Das Hansaviertel Denkmal – energetische Herausforderungen – kleinteiliges Wohnungseigentum in großen Häusern Ingrid Krau / Rainer Vallentin 2 1 3 5 7 4 8 6 Lageplan Hansaviertel Die Zahlen beziehen sich auf die untersuchten Einzelgebäude. Das Hansaviertel Denkmal – Energetische Herausforderungen – kleinteiliges Wohnungseigentum in großen Häusern Endbericht zur Studie „Verbesserung der Energieeffizienz im Berliner Hansaviertel” im Auftrag der Senatsverwaltung Stadtentwicklung und Umwelt Berlin Ingrid Krau / Rainer Vallentin Verfasser Bearbeiter und Mitarbeitende Prof. Dr. Dipl.-Ing. Ingrid Krau Architektin BDA und Planerin München Dr.-Ing. Rainer Vallentin Architekt Dipl.-Ing. Alexander Reichmann Dipl.-Ing. Elisabeth Notter vallentin+reichmann architekten ingenieure energiekonzepte münchen Dipl.-Ing. Wiltrud Weber Architektin Energieberaterin Berlin Dipl.-Ing. Olaf Hildebrandt Ingenieurbüro ebök Tübingen Dipl.-Ing. Peter Voit Transsolar Stuttgart Sibylle Christlein SCENARIO München (Layout) Katharina Korinth München (Skizzen) Christian Michael Gladis (Zuarbeit Recherche) Fotografie Anna Rosa Krau Fotografin Thilo Geisler, Ingrid Krau, Rainer Vallentin, Wiltrud Weber München, Dezember 2012 / März 2013 Dank Voran danken wir - dem Bürgerverein, vertreten durch den ersten und zweiten Vorsitzenden, die uns die Zugänge zu Eigentümern und auch Mietern ermöglichten, - den Beiräten von Eigentümergemeinschaften und interessierten Eigentümern aus dem Hansaviertel, die an der Arbeitsgruppe ’denkmalgerechte energetische Sanierung im Hansaviertel‘ mit ganzem Engage­ ment teilnahmen und uns zum Quartier wie auch zu Einzelgebäuden Auskunft gaben - den Bewohnern, die bei der Ortsbegehung Hinweise gaben. Für die konstruktive Unterstützung, umfassende Information und den Diskurs danken wir ganz besonders - dem Landesdenkmalamt - den Hausverwaltungen der untersuchten Gebäude - der Unteren Denkmalschutzbehörde Berlin-Mitte - dem Bauaufsichtsamt Berlin-Mitte - der Vattenfall Wärme AG Berlin Durch Informationen und fachliche Hinweise haben uns weiter unterstützt: - das Architekturbüro Brenne, das Ingenieurbüro CRP zur Sanierung von Bauten der Nachkriegsmoderne, das Ingenieurbüro BBI zur Kita Klopstockstr. und das Architekturbüro Die Baupiloten zum Studentenwohn­ heim Siegmundshof - Haus und Grund Deutschland zu rechtlichen Fragen bei Wohnungseigentümergemeinschaften und zu Fragen der Förderung - das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zu Eigentümerstandortgemeinschaften - die Fa. CalCon Deutschland AG zum Instandhaltungsmanagement - Prof. Dr.-Ing. Felsmann,TU Dresden zu Fragen der Fernwärme - Herr Bräuer, Energiebeauftragter des Bezirksamtes Mitte von Berlin, zum Energieverbrauch der öffentlichen Gebäude des Landes Berlin - Herr Dipl.