Geschichte Letzter Eintrag am 30.07.2018 Eine gestraffte Chronik Die Silscheder waren keineswegs Vereinsmuffel, denn es gab bereits seit 1872 einen Schützenverein, ab 1891 einen Turnverein, sogar ab 1904 einen Taubenverein, ab 1905 einen Gesangverein, ab 1910 eine Freiwillige Feuerwehr und ab 1923 innerhalb des Turnvereins eine Handball-Abteilung. Da fragt man sich, warum in unserem Höhendorf mit der Gründung des FC Schwarz-Weiß Silschede am 12. Mai 1926 erst so spät dem Fußballsport ein festes und stabiles Fundament gegeben werden konnte? In der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Turnvereins ist zwar zu lesen, dass die Turner 1911 eine Fußball-Abteilung ins Leben riefen, jedoch dürften die Turner-Fußballer lediglich ein kurzes Dornröschendasein geführt haben, denn gerade von den Turnern wurde der immer mehr aufkommende Fußballsport schief angesehen. Außerdem hatte man in unserem Höhendorf in den Jahren nach den ersten Weltkrieg andere Sorgen. Denn im Ruhrgebiet setzte ein Zechensterben ein, von dem auch die "Vereinigte Trappe", die sich auf dem Gelände der heutigen Firma Schäfer & Flottmann befand, erfasst wurde. Immerhin wurden hier in guten Zeiten bis zu 1.000 Bergleute beschäftigt. Silschede und auch das Amt Volmarstein verloren ihren besten Steuerzahler, als die Zeche zum Jahresende 1925 stillgelegt wurde. Nur wenige Wochen später erschütterte ein weiteres trauriges Ereignis das Höhendorf: Eine Explosion bei Aufräumungsarbeiten forderte Tote und Schwerverletzte. Schicksalsschläge, von denen sich die Menschen erst erholen mussten. Spiele "Am Büffel" Um so mehr ist der Mut der damaligen Fußballanhänger zu bewundern, die Taufe unseres FC Schwarz-Weiß in einer solch schwierigen Zeit zu wagen. Zu den Gründern zählten Walter Berger, Hugo und Fritz Buschmann, Rudolf Leveringhaus, Walter Nieland, Karl Brandt, Johann De Mark, Paul Mertens und Karl Schäfer. An der Spitze des gewählten Vorstandes stand Walter Berger. Es gelang dem FC Schwarz-Weiß, schon bald eine starke Fußballmannschaft zu bilden. Die Spiele fanden auf dem 1921/22 angelegten Sportplatz "am Büffel" statt. Heute schmunzelt man darüber, wenn man liest, was der langjährige Vorsitzende Walter Berger Jahrzehnte später aus der Anfangszeit erzählte. Da gab es nämlich neben dem Sportplatz einen Gartenbesitzer namens Heck. Natürlich blieb es nicht aus, dass mancher Ball in seinem Garten landete. Und jedesmal hielt der Herr Heck das runde Leder fest, er rückte den Ball nicht wieder heraus. Nach jedem Spiel seien es fünf bis sechs Fußbälle gewesen, erinnerte sich Walter Berger. Der Nachbar hortete die Bälle in seinem Keller, der FC Schwarz-Weiß, finanziell nicht auf Rosen gebettet, hatte das Nachsehen. Nach gutem Zureden bei einem Kaffeepröhlken gelang es schließlich unserem Gründer-Vorsitzenden, den Herrn Heck umzustimmen. Fortan gab dieser jeden einkassierten Ball wieder heraus. Im Kohlberg Vier Handball- bzw. Fußball-Mannschaften trugen ihre Spiele auf dem Platz "am Büffel" aus. Reibereien wegen der Abstimmung blieben da nicht aus. Deshalb wurde im FC Schwarz-Weiß beschlossen, einen eigenen Sportplatz anzulegen. Ein Gelände war im Kohlberg schnell gefunden, jedoch schien es völlig ungeeignet. Dennoch