
jy JEM77 FP2 Ibanez Die aktuelle JEM77 mit Floral Pattern 2 ist die zweite offizielle Auflage des mit Blumenmotiven verzierten Steve-Vai-Signature-Modells. Manch einer mag sich noch an die auffällige erste Version erinnern, deren Regelknöpfe und Pickups mit aggressivem Farbton (Pink) regelrecht ins Auge piekten. TEXT FRANZ HOLTMANN | FOTOS PETIA CHTARKOVA führung nicht mitzählt. Die JEM77 FP2 Übersicht kommt nun vergleichsweise dezent und geschmackvoll daher. Von der Konstruktion Fabrikat: Ibanez her gibt es keine großen Sprünge zu ver- Modell: JEM77 FP2 melden. Der Hals ist allerdings nun nicht Typ: Solidbody-E-Gitarre Herkunftsland: Japan mehr einteilig wie zuvor, bekam auch eine Mechaniken: Gotoh, gekapselt Volute und natürlich haben wir es mit aktu- Hals: 5-teilig Ahorn/Walnuss, alisierter Elektrik zu tun. Für Speedos ist die aufgeschraubt JEM immer noch ein Instrument erster Sattel: Klemmsattel Wahl, daran hat sich nichts geändert. Griffbrett: Palisander, nicht eingefasst, Vine-Inlay Radius: 430 mm konstruktion Halsform: flaches breites D-Profil Halsbreite: Sattel 43,5 mm; XII. Das Steve-Vai-Signature-Modell, man kann 53,0 mm es inzwischen klassisch nennen, ist nach wie Halsdicke: I. 18,7 mm; V. 18,9 mm; vor in Sachen Stil, Konstruktion und Ziel- XII. 20,2 mm setzung ein Solisteninstrument erster Güte. Bünde: 24, Medium Jumbo (6105) Rasantes Double-Cutaway-Design, flacher Mensur: 648 mm Korpus: Linde, mit Monkey Grip breiter Hals, großer Tonumfang, verstim- Oberflächen: Floral Pattern 2 mungsfreie Vibrato-Einheit und kraftvolle Schlagbrett: transparent Elektrik kennzeichnen dieses besondere Tonabnehmer: DiMarzio mit Kampfgerät, das für eine ganz bestimmte keramischen Magneten: Evolution virtuose Spielhaltung steht. DP158 Humbucker (Hals 10,6 kOhm); Der markant gestaltete Korpus mit seinen Evolution Singlecoil DPS1 (Mitte 11,5 kOhm); Evo2 DP215 Humbucker tief geschnittenen, scharf zugespitzten (Steg 12,7 kOhm) Cutaways und dem charakteristischen Bedienfeld: 1× Master-Volume, 1× „Monkey Grip“ besteht wie am Anfang Master-Tone, 1× Dreiweg-Pickup- schon aus Basswood (Linde). Die flache Kor- Schalter pusbasis (4,5 cm) erhielt im Anlagebereich Steg: Edge Bridge hinten und im Auflagebereich des rechten Hardware: verchromt Armes vorne Konturen zur Förderung des Gewicht: 3,6 kg Lefthand-Option: nein Spielkomforts. Vertrieb: Musik Meinl Für den flach (19 mm am 1. Bund) und 91468 Gutenstetten breit (43 mm am Sattel) gestalteten Hals www. meinldistribution.com wurden drei Teile Ahorn über zwei dünne Zubehör: Koffer/Gurt Die erste JEM77 FP erschien 1988 auf dem Streifen Walnuss gefügt. Der Winkel zur Preis: ca. € 3575 Markt und blieb bis 2004. Bevor die Ibanez- Kopfplatte ist mit einer Volute verstärkt, Kenner jetzt Sturm laufen: Ja richtig, es gab auch, weil hier die zwei Bohrlöcher für den sattel. Die Saiten werden paarig mit drei die JEM77 zwischendrin von 1991 – 1996 Klemmsattel gesetzt wurden. Sechs in Reihe Klemmen per Inbusschrauben auf den auch noch als Blue-Floral-Pattern-Modell. montierte Mini-Mechaniken von Gotoh sor- Sattel fixiert. Unter dem zusätzlichen Saiten- Schon merkwürdig, dass Ibanez diese Aus- gen für geraden Saitenzug zum Metall- niederhalter