Die Besprechung Rezensionsdienst – Bücher, Cds, CD-Roms, Dvds Unter Die Lupe Genommen

Die Besprechung Rezensionsdienst – Bücher, Cds, CD-Roms, Dvds Unter Die Lupe Genommen

8. Jahrgang (2013), Heft 1 (Dez. 2013) die besprechung Rezensionsdienst – Bücher, CDs, CD-ROMs, DVDs unter die Lupe genommen Der Herausgeber und hand von aktuellen Fotos deren Standort für die Geschichte Nachwelt bzw. die Bevölkerung von heute fest- Chefredakteur spricht gehalten. Schade ist nur, dass inzwischen viele der Gebäude oder auch der Bierkeller nicht Wie Sie dem Lay- mehr existieren oder in Bälde (Brauerei Wiendl) out bereits entnehmen der Spitzhacke zum Opfer fallen. Aber wenig- können, ist „Die Be- stens sind zu vielen fotografische Dokumente in sprechung“ nun etwas dem Buch abgedruckt, so dass man sich einen anders. Das hängt da- passablen Eindruck verschaffen kann. mit zusammen, dass Vielleicht wächst in der Zukunft ja eine Ge- jetzt nicht mehr der neration heran, die wieder mehr Interesse an gute alte Pagemaker solchen Themen zeigt und vielleicht sogar – wie als Programm zur Ge- es andernorts ja klappt – ein eigenes Bier in ei- staltung dient, sondern ner kleinen Genossenschaftsbrauerei herstellen dessen Nachfolger bei lässt. Das wäre doch ein Ziel zur 1150-Jahrfeier Adobe „Indesign“. des Marktes Beratzhausen im Jahr 2016! Markus Bauer Und mit diesem Umstieg bzw. Aufstieg ha- ben sich auch die Personen und die Rahmen- bedingungen geändert, die mit der Herstel- lung der Zeitschrift zu tun haben. Daher gilt mein Dank ganz besonders Gabriele Riepl, die vor allem bei der Bildbearbeitung (Rahmen, Schärfe, Kontraste etc.) und beim Endlayout in diesen Pagemaker-Jahren dieses Projekt tat- kräftig unterstützt hat. Mit der Umstellung auf das neue Programm liegt die gesamte Gestal- tung nun in den Händen von Christian Resch- ke, Mediengestalter (Grafik und Layout) beim Tangrintler Medienhaus. Ihm und auch Chef Stefan Mirbeth gilt mein Dank für die pro- blemlose Bearbeitung dieses meines Projektes Elisabeth Spitzenberger / Arthur Schreyer im Medienhaus. / Dieter Schwaiger: Bierkeller im Markt Be- ratzhausen. Eine Dokumentation. Beratz- hausen 2012. Eigenverlag der Autoren. 66 „Alle Jahre wieder“ heißt eines der be- Seiten. - Nur beschränkte Auflage. kanntesten Weihnachtslieder – und man könnte fortsetzen „kommt ‚Die Besprechung‘ raus“. Ich Im nun zu Ende gehenden Jahr 2013 waren gebe es zu: Vom vorliegenden Material und von es 530 Jahre, dass für den heutigen Markt Be- den vergebenen Büchern her wäre eine zweite ratzhausen erstmals ein Brauhaus urkundlich Ausgabe möglich gewesen. Doch leider – und erwähnt wird. Doch leider wird es im kommen- da nehme ich mich auch gar nicht aus – stan- den Jahr 2014 schon wieder 20 Jahre her sein, den dann doch lange einige Rezensionen aus. dass mit der Brauerei Wiendl („Englbräu“) die Und der Faktor „Zeit“ ist, zumal wenn ein sol- letzte Braustätte dicht machte. 