machten sich mutige Kräfte an die Arbeit, rodeten den Wald und bewegten rund 3.000 cbm Erde. Nahezu jedes Mitglied half. Die Einweihung des Sportplatzes fand am 13. August 1933 im Rahmen eines Turniers statt, an dem neben den Mannschaften des Gastgebers Westfalia Esborn, FC Voßkuhle, TuS Wengern und TuS Haßlinghausen teilnahmen. Leider ist nicht überliefert, wer den vom Verein ausgelobten und im Schuhgeschäft Schäfer ausgestellten Pokal gewann. Mit einer Sportanlage von heute war dieser anfangs nur 90 mal 56 Meter große Platz natürlich nicht zu vergleichen. Auch als 1951 eine Vergrößerung auf 96 mal 66 Metern erfolgte, entsprach die Spielfläche nicht den Normen. Gastmannschaften qualifizierten die "holprige Wiese" als "Kuhacker" ab. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen feierte der FC Schwarz-Weiß Silschede im Kohlberg seine stolzesten Erfolge. Meisterschaftsspiel im legendären Kohlberg: Im Oktober 1964 gewinnt der FC Silschede gegen VfL Gevelsberg mit 3 : 0. Rückschlag durch Weltkrieg Durch den eigenen Sportplatz konnte der Spielbetrieb endlich erweitert werden. Vor allem die Jugendpflege rückte nun in den Blickpunkt. Die 1a-Jugend zählte bald zu den besten im Ennepe-Ruhr-Kreis und im Ruhrtal. Ab 1936 bildete die Elf fast komplett die erste Senioren-Mannschaft. Mit dem Aufstieg in die 1. Kreisklasse 1937 setzte sich die Erfolgsserie fort. Dann brach am 1. September 1939 der zweite Weltkrieg aus. Auch mancher Silscheder Fußballer war gezwungen, den Sportdress mit der Soldatenuniform oder die Fußballschuhe mit den Knobelbechern zu tauschen. Dank der guten Jugendarbeit konnten die Lücken zunächst gefüllt werden. Nachdem die Nationalsozialisten seit 1933 in Deutschland das Sagen hatten, wurde auch unser Verein nicht mehr von einem 1. Vorsitzenden, sondern von einem "Vereinsführer" geleitet. 1939 übernahm der erst 22-jährige Walter Massmann das Amt von Emil Göbelsmann und hatte es insgesamt, bei kurzen Unterbrechungen, nahezu 30 Jahre lang inne. Allerdings wurde er nach seiner ersten Wahl ebenfalls bald Soldat. Im zweiten Kriegsjahr fand die Jahreshauptversammlung am 25. Januar 1941 beim Vereinswirt Göbel im Kohlberg statt. Da war W. Töllner "Vereinsführer". W. Westermann wurde für W. Isenberg wegen dessen Einberufung zur Wehrmacht zum neuen Jugendleiter gewählt. Stolz war der FC Schwarz-Weiß vor allem auf die Erfolge seiner A-Jugend. 1942 stand die 1. Jugendelf in der Endrunde um die Westfalenmeisterschaft. VfL Bochum, Spfr. Siegen und FC Schwelm 06 waren die Gegner. Unsere Jungen verpassten das Endspiel durch eine 1:3-Niederlage am Schwelmer Brunnen. Jedoch dann war es vorbei, die Lücken konnten nicht mehr aufgefüllt werden. Selbst Jugendliche wurden zur Wehrmacht oder zum Arbeitsdienst "einberufen". Auch eine mit dem FC Volmarstein gebildete Spielgemeinschaft konnte die Probleme nicht lösen. 