzeugen, dass auch Zutphen einen mittelalterlichen Kern sein eigen nennt. Doch wir wollen weiter, lassen Stadt und unvermeidliche Industrie hinter uns und am Fluss wird es wieder ruhiger, die Tierwelt wird wegen der vielen alten Arme und renaturierten Baggerseen reicher und interessanter: je nach Jahreszeit sind Störche, Kiebitze oder Wildgänse zu beobachten. Dann erscheint eine Autobahnbrücke und schon sind wir in Deventer, für mich die Schönste der an Schönheiten nicht armen Hansestädte. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Vor der Altstadt in den Hafen, dort liegt der Kanu Club Deventer (im „1e Haven“, scharf links halten) mit Übernachtungsmöglichkeiten. Wir fahren ein Stück weiter und halten uns am Fähranleger links. Achtung, wenn die Fähre gerade anlegt, sonst kann man problemlos um den Anleger herum fahren und im Kehrwasser am seichten Ufer anlegen. Jetzt freuen sich alle, die einen Bootswagen dabei haben: der Campingplatz liegt etwas 100m Fußmarsch den kleinen Weg rechts hinter dem langsam zerfallenen Restaurant entlang. Aber der Campingplatz belohnt diese letzte Anstrengung des Tages mit einer idyllischen Lage und nettem Personal, Brötchenservice inklusive. Und das Beste für die müden Knochen: auf die Fähre, über die Ijssel und schon ist man mitten in der herrlichen Altstadt. Bei mediterraner Atmosphäre locken unzählige Cafes und Restaurants, viele sehenswerte Häuser und wunderschöne Kirchen. Doch es muss gewarnt werden: Die vielen Geschäfte sind sehr verlockend, wir bleiben noch einen Tag länger zum ausgiebigen Bummeln und Besichtigen der Sehenswürdigkeiten in dieser quirligen schönen Stadt. Am Abend dann eine Überraschung: das verlassen wirkende Restaurant am Fähranleger ist von Kunststudenten der Stadt belebt, eine Ausstellung und Live-Musik verlängern den Abend ganz unverhofft. Dank der Shopping Aktivitäten und der vielen Eetcafes liegen die Boote wieder tiefer im Wasser. Doch es geht weiter, wir wollen heute bis Kampen. Dort biegen wir von der

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