Zep Heft-3 2012-Gesamt.Pdf

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Editorial iese Ausgabe der ZEP knüpft wieder In diesem Kontext von gesellschaftlicher Klemm analysiert die Rolle von Erwachsenen- einmal an eine alte Tradition un- Transformation, Bildung und Identität ent- bildung in südosteuropäischen Transformati- Dserer Zeitschrift an. Sie hat sich seit lang der Donau in Südosteuropa sollen Pro- onsgesellschaften. In einem Vortrag des Koor- ihrer Gründung in den späten 1970er Jahren jekte, Erfahrungen und Erwartungen in einem dinators des Council of Danube Cities und immer wieder mit neuen gesellschaftlich und erweiterten bildungspolitischen Diskurs auf- Regions, Peter Langer, wird die Bedeutung kul- wissenschaftlich unausgereiften bzw. unklaren gegriff en werden, wie sie im Rahmen der EU- tureller Identität für den Donauraum darge- Th emen befasst. Die ZEP verstand sich in die- Donaustrategie (European Union Strategy on stellt. Der ehemalige österreichische Vizekanz- sem Sinne auch vielfach als eine „Schnittstel- the Danube Region, EUSDR) seit 2009 dis- ler und Bildungsminister sowie Mentor der lenpublikation“ zwischen Politik, Gesellschaft kutiert werden. Das Heft bewegt sich damit europäischen Südosterweiterung, Erhard Bu- und Erziehungswissenschaft, die unorthodox im Dreieck von Politik – Gesellschaft – Bil- sek, erläutert die Bedeutung der Donau als querliegende und schwer fassbare Arbeits- dung und hat einen multiperspektivischen Instrument europäischer Integration – gleich- und Wissenschaftsfelder aufgreift. Die ZEP Blick auf Bildungsrealitäten und -bedarfe. Der sam als geopolitischer Referenzpunkt sozial- hat so gesehen an verschiedenen Stellen immer bildungspolitische und erziehungswissen- wissenschaftlicher Orientierung. Zwei For- wieder auch Pionierarbeit geleistet. Erinnert schaftliche Diskurs dazu befi ndet sich am An- schungsskizzen widmen sich den Ergebnissen sei beispielsweise an die „Land“-Ausgaben der fang. eines Gender-Projekts (Nadezhda Aleksandro- ZEP zum Th ema Provinzkultur und entwick- Bildung und Identität in Südosteuropa va) und eines interkulturellen Senioren-Bil- lungsbezogene Landpädagogik von 1983 und im Horizont der EU-Donaustrategie hat drei dungsprojekts (Carmen Stadelhofer). In einem 1990. Handlungsdimensionen im Blick: 1. Bildung Interview mit der bulgarischen Erziehungs- In dieser Tradition soll mit diesem Heft als Entwicklungsfaktor, 2. neue Steuerungs- wissenschaftlerin Violeta Petrova werden Fra- für den europäischen (Bildungs-)Raum Süd- instrumente für Bildungs- und Lernprozesse gen der Bildung und Erziehung in Bulgarien osteuropa sensibilisiert werden, der aktuell mit und 3. die Raumdimension: Donau als Ler- angesprochen und im Porträt wird ein ge- einer hohen (bildungs-)politischen Brisanz nende Region. planter internationaler Studiengang entlang verbunden ist, jedoch derzeit in der Wahrneh- Mit Blick auf Südosteuropa könnten wir der Donau vorgestellt. mung von der „Eurokrisendiskussion“ im uns in diesem Zusammenhang auch wieder Kontext von Griechenland und Ratingprog- einmal an Karl Poppers Analyse von der „Of- nosen überlagert, verdrängt und vernachlässi- fenen Gesellschaft und ihre Feinde“ (1945) Eine angenehme Lektüre wünscht Ihnen gt wird – und dies vermutlich mit fatalen Fol- erinnern. Freiheitsrechte sind die Vorausset- Ulrich Klemm gen! In Südosteuropa, das geographisch, zung für freiheitliche Bildung – und hier hat Ulm, im Juli 2012 kulturell und politisch auch als Donauraum der südosteuropäische Donauraum noch ei- um- und beschrieben wird, fi nden wir die nen großen Nachholbedarf! „griechische Situation“ unter dem Vorzeichen Diese Ausgabe erfolgt in Kooperation von Transformationsgesellschaften (aus dem mit der Europäische Donau-Akademie in ehemaligen kommunistischen Machtbereich) Ulm (www.donauakademie.eu) und enthält gespiegelt. unterschiedliche Darstellungsformen: Ulrich Impressum Redaktion: ZEP – Zeitschrift für internationale Bildungs- Barbara Asbrand, Claudia Bergmüller, Hans Bühler, Asit Datta, Julia Franz, Norbert Frieters-Reermann, forschung und Entwicklungspädagogik Heidi Grobbauer (Österreich), Helmuth Hartmeyer (Österreich), Susanne Höck, Karola Hoffmann, Ulrich ISSN 1434-4688 Klemm, Gregor Lang-Wojtasik, Volker Lenhart, Claudia Lohrenscheit, Bernd Overwien, Marco Rieckmann, Annette Scheunpflug, Birgit Schößwender, Klaus Seitz, RRudolfudolf TTippelt,ippelt, Susanne Timm Herausgeber: Gesellschaft für interkulturelle Bildungsforschung Technische Redaktion: und Entwicklungspädagogik e.V. und KommEnt Sabine Lang (verantwortlich) 0911/5302-735, Sarah Lange (Rezensionen)/Olivia Katzbach (Infos) Schriftleitung: Annette Scheunpflug Anzeigenverwaltung: Waxmann Verlag GmbH, Martina Kaluza: [email protected] Redaktionsanschrift: Abbildungen: (Falls nicht bezeichnet) Privatfotos oder Illustrationen der Autoren ZEP-Redaktion, Allg. Erziehungswissenschaft I, Titelbild: © TomGonzales www.commons.wikimedia.org EWF, Regensburger Str. 160, 90478 Nürnberg Erscheinungsweise und Bezugsbedingungen: erscheint vierteljährlich; Jahresabonnement EUR 20,–, Verlag: Einzelheft EUR 6,50; alle Preise verstehen sich zuzüglich Versandkosten; zu beziehen durch alle Buch- Waxmann Verlag GmbH, Steinfurter Straße 555, handlungen oder direkt vom Verlag. Abbestellungen spätestens acht Wochen vor Ablauf des Jahres. 