Fiction Times 11/84 3

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Science Fiction Times 11/84 3 EDITORIAL INHALT4 Amputationen nehmen zu INTERVIEW MIT ROBERT SHECKLEY 5 Der satirische Autor über seine Arbeit und sein Leben FLUCHT IN FABELWELTEN 9 Die neueren Auswüchse des Fantasy-Films PR FUR PR 15 Perry Rhodan auf der Buchmesse INDIANA JONES UND DER TEMPEL DES MAMMON 18 Warum bestimmte Filme so schwer erträglich sind GREMLINS UND ANDERE SCHRECKEN 20 Im Herbst schlägt die Filmbranche wieder zu DAS BUCH DES MONATS 27 Deutsche SF von ihrer besten Seite REZENSIONEN 28 Mik Ort, ZURÜCK IN DIE STEINZEIT Björn Kurten, DER TANZ DES TIGERS Jean M. Aue!, DAS TAL DER PFERDE Sam J. Lundwall, 2018 ODER DER KING KONG BLUES Harry Harrison, DIESSEITS VON EDEN Kate Wilhelm, MARGARET UND ICH Philip Jose Farmer, DER ERLÖSER VOM MARS Frank Herbert, DIE WEISSE PEST Alpers/Pusch (Hrsg.), ISAAC ASIMOV- DER TAUSENDJAHRESPLANER Rolf Kellner, SCIENCE FICTION-LESER TV-TIPS 33 Phantastische Filme im November ’84 VIDEO-TIPS 34 Neu auf Kassette November ’84 35 NACHRICHTEN 40 NEUE SCIENCE FICTION IM DEZEMBER ’84 42 IMPRESSUM Lange Zeit war das Lesen von Science Der neue Skandal Übersetzungen kürzen, schließlich weni­ Fiction in deutscher Sprache ein durch­ Ein Vergleich zwischen den Büchern ger Kosten zu verzeichnen haben als aus zweifelhaftes Vergnügen. Der SF-Le­ RADIX (Morrow) und RADIX (Bastei) seriöse Verlage und somit diesen gegen­ ser sah sich nicht nur mit (häufig) zeigt, daß die deutsche Ausgabe um ca. über Wettbewerbsvorteile erringen. Bei schlechten Übersetzungen konfrontiert, 30% gekürzt ist, wenn man einmal von einer Tolerierung von Kürzungen könn• in der Regel wurden die Romane bei der einer eher vorsichtigen Schätzung aus­ ten sich daher möglicherweise alle Ver­ "Übersetzung" auch auf ein Einheits­ geht. Eine solche Kürzungspraxis wäre lage über kurz oder lang gezwungen se­ maß von 144 oder 160 Seiten zurecht­ vielleicht dann noch zu verstehen, wenn hen, ihrerseits mit Kürzungen zu begin­ gestutzt. Wer erinnert sich nicht noch der Band innerhalb einer billigen Aben­ nen, um nicht ins Hintertreffen zu gera­ mit einem wohligen(?) Gruseln an John teuerreihe zu einem Verkaufspreis von ten. Brunners MORGEN GEHT DIE WELT DM 2,80 (oder bei Anrechnung der In­ Falls sich die SFT-Leser einig darin AUS DEN ANGELN, Alexei Panshins flationsrate seit der "Kürzungsperiode" sind, Kürzungen entschiedenen Wider­ WELT ZWISCHEN DEN STERNEN von DM 5 ,80) publiziert worden wäre. stand entgegenzusetzen, bestehen durch­ oder Iwan Jefremows DAS MÄDCHEN Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Ba­ aus berechtigte Erfolgsaussichten. Dabei AUS DEM ALL, besonders berühmt-be• stei-Lübbe brachte den Band in der an­ sollten allerdings weniger künstlerische rüchtigten Beispielen derartiger Total­ gesehenen Reihe "SF-Special" zu einem (über die die entscheidenden Leute in operationen. Die Gründe für diese Kür• Verkaufspreis von stolzen DM 14,80 den Verlagen nur lachen würden) als zungspraxis dürften vor allem darin zu heraus, ein Vorgehen, für das es keine vielmehr geschäftliche Argumente ins suchen sein, daß die Science Fiction zu­ Rechtfertigung gibt, denn wer flir ein Feld geflihrt werden. So beträgt derzeit mindest bis 1970 von den BRD-Verle­ Taschenbuch (!) über zehn Mark aus­ die Verkaufsauflage eines durchschnitt­ gern als Heft-Genre angesehen wurde. gibt, darf daflir einen kompletten Ro­ lichen SF-Taschenbuches weniger als Um gegen die vermeintliche Heftkon­ man erwarten und nicht eine gekürzte l 0.000 Stück. Ein Boykott gekürzter kurrenz bestehen zu können, wagten die Volksausgabe. SF-Romane durch die gesamte SFT-Le­ Taschenbuchverlage daher nicht, Preise Der Leser mag sich fragen, ob es über• serschaft würde daher schon zu erhebli­ von mehr als DM 2,80, allenfalls DM haupt sinnvoll ist, sich über die Ver­ chen Umsatzeinbrüchen fUhren. 