dahinter liegt der abgedeckte 114 115 11.10 gitarre & bass jy Zugang zum eingelegten Hals- Hals bietet den greifenden Fingern entspre- stab. Im sehr flachen Griffbrett chend leichten Zugang. Das Profil legt aus Palisander (Radius 430 mm aufsteigend auch nur wenig zu. Die Saiten- = 16,9") finden sich klaglos sau- lage ist flach eingerichtet, die Bundstäb- ber verarbeitete 24 mittelstarke Ibanez JEM77 FP, chen sind nicht zu kräftig, aber recht hoch Bünde und die „New Flower ca. 1988 ausgelegt und die Zwischenräume der letz- Inlays“. Das Griffbrett wurde ten vier Bünde wurden konkav ausgehöhlt, oben im Bereich der letzten vier um auch ganz oben den Ton noch ordent- Bünde ausgekehlt. Der Hals ist Ibanez lich modulieren zu können. Zudem stellen JEM77 BFP, vierfach über eine Metallplatte ca.1996 die tief gesetzten Cutaways den hohen Ton- mit dem Korpus verschraubt, raum des 2-Oktavengriffbretts uneinge- die vordere Korpuspartie für schränkt frei. bessere Handhabung abge- Akustisch kommt die Steve Vai Signature flacht gestaltet. eingedenk der recht massiven Vibrato-Ein- Die elektrische Ausstattung heit mit ansehnlicher Offenheit und der JEM77 FP2 umfasst drei in Schwingintensität ans Ohr. Die harmoni- HSH-Konfiguration montierte sche Geschlossenheit im stimmlich bestens Pickups von DiMarzio. Am Hals ausgewogenen Akkord überzeugt dabei befindet sich der speziell für Vai genauso, wie der gleichmäßige Tonverlauf. kalibrierte Evolution-Humbu- Gehen wir in den Amp, so ist sofort klar was cker DP158, in der Mitte ein Sache ist. Die Klarklangabteilung ist natür- Evolution-Singlecoil und am lich nicht die Trumpfkarte dieser Gitarre, Steg der Evo-2-Humbucker. Die dennoch kommt der Humbucker am Hals Pickups sind auf das Holz mit transparenter Akkordabbildung und geschraubt. Angewählt werden ordentlichen Höhen rüber. Der Singlecoil in sie allein oder zusammen, die der Mitte tönt dagegen recht harsch und Zwischenpositionen kombinie- der Steg-Pickup hat den deutlich gestauch- ren dabei den Mittel-Pickup mit der jeweils ist eine definitive Solistengitarre der Stark- ten Mumpf der Kompression an den inneren Spule des Hals- oder Steg-Pickups, stromabteilung, ein Werkzeug für das virtu- Hacken. Mit den Zusammenschaltungen mit einem Fünfwegschalter. Kontrolle ose Spiel in druckvoller Umgebung. Der für lässt sich gut arbeiten, aber auch sie zeigen geben die Regler Master-Volume und Mas- offensive Bendings und schnelle Spieltech- die eher kühle Darstellung keramischer ter-Tone. Auch die sitzen nicht auf dem niken demgemäß breit und flach geformte Magnete. transparenten Pickguard, sondern sind auf den Korpus montiert, welcher rückseitig ein entsprechendes E-Fach mit Deckel besitzt. Das Kabel wird übrigens von schräg oben in die Anschlussbuchse auf der hinteren Zarge gestöpselt. Hinter dem Gurt durchgeführt droht damit kaum noch die Gefahr eines unfreiwilligen „unplugged“-Auftritts. Wesentlich für das Konzept dieser Gitarre ist ein verstimmungsfreies Vibrato-System, hier das „Edge Tremolo“ mit beweglichen Reitern und Feinstimmern. Es verfügt über einen Einsteckarm und arbeitet mit drei Federn; Bohrungen für weitere Federn gibt es nicht. Dafür fixiert ein kleiner aufge- schraubter Bügel dieselben zusätzlich. Das System ist frei aufgehängt, die „Lion’s Claw“-Höhlung im Korpus erlaubt maxi- male Tonmodulation. Die Gitarre präsentiert auf schwarzem Grund unter Hochglanzlack das Floral Pat- tern 2, ein geschmackvolles Artwork mit Widerhall auf der Kopfplattenfront, welches zumindest die Damen meiner Umgebung in spontane Begeisterung versetzte: „Die braucht man ja gar nicht spielen, da reicht schon hinstellen.