48159 Münster, Tel.: 0251/26 50 40 Das Heft ist auf umweltfreundlichem chlorfreien Papier gedruckt. Diese Publikation ist gefördert vom E-Mail: [email protected] Evangelischen Entwicklungsdienst-Ausschuss für entwicklungsbezogene Bildung und Publizistik, Bonn. 35. Jahrgang, Heft 3, 2012 ISSN 1434-4688 ZEPZeitschrift für internationale Bildungsforschung und Entwicklungspädagogik Mit: Mitteilungen der DGfE-Kommission Vergleichende und Internationale Erziehungswissenschaft 3'12 Erhard Busek Th emen 4 Ein Fluss verbindet – die Donau als Instrument europäischer Integration Ulrich Klemm 8 Bildungsraum Südosteuropa. Erwachsenenbildung im Horizont von Transformationsgesellschaften Peter Langer 14 Kulturelle Identität im Donauraum Nadezhda Aleksandrova 17 Women along the Danube as Agents of Change Nadezhda Aleksandrova/Violeta Petrova 25 Gender Relation in Education Carmen Stadelhofer/Gabriela Körting 29 Danube-Networks – Networks of Seniors’ Education and Social Participation along the Danube Porträt 33 Der internationale Donau-Masterstudiengang VENRO 35 NRO-Fachtagung/Bundeshaushalt 2013/EU-Parlament VIE 36 Nachrufe für Neville Alexander/Mehr Mitbestimmungsrecht für Partnerorganisationen/Rising to the Challenge 40 Rezensionen 43 Informationen WAXMANN 3'12 ZEP Erhard Busek Ein Fluss verbindet – die Donau als Instrument europäischer Integration Zusammenfassung: lige österreichische Außenministerin Benita Ferrero-Waldner Der ehemalige österreichische Vizekanzler und Bildungsminis- hat eine entscheidende Rolle gespielt, indem sie über Veranlas- ter, Erhard Busek, erläutert die Entstehung und Arbeitsweise sung des ersten Sonderkoordinators des Stabilitätspaktes Bodo der EU-Donauraumstrategie (EUSDR) sowie ihre Bedeutung Hombach zunächst für alle zwei Jahre Ministerkonferenzen als Paradigma für den europäischen Integrationsprozess. Die festlegte, die die Anrainerstaaten der Donau zusammenbrach- Donau ist ein bedeutender geopolitischer „Ort“ der Migration te. Die Ergebnisse waren lange Zeit bescheiden. Außer entspre- und Identität und erhält eine herausragende Rolle als Referenz- chenden Resolutionen und einer freundlichen Veranstaltung punkt für gesellschaftliche Entwicklungen. mit Presseecho ist im Wesentlichen nichts dabei herausgekom- Schlüsselworte: EU-Donauraumstrategie, Europäische Integration, men. Es war aber von entscheidender Bedeutung, dass die Re- Südosteuropa, Donrauraum gierungen der Länder entlang der Donau überhaupt an einen Tisch gesessen sind, was nach den Sukzessionskriegen des zer- fallenen Jugoslawiens nicht ganz selbstverständlich war. Diese Abstract: Bemühungen waren ein wesentlicher Schritt zur inneren Neu- Th e former Austrian vice chancellor and education minister, gestaltung von Südosteuropa. Über die Initiative von Rumä- Erhard Busek, explains the origin and functioning of the EU nien und Österreich ist es unter dem tschechischen EU-Vorsitz Strategy for the Danube Region (EUSDR) as well as its im- von Karl Schwarzenberg in der ersten Hälfte 2009 gelungen, portance as a paradigm for the European process of integration. einen Vorgang einzuleiten, der unter der EU-Präsidentschaft Th e Danube is a signifi cant geopolitical “place” of migration Ungarns in der ersten Hälfte 2011 seinen vorläufi gen Abschluss and identity and receives a major role as central reference for fand (vgl. Europäische Kommission 2010; 2011). Der Europä- social developments. ische Rat hat die EUSDR (European Union Strategy on the Keywords: EU Strategy for the Danube Region (EUSRD), Danube Region) verabschiedet, die sich gegenwärtig in der Im- European integration, South-Eastern Europe, Danube region plementierungsphase befi ndet. Davon sind 14 Staaten erfasst – die EU-Mitglieder Deutschland, Österreich, Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Rumänien und Bul- garien, sowie die Nicht-EU-Mitglieder Kroatien, Serbien, Für das Europa der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war es Moldawien, Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Montenegro von entscheidender Bedeutung, dass der Rhein nicht mehr die und Ukraine. Es gibt eine Einrichtung, die auf eine gewisse umkämpfte Teilungslinie im Westen Europas war, sondern die Weise beispielgebend war: das Sava-River-Basin-Agreement, Überwindung dieser umstrittenen Grenze nach drei Jahrhun- das unter der Ägide des Stabilitätspaktes

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