511 Jahre Bier- ches Projekt ohne Honorar und in der Freizeit und Braugeschichte, die inzwischen dank ei- gestemmt wird, ebenfalls immer ein Hemm- niger engagierter Heimatforscher dokumentiert schuh. Mir persönlich fehlen zudem – im Ge- sind. Christine Riedl-Valder (Hg.): 750 Jahre Burg gensatz zu früher – die längeren Zugfahrten, Neben zwei fundierten Beiträgen von Dieter Ehrenfels in Beratzhausen. Mit Beiträgen von Andreas Boos, Artur Dirmeier, Thomas Dürr, wo man dann zwei oder drei Bücher lesen Schwaiger in heimatkundlichen Zeitschriften Manfred Jehle, Isabel Käser, Thomas Riedel, konnte. Heute reicht die Zeit bei Bahnfahrten hat dieser zusammen mit der Beratzhausener Christine Riedl-Valder, Joachim Zeune. Heraus- allenfalls zur Lektüre lange aufgeschobener Ortsheimatpflegerin Elisabeth Spitzenberger gegeben im Auftrag des Marktes Beratzhau- Zeitungsartikel oder von auf die Seite gelegter und dem Bierkeller-Forscher Arthur Schreyer sen, Schriftenreihe – Band 8 (Broschur). Kal- Zeitschriften. Und das zur Lektüre mitgenom- eine Zusammenstellung der früheren örtlichen lmünz 2012. Verlag Laßleben. 207 Seiten. mene Buch wird am Ende der Dienstreise un- Bierkeller vorgelegt – mit viel Kartenmateri- ISBN-Nr.: 978-3-7847-1213-0; 14,95 Euro gelesen wieder aus der Tasche gekramt. al, Grafiken, Planskizzen und Bildern. Daraus wird ersichtlich, wo die Wirte, die im früheren Die vorliegende, 207 Seiten starke Buch ist – Aber solange die Zeitschrift, auch wenn sie Kommun- bzw. Gesellschaftsbrauhaus ihr Bier verspätete – Festschrift und Zusammenfassung nur einmal pro Jahr erscheint, immer auf posi- produzierten, dieses gelagert hatten. Denn rich- eines Symposiums zugleich. 2006 beging der tive Resonanz stößt, geht’s weiter. Einige Rück- tige Kühlräume im Umfeld der Brauereien gab Markt Beratzhausen das – nachweisliche - 750- meldungen von Lesern sind in der Zeitschrift es ja erst später. Natürlich wird im Kontext der jährige Bestehen der einst stattlichen Burg Eh- auch abgedruckt. Bierkeller auch deutlich, welche Wirte im Ge- renfels, die heute leider nur noch in Fragmenten sellschaftsbrauhaus ihren Gerstensaft herstell- als Ruine erhalten ist. In einer Urkunde vom 25. Ich darf viel Freude beim Lesen wünschen ten, welche Kellerwirtschaften es gab – kurzum April 1256 wurde die Festung erstmals erwähnt. und natürlich ein gesegnetes Weihnachtsfest wichtige Aspekte zur Brauereigeschichte. Dass Die hochmittelalterliche Adelsburg westlich und alles Gute für das Jahr 2014, in dem es nebenbei etwa, wenn man sich in den Ortsplan von Beratzhausen ist eine der bedeutenderen dann ja vielleicht einmal wieder zwei Ausga- von 1830 vertieft, auch so manche Informati- von rund 80 im Landkreis Regensburg. Die ben geben könnte – wenn die o.g. Faktoren sich onen über die Sozialstruktur und ggf. alteinge- Publikation stellt Forschungsergebnisse dar, bessern. sessene Beratzhausener offenkundig werden, ist die im November 2006, dem Jubiläumsjahr, ein schönes Nebenprodukt. im Rahmen eines Symposiums der Öffentlich- Markus Bauer Die drei Autoren haben äußerst akribisch die keit präsentiert wurden. Der erste Eindruck Bierkeller und Braustätten lokalisiert und an- ist tatsächlich der einer Festschrift, leiten doch Die Besprechung – 8. Jahrgang (2013), Heft 1 (Dez. 2013) Grußworte von Landrat Herbert Mirbeth, Bür- Denkmal vor der Rettung oder vor dem Unter- Deutschland 21,3 Prozent und Österreich so- germeister Konrad Meier und Kulturreferent gang?