-Ing. Potthoff im Rahmen des Lehrforschungsprojekts zum Hansaviertel im WS 2012/13 am Fach­ gebiet Bau- und Stadtbaugeschichte an der TU Berlin Baudenkmale voll-/bedingt sanierbarer Bestand Gartendenkmal Baudenkmal Denkmalbereich (Ensemble/ Denkmalbereich (Ensemble/Gesamtanlage) Gesamtanlage) bedingt sanierbarer Bestand bedingt sanierbarer Bestand voll sanierbarer0 Bestand50 100 200 voll sanierbarer Bestand Inhalt Einleitung Was macht das Hansaviertel denkmalwert? S. 9 Was muss das Denkmal zum Klimaschutz beitragen? S. 11 Das Hansaviertel heute - Handeln in einer Dreiecksgeschichte S. 12 Fokus der Untersuchung und Eingrenzung S. 13 - Vorausschauende Szenarien zum größeren Zusammenhang des Energieeinsatzes S. 13 - Quartiersebene S. 14 - Vertiefter Blick auf Einzelgebäude S. 14 - Instandhaltungsmanagement und Beteiligungsansätze S. 15 Das Hansaviertel der Interbau 1957 - Das Hansaviertel - unwiederholbar Geschichte S. 17 - Das Hansaviertel - ein mögliches Zukunftsbild S. 18 Das Hansaviertel - ein Quartier für sich S. 20 - Städtebauliche Charakteristika S. 20 - Sozialer Wandel und Privatisierung als Verbindendes S. 21 - Bauzeitliche Gemeinsamkeiten der Gebäude und Folgen für den Energiebedarf S. 22 - Baukonstruktionen und Baustoffe der großen Häuser S. 23 - Fernwärme und Quartier S. 24 Die Einzelgebäude Auswahlkriterien der einbezogenen Gebäude S. 27 Zum Entwurfsverständnis der Architekten S. 27 Gebäudecharakteristika S. 28 - Das Wohnhochhaus als Turm S. 28 - Das Wohnhochhaus als Scheibe S. 28 - Neue Wohnformen S. 28 - Energieverbrauch S. 29 Die Wohnhäuser im Einzelnen S. 30 - Bartningallee 7 - Haus van den Broek und Bakema S. 30 - Bartningallee 11/13 - Haus Lopez - Beaudouin S. 37 - Bartningallee 16 - Haus Schwippert S. 42 - Altonaer Straße 3-9 - Haus Jaenecke/Samuelson S. 47 - Altonaer Straße 4-14 - Haus Niemeyer S. 51 - Händelallee 3-9 - Haus Gropius S. 55 - Klopstockstraße 30 + 32 Haus Aalto S. 59 - Klopstockstraße 14-18 Haus Vago S. 63 - Bartningallee 12 - Haus Senn S. 66 - Schlussfolgerungen im Quervergleich S. 68 Handeln im Wohnungseigentum - Aufgabenteilung zwischen Eigentümern, Beiräten und Hausverwaltungen S. 70 - Abwägende Lösungssuche mit dem Denkmalschutz S. 71 - Finanzierungsbedarf für Instandhaltung und Sanierung und zielgerichtete Gestaltung der Instandhaltungsrücklage S. 72 - HANDLUNGSANSATZ: Fördermöglichkeiten der KfW nutzen S. 72 - HANDLUNGSANSATZ: QUARTIERSFORUM S. 74 - HANDLUNGSANSATZ: Instandhaltungsmanagement S. 77 Bildnachweis S. 78 Literatur S. 79 Hansaviertel: Perspektivische Energiebilanzen 2010 - 2060 - Gebäude erzählen Geschichte S. 80 - Energiewende und Klimaschutz S. 81 - Anlässe und Gelegenheiten S. 83 - Ausgangszustände S. 84 - Bewertung der Eingriffsempfindlichkeit S. 85 - „Das Primat der Baukultur“ S. 86 - Szenarien und Ergebnisse (Öffentliche Gebäude, Wohnbauten) S. 87 - Klimaschutzstandards S. 89 - Öffentliche Gebäude – Nichtwohnungsbau S. 90 - Wohngebäude S. 91 - Versorgungskonzepte S. 92 - Gebäudehülle - Lüftung S. 93 - Klimaschutzstrategien S. 94 - Sind Denkmal- und Klimaschutz miteinander vereinbar? S. 95 - „Das Dilemma der mittleren Qualität“ S. 96 Bildnachweis S. 97 Literatur S. 97 Das Hansaviertel heute Einleitung 9 Das Hansaviertel steht heute wieder im Blickfeld des öffentlichen Interesses, Besuchergruppen ziehen täglich hindurch, neue Publikationen und Veranstal­ tungen halten es in Erinnerung und es ist ein möglicher Kandidat für die Zu­ gehörigkeit zum Weltkulturerbe. Wir schauen dabei zurück aus der Gegenwart, mit unseren heutigen Vorstellungen und Ansprüchen. Auch die Themen der Energieeffizienz und des Klimaschutzes, des Denkmalwerts der