GMTH Proceedings 2017

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GMTH Proceedings 2017 herausgegeben von Florian Edler und Markus Neuwirth Populäre Musik und ihre Theorien. Begegnungen – Perspektivwechsel – Transfers 17. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie und 27. Arbeitstagung der Gesellschaft für Popularmusikforschung Graz 2017 herausgegeben von Christian Utz GMTH Proceedings https://doi.org/10.31751/proceedings 17. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie und 27. Arbeitstagung der Gesellschaft für Popularmusikforschung, Graz 2017 https://doi.org/10.31751/p.v.2 Herausgeber: Prof. Dr. Florian Edler, Holbeinstraße 14, D-28209 Bremen, [email protected] Univ.Prof. Dr. Markus Neuwirth, Weststraße 13a, D-52222 Stolberg, [email protected] Verantwortlicher Herausgeber dieses Bandes: Univ.Prof. Dr. Christian Utz, [email protected] PDF-Satz: Dieter Kleinrath Publikationsrichtlinien / Guidelines: https://www.gmth.de/proceedings/publication.aspx ISSN (Online) 2701-9500 ISBN 978-3-9822858-0-1 © 2021 the authors Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) e.V. c/o Prof. Dr. Stefan Prey Clauertstr. 62 14163 Berlin [email protected] Die GMTH ist Mitglied von CrossRef. https://www.crossref.org Diese Ausgabe erscheint im Open Access und ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. This is an open access volume licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License. Inhalt Vorwort ............................................................................................................................ 7 1. Analyzing Popular Music Christopher Doll Figuring Out Forensic Musicology Stairway to Heaven, Taurus, and a Brief History of the Drooping Schema ..... 17 Krystoffer Dreps Transkriptive Höranalyse von Geräuschmusik im Gehörbildungsunterricht Ein Erfahrungsbericht zur Anwendung von Klangfeld-Transkriptionen auf die Musik Amon Tobins und Helmut Lachenmanns ............................................ 33 Bryan Hayslett Implications for the Performance of the Music of Lee Hyla ............................... 57 2. Theorie und Praxis der Improvisation Pierre Funck Die Mouton-Maschine Ein algorithmischer Blick auf stacked canons in der Oberquart ......................... 67 Derek Remeš Partimento-Pädagogik im Geiste der französischen Romantik Henry Challans 380 Basses et chants donnés (1960) ............................................... 85 Roberta Vidic Carl Czerny, Fantasie als Potpourri Eine Gattungsanalyse ................................................................................................... 107 Inhalt 3. Transfers zwischen Populärer Musik und Kunstmusik Hartmut Fladt »– vergiß also das sogenannte populare nicht« Grenzen und Grenzüberschreitungen in der Musik ............................................. 129 Markus Roth Doppelt hören Eine populäre Chanson im Spiegel ihrer Bearbeitungen ..................................... 143 Arne Lüthke À 4, à 5, à 6 – und wer spielt was? Zur Organisation instrumentaler Mehrstimmigkeit in Michael Praetorius’ Terpsichore (1612) und Johann Hermann Scheins Banchetto musicale (1617) ..... 169 Sonja Stojak Typen der Melodiebildung in den Tanzsammlungen von Michael Praetorius und Johann Hermann Schein Am Beispiel ausgewählter Couranten ...................................................................... 183 Daniel Serrano »Tritt oder Passus« Rhythmisch-metrische Modelle in Tänzen aus Michael Praetorius’ Terpsichore und Johann Hermann Scheins Banchetto musicale .......................... 197 Ralph Bernardy Vergeistigte Tanzmusik Zur innovativen Metrik in Johann Jakob Frobergers Sarabanden .................... 211 Stefan Fuchs Zwischen Zitat und Stilkopie Rolf Wilhelms Filmmusik zu Ödipussi und Pappa ante Portas ............................ 229 Elke Reichel Klassikadaptionen in Rock, Pop und Filmmusik Ihr analytisches Potential für den schulischen Musikunterricht ....................... 247 4 GMTH Proceedings 2017 Inhalt 4. Freie Beiträge Wendelin Bitzan Die Übersteigerung der Sonatenform Zu Nikolaj Metners Klaviersonate e-Moll op. 25/2 ............................................... 259 Kilian Sprau »… an inborn architectural sense…« Theoretisch-methodologische Überlegungen zur Performance-Analyse am Beispiel einer Aufnahme von Maria Callas ...................................................... 275 Eva-Maria Houben, Martin Ebeling Tonsatz: Ein Weg zu eigenen Vokal- und Instrumentalsätzen Künstlerische und pädagogische Praxis in der Lehramtsausbildung ............... 