Bundeswehrmajor Am Hindukusch

Bundeswehrmajor Am Hindukusch

Bundeswehrmajor am Hindukusch Erik Kothny und Khalid Dayani 2. Auflage 1 Gewidmet allen Menschen die für die Freiheit kämpfen. Nichts ist unmöglich, wenn man sich dafür in Wort und Tat einsetzt. Khalid Ahmad Dayani 2 Anmerkung zur 2. Auflage Da die 1986 gedruckten Bücher zur Neige gehen und die Festplatte mit dem Manuskript verschwunden ist, musste das Buch gescannt werden. Der Text der Originalausgabe wurde nicht verändert, um die Authentizität der Berichterstattung aus dem Jahr 1986 nicht zu verändern. In der Nachbetrachtung fällt auf, wie blauäugig der Kampf in Afghanistan von Deutschland aus betrachtet wurde. Russe = schlecht Afghane = gut Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass ich recht objektiv aus dem Kriegsgebiet am Hindukusch berichtet habe, und die Sowjets wären gut beraten gewesen, mich als Kronzeugen zu benennen, um die Mähr der Spielzeugbomben zu widerlegen oder das Märchen vom Giftgaseinsatz. Aber auch sie hielten am bösen NATO-Offizier fest. Was ich damals auch nicht wusste war, dass Hindukusch „Hindu- Gemetzel“ heißt und auf die grausame Verbreitung des Islam in Asien hindeutet, und die Ausrottung des Buddhismus in Afghanistan. Mit diesem Buch beginnt ein Spannungsbogen hin zu meinem letzten Werk „Die siamesische Truhe“, der den Blick voraus ins das Jahr 2048 schildert. Auch dort schlisst sich der „Held“ einer Rebellengruppe an. Dazwischen zwei Urteile Münchner Gerichte, die mich verurteilten, weil ich auf drastische Weise vor islamistischer Gewalt warnte. Sich für Menschenrechte einzusetzen ist inzwischen in Deutschland ein Verbrechen. Aber genießen sie einfach dieses Buch aus der naiven Sicht von 1982 3 4 Alarm beim KGB: Bundeswehr-Major am Hindukusch Erik Kothny und Khalid Dayani 5 Impressum Autoren: Erik Kothny Khalid Dayani Aufgelegt 1. Auflage Anita Tykve Verlag 1986 Kontrast Verlag 2. Auflage: selfpublished 2021 Verlag Thai Edition: Self-published Druck: The Print Pak 6 Inhaltsverzeichnis Erik Kothny Seite 8 Khalid Ahmad Dayani Seite 11 Prolog Seite 13 «Der lange Weg» Seite 15 «Die große Freiheit» Seite 67 «Der große Gott» Seite 88 «Das afghanische Gericht» Seite 111 «Das kleine Tigerchen» Seite 146 «Der mächtige Bär» Seite 180 «Der gemeine Tod» Seite 208 «Die leeren Seiten» Seite 231 «Eine freie Stimme» Seite 234 «Der kurze Flug» Seite 256 Die Autoren danken Seite 272 Appendix Seite 273 Vorbemerkung zu Kapitel 8 Seite 276 «Das unsichtbare Netz» Seite 278 Epilog Seite 288 Bücher des Autors Erik Kothny Seite 290 7 Erik Kothny Foto: Rainer Bernhardt, Waiblinger Kreiszeitung 8 Erik Kothny, geboren 1940 im Sudetenland, bereiste als Sohn eines Diplomaten bereits in jungen Jahren die Welt. Seinen Horizont konnten selbst die engstirnigsten Vorgesetzten der Bundeswehr nicht mehr einengen: Der Konflikt zwischen Individuum und Maschinerie war programmiert, schlummerte aber, bis Kothny im Rahmen einer dienstlichen journalistischen Ausbildung bei der Deutschen Presse Agentur (dpa) in Hamburg hospitierte. Nach Besuch der Akademie für Publizistik in der Hansestadt nutzte Kothny seine erweckten Fähigkeiten für eine freie journalistische Tätigkeit bei Zeitungen Funk und Fernsehen. Zwei Seelen schlugen fortan in seiner Brust. Zwar konnte der Soldat und Journalist den Zwiespalt mit dem Slogan „Meine Freiheit, Kritik zu üben, will ich verteidigen“ auf einen Nenner bringen, aber er vermochte nicht zu verhindern, dass viele seiner Kameraden ihn als „Schreiberling“ abtaten und einige Journalisten als „Komisskopf“. 