“ praxis Bei der Ibanez JEM77 FP2 gibt es keine Fra- gen nach der stilistischen Einordnung. Das Distribution: Warwick GmbH&Co.Music Equipment KG • Gewerbepark 46 • 08258 Markneukirchen / Germany gitarre & bass 11.10 Phone +49-(0)37422-555-0 • Fax +49-(0)37422-555-9999 • E-Mail: [email protected] Branches: Shanghai / P.R.China • Dübendorf / Switzerland • Praha / Czech & Slovakia Republic • Warsaw / Poland • Hailsham / Great Britain • New York / USA Visit us on the World Wide Web: www.warwick-distribution.de jy Vibrato. Verstimmungsfreiheit ist hier auch bei Maximal-Bendings kein leeres Verspre- chen. Die weiche Aufhängung erlaubt eine überaus leichte Handhabung und die glei- tende übergangslose Modulation ist einfach Fingern weg. eine Wucht. Wer eher dicke Saiten spielt Mit anderen Wor- oder/und tiefere Stimmungen bevorzugt, ten, Kontrolle ist dem mag allerdings die Möglichkeit fehlen, verlangt. Es braucht weitere Federn einhängen zu können. aber keine lange Ansonsten aber arbeitet das System großar- Gewöhnung, bis Ste- tig und ist so konstruiert, dass es dem Ton ves Schatztruhe sich sein Leben lässt. vollständig öffnen lässt. Der Volume-Regler arbei- tet optimal, lässt auch resümee zurückgeregelt noch kraft- Das Steve Vai Signature-Modell JEM77 FP2 volle, dabei transparente ist auch in der Neuauflage mit dem Sounds raus und mit dem Ton- geschmackvollen „Artwork Floral Pattern 2“ regler sind über das gesamte die erwartet starke Solistengitarre. Klanglich Dämpfungsspektrum hinweg bestens eindeutig orientiert, weiß sie mit außeror- nutzbare Abstufungen aufzurufen. Die dentlichen Spieleigenschaften und macht- überschaubare, gut platzierte Regelmimik voller Elektrik voll zu überzeugen. Man gibt uns folglich höchst effektiven Zugriff könnte in dem aggressiven Klangbild glatt Kommen wir aber nun zu des Pudels Kern, auf das Klangregister und das zu nutzen den Gegenentwurf zum Vintage-Tone drehen also in den stürmischen Wind elek- macht hohen Sinn, um die allesamt ratten- sehen. Klar, es lässt sich bei Bedarf, Tonreg- trischer Tonwandlung und lassen uns scharfen Sounds abzurunden, anzupassen ler runter, auch mit diesen keramischen zunächst niederschlagen von der Kraft die- und zu dosieren. Im Zerrmodus sind also DiMarzios süß singen, aber das hat dann ser Rakete. Das Kampfgerät des Steve Vai über den speziellen Evolution-Pickup am eher was von einem Vulkan kurz vorm Aus- will nämlich erst einmal beherrscht werden. Hals enorm fett singende Linien leicht ins bruch. Zu blumig, ja nee ey, is’ klar, wir Die DiMarzios machen immensen Druck, in Werk gesetzt. Der Evo2 am Steg, vor Ober- haben hier eine Waffe für harte Jungs im beiden Hauptpositionen (Hals und Steg) tönen förmlich platzend, haut einen enorm Halfter.
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