Nina Stefitz Die frühen Staufer Herkunft und Abstammung eines deutschen Herrschergeschlechts DIPLOMARBEIT zur Erlangung des akademischen Grades Magistra der Philosophie Studium: Lehramtsstudium UF Deutsch UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg. Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Begutachter Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Johannes Grabmayer Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Institut für Geschichte Klagenfurt, Juni 2018 Eidesstattliche Erklärung Ich versichere an Eides statt, dass ich - die eingereichte wissenschaftliche Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt habe, - die während des Arbeitsvorganges von dritter Seite erfahrene Unterstützung, einschließlich signifikanter Betreuungshinweise, vollständig offengelegt habe, - die Inhalte, die ich aus Werken Dritter oder eigenen Werken wortwörtlich oder sinngemäß übernommen habe, in geeigneter Form gekennzeichnet und den Ursprung der Information durch möglichst exakte Quellenangaben (z.B. in Fußnoten) ersichtlich gemacht habe, - die eingereichte wissenschaftliche Arbeit bisher weder im Inland noch im Ausland einer Prüfungsbehörde vorgelegt habe und - bei der Weitergabe jedes Exemplars (z.B. in gebundener, gedruckter oder digitaler Form) der wissenschaftlichen Arbeit sicherstelle, dass diese mit der eingereichten digitalen Version übereinstimmt. Mir ist bekannt, dass die digitale Version der eingereichten wissenschaftlichen Arbeit zur Plagiatskontrolle herangezogen wird. Ich bin mir bewusst, dass eine tatsachenwidrige Erklärung rechtliche Folgen haben wird. Stefitz Nina e.h. Klagenfurt, 06.06.2018 ABSTRACT Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Abstammung und Herkunft der frühen Staufer. Angesichts des Mangels an Quellen sind die staufischen Ahnen und ihr Herkunftsort bis heute ein unzureichend erforschtes Gebiet. Der erste Teil der Arbeit definiert daher eine allgemeine Beschreibung des Terminus der Genealogie. Hierbei werden die Entwicklung des Begriffes sowie unterschiedliche Arten der Darstellung näher erläutert. Weiters wird die Entstehung der Geschlechter in den Vordergrund gestellt. Im Zuge der Veränderung der Relevanz der jeweiligen Geschlechterlinien muss die Selbstwahrnehmung der einzelnen Mitglieder beschrieben werden. Historiographische Quellen werden näher behandelt und die Geschichtsschreibung des Mittelalters und ihre Tendenzen analysiert. Damit verbunden wird näher auf die Gesta Friderici Ottos von Freising eingegangen, die trotz fehlerhafte Zeitangaben und eventueller Verklärung ihren Anspruch erfüllt. Die beiden Hauptquellen der Genealogie- Forschung der Staufer bilden den weiterleitenden Teil. Die Gesta Friderici und die Tabula consanguinitatis bilden bis heute die größtmögliche zeitgenössische Quellenlage der Staufer. Das Leben der beiden Geschichtsschreiber muss hinsichtlich ihrer Positionen genauer erklärt werden. In vielen Forschungen wird die Gesta Friderici als subjektiv gefärbtes Werk angesehen, was angesichts der verwandtschaftlichen Beziehung des Bischofs Otto von Freising zur staufischen Dynastie nicht weiter verwunderlich wirkt. Zu bemerken ist jedoch, dass der primäre Auftrag Ottos explizit eine Niederschrift der Taten Friedrich Barbarossas forderte. Infolgedessen erfüllte Otto von Freising diesen Auftrag durchaus, wenngleich einige Daten und Fakten ungenauen Charakters sind. Die Tabula consanguinitatis Wibalds von Stablo ist bis heute die einzige mittelalterliche Überlieferung, welche die früheren staufischen Generationen festhält. Der Tafelbrief bietet einen ungefähren Anhaltspunkt in Hinsicht auf die Erforschung der ersten Staufer, obwohl der Grund für die Erstellung die Ehescheidung Friedrichs Barbarossa war. Die Staufer als Geschlecht mitsamt ihrem Selbstverständnis bilden einen Hauptpunkt dieser Arbeit. Das deutsche Adelsgeschlecht genießt bis heute eine bedeutende Popularität, die nicht zuletzt der Grund für zahlreiche Mythen ist. Der Aufstieg der Familie erfolgte primär durch die Erhebung Friedrichs I. zum Herzog von Schwaben im Jahr 1079. Man verstand die Staufer nach der Vermählung mit der Tochter Heinrichs IV. zu einem Adelsgeschlecht von übernationalen Größe zu erheben, die bis heute Eindruck in den Geschichtsbüchern hinterlassen hat. Hinsichtlich dieses Umstandes ist es unabdingbar, auf die Entstehung des Namens „Staufer“ einzugehen und festzulegen, wann der Leitname „Friedrich“ eine tragende Rolle zugeschrieben bekam. Das Selbstverständnis des Geschlechts orientierte sich in erster Linie an den verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Saliern. Nicht umsonst betrachteten zeitgenössische Geschichtsschreiber die Staufer als Nachfahren der Waiblinger. So etablierten sich die mütterlichen Vorfahren in der Forschung zu einem dementsprechend relevanten Element. Obwohl man die