3,80 zu verlangen. Dazu kam noch, daß stümmelung eines dazu noch recht Wir sind bereit, in der SFT regelmä• ein Taschenbuchverlag den Umfang am schwachen Romans aufzuregen. Es ist ßig alle uns bekannt gewordenen Fälle besten in der Maßeinheit des Bogens allerdings zu beflirchten, daß es nicht massiver Kürzungen aufzudecken. Um (das sind 16 Seiten) kalkulieren konnte. bei diesem einen Fall bleiben wird; auch diese Liste möglichst vollständig zu ge­ In den Siebziger Jahren jedoch wurde ist nicht auszuschließen, daß es noch stalten, bitten wir auch unsere Leser, die vorher übliche Kürzungspraxis weit­ weitere Kürzungsskandale gibt, die der uns über Kürzungen zu info.rmieren, gehend abgestellt, wozu unter anderem SFT bisher noch entgangen sind. Von denn angesichts des monatlichen SF­ auch die Proteste der Science Fiction Verlagsseite aus gesehen liegt der Griff Ausstoßes deutscher Verlage ist es uns Times beigetragen haben dürften. zur Schere nahe: der SF-Markt in der natürlich unmöglich, jede einzelne über• In erster Linie ist in diesem Zusam­ BRD ist übersättigt, fast alle Beobachter setzung auf ihre Vollständigkeit hin zu menhang jedoch der Name Wolfgang der Szene sind sich einig darüber, daß überprüfen. Jeschke zu erwähnen, der ab 1974 als momentan zu viele Titel erscheinen, was Als weiteres Mittel, um die seriösen Herausgeber und Redakteur der SF-Rei­ die Verlage natürlich unter Erfolgsdruck Verlage gegen die Kürzungsstrategen zu he des Heyne Verlags die Umfangs- und setzt. Da zudem noch die Rechte an den unterstützen, böte es sich überdies an, Preisbeschränkungen fur SF-Taschenbü• besseren englischsprachigen Autoren im­ die fUhrenden amerikanischen SF -Lite­ cher aufhob. Der Erfolg bestätigte mer teurer werden, können die Verlage raturagenten und den amerikanischen Jeschkes Politik: die Käufer griffen be­ am besten durch Kürzungen sparen, zu­ SF -Schriftstellerverband SFW A über alle vorzugt zu den dickeren Bänden und · mal eine Umfangskürzung eine doppelte derartigen Fälle zu unterrichten. Unse­ legten dafür auch gerne zwei oder drei Ersparnis mit sich bringt: einmal be­ rer Einschätzung nach dürften sich ge­ Mark mehr auf den Kassentisch, wenn kommt der nach Manuskriptseiten be­ rade die bekanntesten (und auflagen­ sie sicher sein konnten, dafür einen reel­ zahlte Übersetzer ein geringeres Hono­ stärksten!) Autoren dagegen wehren, bei len Gegenwert zu erhalten. Die anderen rar, und zum anderen fallen auch die einem wiederholt durch Kürzungen auf­ Verlage zo_gen mit einigen Jahren Ver­ Satzkosten niedriger aus. gefallenen Verlag zu erscheinen. So spätung nach, und heute gibt es Kürzun• Da eine neue "Kürzungsperiode" in der könnte die Kalkulation der Kürzungs­ gen bei SF-Taschenbüchern nur noch in bundesdeutschen SF-Szene nicht ausge­ strategen über den Haufen geworfen wenigen AusnahmeHillen, etwa bei schlossen scheint, sollten sich die Leser werden: auf lange Sicht können diese Nachdrucken von Romanen, die erst­ schon jetzt mit den damit zmammen­ nur noch kommerziell uninteressante mals während der "Kürzungsperiode" in hängenden