“ In diesem Rahmen erläuterte man auch gar „nur“ 11,5 Prozent auf. Das widerspricht Michael Eibl zum Thema hin. (Die sonst un- Möglichkeiten zur Sanierung der Burgruine, der Legende vom „kriegerischen Deutschland“. vermeidliche, in allgemeinen Festschriften üb- die - einst stattliche Festung mit sieben Türmen Der Titel „Der Anfang vom Ende des alten liche Werbung hingegen fehlt gottlob). Auf den - seit dem 16. Jahrhundert dem Verfall anheim Europa“ ist zutreffend gewählt, Denn bis zum zweiten Blick aber liegt ein engagiertes wissen- gegeben ist. Auch diese Veranstaltung findet Ersten Weltkrieg waren Kriege, auch Präventiv- schaftliches Werk von versierten Autoren vor. hinreichend Erwähnung in dem Buch. kriege, gemäß dem bekannten Militärtheoreti- Eingangs dreht sich alles um die Grundlage des Mit der Publikation „750 Jahre Burg Ehrenfels ker Carl von Clausewitz (1780-1851), Fortset- Jubiläums, die Urkunde von 1256, die in zwei in Beratzhausen“ liegt ein ambitioniertes Werk zung der Politik mit anderen Mitteln (bei einer Beiträgen von Isabel Käser/Artur Dirmeier und vor, mit gut lesbaren Beiträgen, wenn auch die Großmacht leider immer noch üblich, Anm. Christine Riedl-Valder übersetzt und detailliert obligatorischen Fußnoten und Quellenverweise des Autors). Auch während des Krieges setzte beschrieben wird. Der Hauptteil der Publika- – notwendigerweise oder nicht (?) – teilweise der Reichskanzler Theobald von Bethmann tion widmet sich den Forschungsbeiträgen. sehr ausführlich sind. Hilf- und aufschlussreich Hollweg (1856-1921) im Gegensatz zur Ober- Manfred Jehle legt die Bedeutung Beratzhau- sind die zahlreichen Fotos und Abbildungen. sten Heeresleitung und seinem Gegenspieler sens und des Adelsgeschlechts der Ehrenfelser Generell erfährt der Leser außerordentlich viel in der Flottenfrage, Alfred von Tirpitz (1849- dar. In weiteren Aufsätzen wird die Historie über die Vergangenheit des Marktfleckens im 1930), nie auf Siegfrieden. Ein Novum in der der Burg (von Andreas Boos) sowie deren Bau- Tal der Schwarzen Laber. Für jeden Beratzhau- Geschichte war die Kriegsschuldfrage als „ius geschichte (Autor: Joachim Zeune) erläutert. sener und heimatgeschichtlich Interessierten ad bellum“ und Schuld im Kriege (Kriegsver- Das nachfolgende Referat von Thomas Riedel sollte „750 Jahre Burg Ehrenfels“ ein Muss sein. brechen) „ius in bello“. Diese Fragen tauchen widmet sich der wohl berühmtesten Beratzhau- Sabine Tischhöfer dann wieder nach dem Zweiten Weltkrieg in senerin, Argula von Grumbach, geborene Stauff den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen von Ehrenfels, eine streitbare Reformatorin. In auf. einem, dem ersten Anschein nach aus dem Rah- Zum ersten Mal wurde gemäß Versailler men fallenden, „exotischen“ Beitrag beleuchtet Vertrag ein ganzes Volk der Kriegsschuld be- Thomas Dürr „mittelalterliche Instrumente zichtigt, um damit die finanziellen Ansprüche und ihre Spieltechnik“. In einer die Jubiläums- der Siegermächte gegen Deutschland zu be- feierlichkeiten begleitenden Ausstellung prä- gründen. David Lloyd George (1863-1945), sentierte man ein großes Spektrum von „Klang- englischer Ministerpräsident, hält auch das erzeugern“ von den Anfängen bis ins späte deutsche Volk dafür verantwortlich, „denn die Mittelalter. So ist der Bezug wieder hergestellt, Völker müssen wissen, dass sie nicht ungestraft denn sicher wurde einst auch

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