Staufer ab dato nur mehr als Nachkommen des salischen Hauses ansah, spielte diese Kategorisierung, was das Selbstverständnis betraf, nur eine geringe Rolle. In der heutigen Zeit erwähnt die Forschung zwar die Verwandtschaft der beiden Dynastien, jedoch werden die Staufer als ein eigenständiges Geschlecht angesehen, welches nicht nur durch kluge Heiratspolitik die damalige Herrschaft erbaute. Die ersten Staufer waren laut einschlägiger Literatur bereits im Besitz bestimmter Grafschaften. Nicht nur Graf Friedrich im Ries spielte eine wichtige Rolle für den späteren Ruhm der Familie, auch sein Sohn Friedrich von Büren konnte eine große Anzahl an Gütern in den staufischen Besitz bringen. Friedrich I. gelang es nicht nur den ersten Stammsitz der Familie auf dem Hohenstaufen zu erbauen, sondern ebenso das Herzogamt für seine Nachfahren zu sichern. Somit wäre es falsch anzunehmen, dass Friedrich Barbarossa der Wichtigste aller Staufer war. Seiner Person kann man sehr wohl die größte Popularität zugestehen, jedoch konnte er seine Macht nur aufgrund der bereits bestehenden Herrschaftsbasis seiner Ahnen ausüben. Dadurch sind die frühen Staufer, trotz spärlicher Überlieferungen und ihrem Wirken im Hintergrund des Geschehens, eine unabdingliche Komponente in der Geschichte eines der größten deutschen Adelsgeschlechter. The following work deals with the ancestry and origins of the early Staufers. In view of the lack of sources, the Hohenstaufen ancestors and their place of origin are still an insufficiently researched area. The first part of this paper features a general description of the term “genealogy”. Here, the development of the term as well as different types of presentation are explained in more detail. Furthermore, the emergence of the houses is discussed. Regarding varying levels of influence of the respective noble families, the self- perception of individual members must be addressed. As such, historiographical sources of the Middle Ages and their overall tendencies are analysed, for instance, the Gesta Friderici of Otto of Freising, which fulfils its purpose despite containing erroneous dates and engaging in whitewashing. The two main sources of Staufer genealogy form the next part. While the Gesta Friderici and the Tabula consanguinitatis still constitute the largest contemporary sources on the Staufers, the lives of their authors need to be examined in terms of their positions. In many scientific papers, the Gesta Friderici is regarded as a biased work, which is not surprising in view of the relationship of bishop Otto of Freising to the Staufer family. It should be noted that Otto's primary mission explicitly demanded that Frederick Barbarossa's deeds be recorded, and while the bishop complied, some passages feature inaccurate information. The Tabula consanguinitatis Wibald's of Stablo is to this day the only medieval work that records the earlier Hohenstaufen generations. Although the reason for its creation was completely different from the Gesta Friderici, the chart offers insight into the lives of the early Staufers, including their family identity. The German aristocratic family, around which many myths have been woven, still enjoys great popularity today. The rise of the Staufers took place primarily through the elevation of Frederick I to the Duke of Swabia in 1079, and after a strategic marriage to the daughter of Henry IV, the Staufians managed to rise to a supranational greatness that has left its mark in the history books to this day. With regard to this fact, it is indispensable to investigate the origins of the name “Staufer” and to determine when the popular name “Frederick” was attributed a leading role. The self-image of the family was primarily based on their relationship to the Salians. It is not without reason that contemporary historians regarded the Staufers as descendants of the Waiblingeners. As a consequence, the maternal ancestors of the Staufers became a relevant element of research. Although from then on, the Staufers were only regarded as descendants of the Salian house, this categorization played only a minor role in their self-image. While research today mentions the relationship between the two dynasties, the Staufians are regarded as an independent family, which based their rule on clever marriage politics. The first Staufers were, according to relevant literature, already in possession of certain counties. Count Frederick of Riesgau then played an important role in increasing the family’s level of influence, and his son Frederick of Büren also managed to contribute by bringing a large number of goods into Staufer possession. Frederick I. succeeded not only in building the first ancestral seat of the family on Hohenstaufen, but also in securing the dukedom for his descendants. It
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