315 GMTH Proceedings 2017 5 Vorwort Die Auseinandersetzung mit populärer Musik hat in der deutschsprachigen Mu- siktheorie noch eine relativ junge Geschichte. Es erschien daher dringlich diesen Forschungsbereich, der sich in der internationalen Musikforschung insgesamt zu einem immer prominenteren und unersetzlichen Gebiet entwickelt hat, auch zu einem musiktheoretisch akzentuierten Kongressthema zu machen. Dass dies – aufgrund der kurzfristigen Planung sehr spontan – an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz (Kunstuniversität Graz) möglich war, verdankt der Herausgeber dem wohlwollenden Entgegenkommen von André Doehring, der 2016 die Leitung des renommierten Instituts für Jazzforschung unserer Universität übernommen hat und dem gleich eingangs für seine entgegenkommende Kolle- gialität und die vielen produktiven Diskussionen herzlich gedankt sei. Es ergab sich so als Koinzidenz eine außerordentliche erfreuliche Zusammen- arbeit zweier Fachgesellschaften, die gemeinsam vom 17. bis 19. November 2017 in den Räumen der Kunstuniversität Graz den Kongress Populäre Musik und ihre Theorien. Begegnungen – Perspektivwechsel – Transfers veranstalteten: der Gesell- schaft für Popularmusikforschung (GfPM), die 2017 in Graz bereits ihre 27. Arbeitstagung abhielt, und der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH), deren 17. Jahreskongress begangen wurde (bereits der achte Kongress der GMTH hatte im Jahr 2008 in Graz stattgefunden, damals unter dem gewissermaßen verwand- ten Thema Musiktheorie als interdisziplinäres Fach). In einem offenen Dialog konnten wir das Kongressthema so entwickeln, dass es historisch und methodisch breit ausgeweitet und damit für viele Fach- und Interessensgebiete offen war. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich die aktuellen Diskussionen beider Fachberei- che im Call for Papers zusammenführen ließen, und die beeindruckende Anzahl an Einreichungen – von 112 eingereichten Beiträgen wurden 78 für eine Präsen- tation beim Kongress ausgewählt, davon mussten sieben Beiträge abgesagt wer- den – sprechen für eine große Schnittmenge an gemeinsamen Methoden und Forschungsfragen, die allesamt Grenzbereiche umspannen: Analyse und Perfor- mance, Kunst- und Popularmusik unterschiedlichster Zeiten und Genres inklusi- ve des Jazz, Satztechnik und Sound, geographische ›Verkehrswege‹ und Genre- transfers, Improvisation und Verschriftlichung, didaktische Problemstellungen. Die gezielt breite Formulierung des Kongressthemas führte zu vielfältigen Syner- gien und der beeindruckenden Zahl von 239 Teilnehmer*innen, darunter eine GMTH Proceedings 2017 7 Christian Utz besonders hohe Anzahl von Studierenden, die erstmals kostenlos an einem Jah- reskongress der GMTH bzw. einer Arbeitstagung der GfPM teilnehmen konnten. Anziehungskraft entfalteten gewiss auch die Namen und Themen der renommier- ten Keynote Speaker Nicole Biamonte (McGill University Montreal), Hartmut Fladt (Universität der Künste Berlin), Martin Pfleiderer (Hochschule für Musik Weimar) und Catherine Tackley (University of Liverpool). Zwar wurde populäre Musik auch auf bisherigen Kongressen der GMTH im- mer wieder thematisiert, zuletzt unter anderem bei den Kongressen in Mainz (2009) und Hannover (2016) und auch in den auf den Grazer Kongress folgenden Veranstaltungen in Bremen (2018) und Zürich (2019) fand sich eine (wenn auch weiterhin überschaubare) Zahl von Beiträgen zu Themengebieten der populären Musik. Auch wurden in der Zeitschrift der GMTH (ZGMTH) einzelne Aufsätze zum Themenkreis publiziert, in letzter Zeit mit einer gewissen Regelmäßigkeit.1 Eine differenzierte Methodendiskussion und eine (im Grazer Kongress besonders ins Auge gefasste) Ausweitung des thematisierten Repertoires – wie sie etwa der jüngst erschienene Routledge Companion to Popular Music Analysis (2019) leistet2 – wird man aber in der deutschsprachigen Musiktheorie – insbesondere auch im Vergleich zur Situation in den anglophonen Ländern – bislang kaum finden. Umgekehrt war im Rahmen von GfPM-Veranstaltungen und -Publikationen seit einiger Zeit eine wiederholte Umkreisung theoretischer und analytischer Methoden festzustellen (unter anderem bei der Arbeitstagung der GfPM 2010 zu »Black Box Pop. Analysen populärer Musik«, publiziert in den Beiträgen zur Popu- larmusikforschung 38, 2012, oder den von der GfPM veranstalteten International Summer Schools »Methods of Popular Music Analysis« 2011 und 2015). In eini- gen Bereichen der Popularmusikforschung wurden und werden hingegen musik- theoretische Methoden, womit zumeist musikalische Strukturanalyse gemeint ist, weiterhin als kaum adäquat angesehen, bevorzugt wird dagegen häufig ein sozio- logischer Forschungsansatz, der die soziale und politische Funktion populärer Musik, ihre Distribution oder ihre medialen und semantischen Dimensionen ins Zentrum rückt. Die Musiktheorie wiederum hat mit einem jahrzehnte- oder gar jahrhundertealten Vorurteil zu kämpfen, das die meiste populäre Musik als mu- siktheoretisch (und langezeit auch musikhistorisch) nicht erforschenswert ansah 1 Vgl. Dreyer/Horn 2017, Huschner 2017, Werner 2018 sowie die

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