1944 musste man im FC Schwarz-Weiß den Spielbetrieb einstellen. Der enorme Rückschlag traf den Verein ins Mark. 19 Mitglieder kehrten nicht von den Fronten zurück. Neuaufbau nach 1945 Mitte April 1945 rückten amerikanische und kanadische Truppen in Silschede ein, am 8. Mai 1945 dann die Kapitulation Hitler-Deutschland. Das sogenannte tausendjährige Reich hinterließ einen einzigen Trümmerhaufen. Große Entbehrungen hatten die Menschen zu verkraften, es fehlte an allem. Auch an Spielkleidung, Fußballschuhen und Bällen. In einer solchen Zeit an einen sportlichen Wiederaufbau zu denken, erforderte schon großen Optimismus. Beim FC Schwarz-Weiß warf man die Flinte nicht ins Korn, schon im Herbst 1945 wurde im Kohlberg wieder Fußball gespielt. Allerdings nicht in der bisherigen Vereinsform, sondern die in unserer Region zuständige britische Besatzungsmacht ließ lediglich sogenannte "Zentralsportvereine" zu. So entstand in Gevelsberg der "VfL Vorwärts", im Amtsbezirk Volmarstein kam es zur Bildung eines "Sportring Volmarstein". Der TV Silschede und der FC Schwarz-Weiß gehörten diesem "Sportring" als Abteilung Silschede an. 1947 wurde der FC Schwarz-Weiß dann wieder selbständig. Da ehemalige Stammspieler, die gesund aus dem Krieg zurück gekehrt waren, weiter machten und gute Jugendspieler entstandene Lücken auffüllten, stellten sich schon bald wieder Erfolge ein. Bereits 1946 wurde die "Abteilung Silschede" im "Sportring Volmarstein" Meister der 1. Kreisklasse. Der FC Schwarz-Weiß stieg erstmals in die Bezirksklasse auf. Lange konnte diese Klasse allerdings nicht gehalten werden. Spieler wie Hans "Nappo" De Mark, Walter Maßmann, Emil Göbelsmann, Luigi De Franzesch, Fritz Kathagen und Karl-Heinz Siekmeier waren in diesen Jahren vor allem die Garanten stolzer Erfolge. Silberjubiläum Mit einem Festabend am 2. Juni in der Gaststätte "Zum Handweiser" und einem Fußballturnier am Sonntag, 3. Juni, im Kohlberg wurde 1951 das Silberjubiläum gefeiert. Die Bevölkerung nahm regen Anteil. Auch Bürgermeister Walter Möller zählte zu den Gratulanten, ebenso Kreisfachwart Wilhelm Behrenberg. Kurios: Die Ehrennadeln, die an diesem Abend verliehen werden sollten, waren nicht rechtzeitig eingetroffen. Die größten durch den Krieg verursachten Rückschläge waren inzwischen weitgehend überwunden. Das "Wirtschaftswunder" hatte eine neue Ära eingeleitet, Lebensmittel gab es schon seit März 1950 wieder ohne Bezugsmarken. Walter Maßmann war wieder 1. Vorsitzender. Mit Walter Berger, Hugo Buschmann, Rudolf Leveringhaus, Walter Nieland, Karl Brandt, Johann De Mark, Paul Mertens und Karl Schäfer nahmen noch acht Gründer an der Feier im "Handweiser" teil. Das Fußballturnier im Kohlberg gewann TuS Haßlinghausen. Bei den Meisterschaftsspielen belegte der FC Schwarz-Weiß zu dieser Zeit in der Tabelle der 1. Kreisklasse einen Mittelplatz. Namen wie Walter Maßmann, Fritz Kathagen, Karl-Heinz Siekmeier, Hans De Mark, Karl Drucks, Emil Göbelsmann, Karl Rauch oder Luigi Defranzesch behalten in der Chronik unseres Vereins einen festen Platz. 1958 hängten mehrere der alten Kämpen ihre Fußballschuhe an den Nagel, dank weiterhin guter Jugendarbeit konnten die Lücken problemlos geschlossen werden. Im August 1959 meldete die Gevelsberger Zeitung den Rücktritt auch von Karl Drucks und "Nappo" De Mark. Der 19-jährige Torhüter Arthur Onnasch und der 18-jährige Heinz Ibing füllten die Lücken aus. In der Saison 1959/60 hatte die 1. Mannschaft ein Durchschnittsalter von 22 Jahren. Einen Trainer gab es seit Jahren nicht. Neben zwei Jugendmannschaften
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