1982 war Kothny im Rahmen einer Reise um die Welt erstmals in Afghanistan, auch 1985 besuchte er seine afghanischen Freunde. Seither setzt sich Kothny ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile für die Freiheit des unterdrückten afghanischen Volkes ein. Dabei nennt er mit schonungsloser Offenheit die Fakten beim Namen; alle Fakten. Und das hat ihn dem konzentrierten Feuer aller Seiten ausgesetzt: DDR und Sowjetunion sehen ihn als NATO-Agenten am Hindukusch, den afghanischen Fanatikern ist Kothny wegen seiner kompromisslosen Objektivität suspekt, und für die Bundesregierung stellte der Major einen unkontrollierbaren Störfaktor für die „friedliche Koexistenz“ dar. Kritik widerfährt Kothny von Seiten der Friedensbewegung, aber auch von Moderator Gerhard Löwenthal. Erik Kothny, der Einzelgänger, sucht in dem Buch „Bundeswehr- Major am Hindukusch“ wieder einmal die Wahrheit zwischen allen Fronten und gerät damit ins Kreuzfeuer aller Beteiligter. 9 Khalid Ahmad Dayani 10 Khalid Ahmad Dayani Am 15. 8. 1964 wurde ich in Kabul geboren. 1981 musste ich aus meiner Heimat aus politischen Gründen fliehen. Während der Vervollkommnung meiner Ausbildung in der Bundesrepublik musste ich fast ohnmächtig zusehen, was die Sowjets meinem Land antun. Nach der Teilnahme an verschiedensten Aktionen gegen den sowjetischen Überfall auf mein Land gibt mir dieses Buch erstmals Gelegenheit, einen größeren Kreis anzusprechen. So kann ich endlich über die Massenflucht aus Afghanistan, den Terror gegen die Zivilbevölkerung, die sowjetischen Minibomben gegen Kinder schreiben. Tagtäglich werden im Auftrag des Kreml in Afghanistan Kriegsverbrechen verübt. Aber das Weltgewissen bleibt stumm. Dieses Buch habe ich mit Erik Kothny zusammengeschrieben, um meine tapferen Landsleute den Lesern näher zu bringen. Näher, als es die wenigen Nachrichten und Kommentare bringen könnten. Dieses Buch ist nicht die militärische Würdigung des afghanischen Freiheitskrieges gegen die Supermacht. Es ist die Schilderung persönlicher Schicksale. Diese stehen stellvertretend für die Erleb-nisse unzähliger meiner Landsleute. Damit der Leser die heutigen Geschehnisse verstehen kann, haben wir auch die großen Entwicklungen der afghanischen Geschichte geschildert. Das liefert den Schlüssel zum Denken der Afghanen: Das Land zu besetzen ist leicht, seine Menschen zu unterwerfen unmöglich. Ich selbst habe an Demonstrationen gegen die Sowjets in Kabul als 16- jähriger Schüler teilgenommen. Viele Mitschüler und Studenten starben dabei. Unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit reagierten die sowjetischen Besatzer mit blanker Waffe auf unsere Argumente. Darum verteidigen wir uns mit Waffen. Alle Afghanen unterstützen diesen Kampf. Solange es nur einen Afghanen gibt, wird Afghanistan 11 nie eine Kolonie werden. Daran wird sich nichts ändern, auch wenn der Krieg noch so lange dauert. Es mag wie eine orientalische Übertreibung klingen, aber es ist die