Fragen auseinandersetzen. Autoren bringen, während die erfolg­ deutscher Sprache erschienen sind, oder Sollen Kürzungen im Interesse eines reicheren Schriftsteller zu den Verlagen bei Reihen, die sich auf reine Abenteuer­ breiten Angebots oder nicht allzu teurer abwandern, die ungekürzte Ausgaben stoffe spezialisiert haben und dafür auch Verkaufspreise toleriert werden? Kön• garantieren. Und daß ein Verlagspro­ preislich deutlich unter dem Durch­ nen wir Kürzungen in bestimmten Be­ gramm ohne zugkräftige Autorennamen schnittsniveau liegen. Bei neuen SF-Ro­ reichen, etwa bei der Fantasy, hinneh­ sowohl vom Buchhandel wie auch von manen aus seriösen Verlagen kann man men, wenn dafür bei anspruchsvollerer der Leserschaft mit Mißachtung gestraft jedoch davon ausgehen, ungekürzte SF ungekürzte deutsche Ausgaben ga­ wird, dürfte in der gesamten Branche Übersetzungen zu bekommen. Haben rantiert werden? Zu beachten ist aller­ wohlbekannt sein. wir bisher zumindest geglaubt. dings auch, daß Verlage, die bei den Hans-Ulrich Böttcher ScienceFiction Times 11/1984 5 INTERVIEW ItiiT DOBEDT SHEtfilEY F.: Mr. Sheckley, wo sind Sie zu Hause, Wolfgang Menge inszenierte. in New York oder auf Ibiza? A. : Richtig. Letzteres war auch von mir, A.: Nun, New York ist meine Heimat­ obwohl mich niemand um meine Zu­ stadt. Die übrige Zeit habe ich haupt­ stimmung gefragt hat. Ich besaß die sächlich auf dieser Insel zugebracht. Filmrechte auch gar nicht mehr. Ein Und jetzt lebe ich hier. ziemlicher Verlust, wenn Sie mich fra­ F.: Ihre Frau schreibt auch Science Fic­ gen, denn ich hatte die Filmrechte da­ tion. Arbeiten Sie manchmal zusam­ mals gleich mit der Geschichte verkauft. men? Die Geschichte heißt A PRIZE OF A.: Ja, wir haben gerade damit begon­ PERIL. Hinzu kommt, daß sie letztes nen. Wir arbeiten gemeinsam an einem Jahr auch in Frankreich verftlmt wurde. Roman. Der Film heißt PRIX D'ANGER. Ich F .: Bislang hat Ihre Frau nicht unter hab' ihn noch nicht gesehen. JA Y SHECKLEY veröffentlicht ... F.: Hat Ihnen die deutsche Version ge­ A.: Demnächst wird sie es tun. Und fallen? wenn wir ein Buch gemeinsam schrei­ A.: Ich unterstelle einmal, daß der Film ben, werden wir es unter ROBERT gut war. Ich hab' mich gar nicht darum und JAY SHECKLEY oder unter JAY gekümmert, wissen Sie. Da ich nun mal und ROBERT SHECKLEY veröffent• keine Rechte daran hatte, konnte dabei lichen. höchstens ein bißchen Publicity heraus­ F .: Wollen Sie uns etwas über den Ro­ springen. Ich wünschte, die Rechte hät• man verraten? ten noch bei mir gelegen und ich wäre A.: Soviel wenigstens. Es ist lange her, dafür bezahlt worden. Soviel ich weiß, daß Plato in seinem letzten Buch, haben die Leute in den Staaten den NOMOI, DIE GESETZE, den Plan für Filmleuten den Prozeß gemacht. Wie er eine Kolonie vorgelegt hat. Und unser ausging, weiß ich nicht; ich war ja nicht Buch handelt von dem Versuch, diese beteiligt. Kolonie zu verwirklichen, und zwar im F.: Woran schreiben Sie gerade, Mr. nächsten Jahrhundert und auf einem an­ Sheckley? deren Planeten. Das ist die Grundidee. A. : Eben erst habe ich ein Kapitel abge­ F.: Wir sind gespannt. Mr. Sheckley, schickt. Man wollte, daß ich ein Kapitel blenden wir einen Augenblick zu den schrieb für ein Buch über Roboter. TAGEN DER SCIENCE FICTlON in fremd, die anderen kennen einen, aber F.: Sie Jassen immer zuerst in den Staa­ Bergisch Gladbach zurück. Das ist knapp man selbst kennt niemanden.

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