Moderne und die Frage, wie Eigentümergemeinschaften ein Baudenkmal erhalten sollen, sind im wesentlichen heutige auf das Hansaviertel gerichtete Anforderungen; damals 1957 existierten sie nicht oder waren Randthemen. Dieses ,Damals‘ der Ent­ Das Hansaviertel 1962 stehung soll uns also interessieren, wenn wir heutige Weiterentwicklungen und Anpassungen entscheiden wollen. Wir wollen daher die fachliche Abhandlung mit der Erzählform verbinden, soweit möglich. Für einen Gebrauchsgegenstand wie eine Wohnsiedlung ist es erstaunlich, dass sie zum Denkmal erklärt wird. Für das Hansaviertel geschah das 1995, nach 40 Jahren. Bis dahin war den Bewohnern und Eigentümern zwar bewusst, dass sie in einem besonderen Quartier mit außergewöhnlicher Architektur wohnen. Doch war der Umgang mit der Bausubstanz vor allem von pragmatischen Über­ legungen und Notwendigkeiten geprägt. Die Berliner Denkmalschutzbehörden bemühen sich seither, das ursprüngliche Erscheinungsbild zurückzugewinnen und sie haben Erfolge. Die Eigentümer und Bewohner zeigen sich als Unterstüt­ zer, die sich ihrem Quartier stark verbunden sehen und schon 2004 einen höchst aktiven Bürgerverein ins Leben gerufen haben. Was macht nun das Hansaviertel denkmalwert? - Die Ausstellung...ein klares Bekenntnis der Architektur zur westlichen Welt. Sie soll zeigen, was wir unter modernem Städtebau und anständigem Wohnen verstehen im Gegensatz zu dem falschen Prunk der ,Stalin-Allee‘/ das Hansavier­ tel, eine demonstrative Dokumentation der Freiheit / getragen vom großen Inte­ resse...am Aufbau der deutschen Hauptstadt.1 So klangen die amtlichen Parolen und zeigen uns Heutigen, wie stark das Denkmal Dokument mit politischer Symbolwirkung ist. Es erinnert an das Nachkriegs-Westberlin der 1950er Jahre als einer Enklave innerhalb des Machtblocks der UdSSR, dem weiter die Züge der Stalinzeit an­ hafteten. Konfrontiert mit der Hauptstadtexistenz Ostberlins legte sich dieses Inselberlin seinerseits auf den Hauptstadtanspruch eines künftig wiederver­ einten Deutschlands im westlichen Bündnis fest. Beide Seiten trugen ihr Feind­ bild in zugespitzter Konfrontation bis in die ideologisierte Städtebaupolitik hinein. So stehen denn die beiden Großprojekte des Städtebaus, die Karl-Marx-Allee, gebaut als Stalin-Allee, und das Gegensymbol für ,Demokratie und freiheit­ liches Leben‘ heute erneut im Fokus der Aufmerksamkeit - als sichtbare Zeu­ gen für die nachgekommenen Generationen, die die Frontstadt und die Zwei­ 1 Senator Mahler, zit. nach Bauwelt 35/1953, S. 682, Bausenator Schwedler 1958 zit. nach: teilung nicht erlebt haben. Das Hansaviertel wird diskutiert 1960, S.7 - Eine klassenlose Gesellschaft ist im Werden / Der Wiederaufbau... (soll)...echte zu­ 2 Senatsakten it. nach Hanauske, D. 1995, S. 354, kunftsvolle Baugesinnung und neuen Lebensstil zum Ausdruck bringen.2 Bausenator Schwedler, zit. nach Bodenschatz, H. 1987, S. 170 Wir lesen das Hansaviertel zugleich als Dokument der Architektur und des Einleitung 10 Städtebaus der Moderne und ihrer Weiterentwicklung zur Nachkriegs­ moderne, mit ihren Qualitätsansprüchen und den Visionen einer besseren, bewusst gestalteten Zukunft,
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