reine Wahrheit: Der Krieg in Afghanistan endet entweder mit dem Abzug der Sowjets oder der völligen Ausrottung von 16 Millionen Afghanen, dem größten Völkermord der Weltgeschichte. Kriftel, Juni 1986 Khalid Ahmad Dayani 12 Prolog Als Verleger Xing-Hu Kuo mich bat, ein Buch über Afghanistan zu schreiben, lehnte ich ab - meiner Meinung nach gab es kompetentere Leute. Aber Herr Kuo ließ nicht locker. Einen Monat lang übte er durch tägliche Anrufe ,Psychoterror‘ auf mich aus, bis ich klein beigab. Nun galt es, ein Konzept für das Buch zu entwickeln. Ich stand vor zwei Problemen: 1. Ich wollte kein Buch aus „westlicher“ Sicht schreiben. Ich hielt dies für überheblich und der afghanischen Mentalität abträglich; also suchte ich nach einem afghanischen Mit-Autor, der in der Lage war, afghanische Gesichtspunkte in das Buch einzubringen. Ich fand ihn in Khalid Dayani. 2. Es sollten keine Themen ausgeklammert werden, denn nur ein umfassendes Afghanistan-Bild kann auf Dauer dem afghanischen Volk nutzen. Ideologie oder blinder Antikommunismus bauen Mauern auf, die später einer Verständigung im Weg stehen. Als diese Prämissen festgelegt waren, kamen Khalid Dayani und ich überein, dass meine Afghanistan-Reisen Rahmenhandlung des Buches sein sollten, ergänzt durch die Insider-Kenntnisse des Afghanen. Wir entschlossen uns daher, Erlebnisse, Erfahrungen und Hintergründe in eine Rahmenhandlung zu stellen, eine Rahmenhandlung, die nicht immer mit der tatsächlichen Reiseroute übereinstimmt; auch wurde der Zeitraum von sechs Jahren auf eine einzige Reise verdichtet. Die beschriebenen Fakten aber sind belegt, recherchiert oder erlebt. Dort, wo die Sicherheit von Personen und Einrichtungen eine Namensänderung erforderlich machte, sind sie gekennzeichnet. Ein weiterer Grund zwang zur Rahmenhandlung. Da es bei der Bundeswehr ein Verbot gibt, Länder des kommunistischen Macht- bereiches zu bereisen, würde ich bei einer Autobiographie dem 13 Wehrdisziplinaranwalt die Möglichkeit geben, das Buch als Ankla- geschrift gegen mich zu verwenden. Ich meine aber, auch die Herren Ankläger sollten sich ihre Dienstbezüge nicht so einfach verdienen können. Koblenz, Freitag, der 13. Juni 1986 Erik Kothny 14 «Der lange Weg» 40 Kilometer waren es gewesen, die Major Thor Hansen1 hinter sich gebracht hatte. 40 Kilometer - ein Klacks für einen sportlich durchtrainierten Bundeswehrsoldaten wie ihn. Wie oft war er diese Strecke schon für sein goldenes Leistungsabzeichen gelaufen, mehr zum Spaß und zur Überprüfung der eigenen Leistungsfähigkeit; aber getragen hatte er solche Auszeichnung nie - wie so manche seiner eitlen Kameraden, die glaubten, mit diesem Weißblechorden in Konkurrenz zum Ritterkreuz aussterbender Veteranen treten zu können. Nein, Hansen legte keinen Wert auf Orden und Ehrenzeichen. Für ihn galt nur der Augenblick, das Jetzt, die konkret gestellte Anforderung und nicht der Lorbeer vergangener Heldentaten. Ein Klacks, unter normalen Umständen, aber diesmal war die Situation anders als sonst: „Wenn die mich erwischen", sinniert Hansen, „fahren mich die Russen in einem Käfig über den Roten Platz.“ Bei diesem Gedanken huscht ein Lächeln über die Lippen des deutschen Bundeswehroffiziers,

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